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Berger Picard

Der rustikale französische Schäferhund mit dem verschmitzten Blick

Steckbrief

FCI-Nr.
176
Herkunft
Frankreich
Größe
5565 cm
Gewicht
2332 kg
Lebenserwartung
1214 Jahre
Gruppe
Hütehunde und Treibhunde
Charakter
AufmerksamAusgeglichenLoyalEigenständigSensibel
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Berger Picard ist ein rustikaler französischer Schäferhund aus der nordfranzösischen Region Picardie, der mit seinem drahtigen Fell, den markanten aufrechten Ohren und seinem charmant verschmitzten Gesichtsausdruck zu den charaktervollsten Hütehunden Frankreichs zählt. Diese alte Rasse, die bereits im Mittelalter die Herden der picardischen Bauern bewachte, vereint robuste Arbeitstüchtigkeit mit einem liebenswerten, sensiblen Wesen und hat sich einen treuen Kreis von Liebhabern unter den Kennern seltener Hunderassen erworben. Mit einer Schulterhöhe von 55 bis 65 Zentimetern und einem Gewicht von 23 bis 32 Kilogramm ist der Berger Picard ein mittelgroßer, athletischer Hund mit einem markanten, unverkennbaren Erscheinungsbild. Sein Fell ist mittellang, rau und drahtig, was ihm ein natürlich rustikales Aussehen verleiht und gleichzeitig hervorragenden Witterungsschutz bietet. Die Fellfarben umfassen verschiedene Schattierungen von Fawn, von Hell bis Dunkel, sowie Grau in allen Nuancen. Besonders auffällig sind die großen, aufrecht stehenden Ohren, die dem Picard seinen charakteristischen, etwas überraschten Ausdruck verleihen. Die buschigen Augenbrauen und der leichte Bart rahmen das Gesicht ein und verstärken den Eindruck eines weisen, verschmitzten Bauernhundes. Charakterlich ist der Berger Picard ein ausgeglichener, sensibler Hund mit einem ausgeprägten Sinn für Humor. Er ist weniger hektisch als viele andere Hütehunde und zeigt eine bemerkenswerte Gelassenheit im Alltag, ohne dabei an Aufmerksamkeit oder Arbeitsbereitschaft einzubüßen. Seiner Familie gegenüber ist er hingebungsvoll loyal und entwickelt eine tiefe, emotionale Bindung, die besonders im Umgang mit Kindern deutlich wird. Gegenüber Fremden zeigt er eine freundliche Zurückhaltung – er ist weder aggressiv noch überschwänglich, sondern beobachtet neue Menschen zunächst aufmerksam, bevor er sich ein Urteil bildet. Der Bewegungsbedarf des Berger Picard ist hoch. Als Arbeitshund benötigt er mindestens eineinhalb bis zwei Stunden Bewegung pro Tag, aufgeteilt in Spaziergänge, Spiel und anspruchsvolle Aufgaben. Hundesportarten wie Agility, Obedience oder Treibball bieten ideale Auslastung. Auch als Begleiter beim Wandern oder Radfahren ist er hervorragend geeignet. Geistige Stimulation ist ebenso wichtig wie körperliche Bewegung. Die Fellpflege ist unkompliziert. Das drahtharige Fell benötigt lediglich wöchentliches Bürsten und ist schmutzabweisend. Baden ist selten notwendig, da das Fell eine natürliche Selbstreinigung aufweist. Insgesamt ist der Berger Picard ein wunderbarer, charaktervoller Begleiter für aktive Hundehalter, die einen loyalen, sensiblen Hund mit rustikalem Charme und einem Hauch französischer Lebensart suchen.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Berger Picard benötigt ein Haus mit Garten und ist für eine kleine Stadtwohnung nicht ideal geeignet. Der hohe Bewegungsbedarf verlangt nach aktiven Besitzern, die mindestens eineinhalb bis zwei Stunden täglich in Auslauf investieren können. Der Garten sollte sicher eingezäunt sein. In ländlicher oder vorstädtischer Umgebung fühlt er sich am wohlsten, idealerweise mit Zugang zu weitläufigem Gelände. Sein Bellverhalten ist moderat, kann aber in ruhigen Wohngebieten gelegentlich stören. Der Picard braucht engen Familienanschluss und leidet unter Isolation. Witterungseinflüsse verträgt er dank seines robusten Fells hervorragend. Er ist anpassungsfähig und verträgt sowohl Wärme als auch Kälte gut.

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Ernährung

Der Berger Picard benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter, das seinem aktiven Lebensstil angepasst ist. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind für erwachsene Hunde empfehlenswert. Die Futtermenge richtet sich nach Alter, Gewicht und Aktivitätsgrad. Hochwertiges Fleisch als Hauptbestandteil ist ideal. Gelenkunterstützende Nahrungsergänzungen können bei größeren Hunden sinnvoll sein. Omega-3-Fettsäuren unterstützen Haut und Fell. Welpen benötigen spezielles Futter für kontrolliertes Wachstum. Leckerlis sollten in die Tagesration eingerechnet werden. Frisches Trinkwasser muss stets zur Verfügung stehen. Übergewicht sollte vermieden werden, da es die Gelenke belastet.

Gesundheit & Krankheiten

Der Berger Picard ist eine robuste, naturbelassene Rasse mit einer guten Grundgesundheit. Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt vor und sollte bei Zuchttieren röntgenologisch untersucht werden. Progressive Retinaatrophie (PRA) ist ein bekanntes genetisches Problem in der Rasse und sollte durch DNA-Tests bei Zuchttieren ausgeschlossen werden. Ellenbogendysplasie kann gelegentlich auftreten. Autoimmunerkrankungen sind in einzelnen Linien beschrieben worden. Augenkrankheiten neben PRA sind möglich. Das drahtharige Fell ist wenig anfällig für Hautprobleme, dennoch können Allergien auftreten. Regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen, aktueller Impfschutz und konsequente Parasitenprophylaxe sind selbstverständlich empfehlenswert.

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Erziehung

Der Berger Picard ist intelligent und lernwillig, aber auch sensibel und eigenständig. Positive Verstärkung und Geduld sind die effektivsten Erziehungsmethoden. Der Picard reagiert äußerst empfindlich auf Ungerechtigkeit und harte Korrekturen, die das Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigen können. Frühe und umfassende Sozialisierung ist wichtig, auch wenn der Picard von Natur aus ein friedlicher Hund ist. Der Besuch einer Hundeschule wird empfohlen. Abwechslungsreiches Training mit spielerischen Elementen hält den intelligenten Picard bei Laune. Sein natürlicher Hüteinstinkt sollte in geordnete Bahnen gelenkt werden.

Geschichte & Herkunft

Der Berger Picard ist eine der ältesten französischen Schäferhundrassen und stammt aus der Picardie im Norden Frankreichs. Seine Geschichte reicht möglicherweise bis ins 9. Jahrhundert zurück, als keltische Hirten ihre Hunde in die Region mitbrachten. Über Jahrhunderte war der Picard der treue Begleiter der picardischen Bauern und Schäfer. Die beiden Weltkriege, deren Schlachtfelder mitten durch die Picardie verliefen, dezimierten die Population dramatisch. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Rasse fast ausgestorben, und engagierte Züchter begannen mit dem mühsamen Wiederaufbau. Die FCI erkannte den Berger Picard unter der Nummer 176 an. Der Film „Winn-Dixie" aus dem Jahr 2005, in dem ein Berger Picard die Hauptrolle spielte, verschaffte der Rasse internationale Bekanntheit.

Kosten im Überblick

Futter50,00 €/Monat
Versicherung25,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)20,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges20,00 €/Monat
Gesamt125,00 €/Monat
Jährlich1.500,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Berger Picard

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Berger-Picard-Besitzer empfehlenswert. Als mittelgroßer, temperamentvoller Hütehund kann der Picard in bestimmten Situationen Schäden verursachen. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde vorgeschrieben. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro bietet ausreichenden Schutz.

Häufige Fragen zum Berger Picard

Ist ein Berger Picard ein guter Familienhund?

Ja, der Berger Picard ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Berger Picard im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Berger Picard betragen durchschnittlich 125,00 €. Das umfasst Futter (50,00 €), Versicherung (25,00 €), Tierarzt (20,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (20,00 €).

Ist ein Berger Picard für Anfänger geeignet?

Der Berger Picard ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Berger Picard?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Berger Picard braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

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