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Brandlbracke

Das vierbeinige Vieräugl aus den österreichischen Alpen

Steckbrief

FCI-Nr.
63
Herkunft
Österreich
Größe
4856 cm
Gewicht
1522 kg
Lebenserwartung
1214 Jahre
Gruppe
Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Charakter
AusdauerndFeinnasigRuhigFreundlichTreu
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Die Brandlbracke, im Volksmund auch „Vieräugl" genannt, ist eine traditionsreiche österreichische Jagdhundrasse, die zu den ältesten Bracken des Alpenraums gehört. Ihren Spitznamen verdankt sie den charakteristischen lohfarbenen Abzeichen über den Augen, die den Eindruck von vier Augen erwecken. Dieser feine Spür- und Laufhund wird seit Jahrhunderten in den österreichischen Alpen für die Nachsuche, das Brackieren und die Schweißarbeit eingesetzt. Mit einer Schulterhöhe von 48 bis 56 Zentimetern und einem Gewicht von 15 bis 22 Kilogramm ist die Brandlbracke ein mittelgroßer, schlank, aber kräftig gebauter Hund. Ihr glattes, dichtes Fell ist tiefschwarz mit klar abgegrenzten lohfarbenen Abzeichen, den sogenannten „Brandbinden", an Fang, Augenbrauen, Brust, Läufen und Rutenunterseite. Die Brandzeichen über den Augen – die ihr den Namen „Vieräugl" eingebracht haben – sind das markanteste Erkennungsmerkmal. Der Kopf ist edel geformt mit langen, tief angesetzten Hängeohren und einem sanften, aufmerksamen Ausdruck. Der Charakter der Brandlbracke ist von einer bemerkenswerten Dualität geprägt. Bei der Jagd zeigt sie eine intensive Konzentration, unermüdliche Ausdauer und eine hervorragende Nasenleistung. Sie arbeitet die Fährte ruhig und sicher, mit einer tiefen, melodischen Stimme, die dem Jäger den Verlauf der Jagd anzeigt. Zu Hause wandelt sich die engagierte Jägerin in einen sanften, anhänglichen Familienhund, der die Nähe seiner Menschen sucht und eine ruhige Gelassenheit ausstrahlt. Die Brandlbracke ist ein vielseitiger Jagdhund, der sowohl für die Schweißarbeit als auch für das Brackieren – das selbstständige Jagen und Treiben von Wild mit Laut – eingesetzt wird. Ihre feine Nase, ihre Ausdauer und ihre Trittsicherheit im Gebirge machen sie zu einem geschätzten Arbeitshund im alpinen Jagdbetrieb. Im Umgang mit Menschen ist die Brandlbracke freundlich, zugänglich und sensibel. Sie bindet sich eng an ihre Familie und zeigt eine ruhige Treue, die nicht aufdringlich ist. Mit Kindern ist sie geduldig und sanft. Gegenüber anderen Hunden zeigt sie sich in der Regel verträglich und gesellig. Der Bewegungsbedarf ist hoch. Tägliche ausgedehnte Spaziergänge in der Natur und Nasenarbeit sind unverzichtbar für das Wohlbefinden dieser aktiven Jagdhundrasse. Insgesamt ist die Brandlbracke ein vielseitiger, charakterstarker Jagdhund mit einem sanften Herzen für erfahrene, jagdlich aktive Hundehalter.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Die Brandlbracke gehört in die Hand eines Jägers oder zumindest eines sehr aktiven Hundehalters mit Zugang zur Natur. Ein Haus mit Garten auf dem Land ist ideal. Reine Stadtwohnungshaltung ist nicht geeignet. Mindestens ein bis zwei Stunden Bewegung in der Natur pro Tag sind notwendig, ergänzt durch Nasenarbeit oder jagdliche Beschäftigung. Sie verträgt sich gut mit anderen Hunden und ist freundlich zu Kindern. Bei Kleintieren ist aufgrund des Jagdtriebs Vorsicht geboten. Die Brandlbracke braucht engen Familienanschluss und ist kein Zwingerhund. Ihr melodisches Bellen beim Jagen kann in dicht besiedelten Gebieten problematisch sein. Die Fellpflege ist unkompliziert – gelegentliches Bürsten genügt.

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Ernährung

Die Brandlbracke benötigt hochwertiges Futter, das ihrem aktiven Lebensstil als Jagdhund entspricht. Zwei Mahlzeiten pro Tag für erwachsene Hunde sind empfehlenswert. Die Futtermenge muss dem Aktivitätslevel angepasst werden – an jagdlichen Arbeitstagen ist der Kalorienbedarf deutlich erhöht. Proteinreiches Futter mit hochwertigem Fleischanteil unterstützt Muskulatur und Ausdauer. Die Brandlbracke ist in der Regel unkompliziert beim Fressen und verträgt verschiedene Futtersorten gut. Übergewicht muss vermieden werden, da es Gelenke und Ausdauer beeinträchtigt. Leckerlis für das Training sollten von der Tagesration abgezogen werden. Frisches Wasser muss stets verfügbar sein.

Gesundheit & Krankheiten

Die Brandlbracke ist eine robuste und gesunde Rasse mit wenigen rassespezifischen Erkrankungen. Die strenge jagdliche Zuchtauswahl hat dazu beigetragen, dass Erbkrankheiten selten sind. Hüftgelenksdysplasie kann vorkommen, ist aber nicht häufig. Ohrinfektionen sind aufgrund der langen Hängeohren möglich und erfordern regelmäßige Reinigung und Kontrolle. Übergewicht kann bei mangelnder Bewegung auftreten und belastet die Gelenke. Verletzungen bei der Arbeit im Gelände sind wie bei allen Jagdhunden ein Risiko. Zeckenbefall ist bei der Arbeit in Wald und Gebirge häufig – konsequente Parasitenprophylaxe ist wichtig. Regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen und aktueller Impfschutz sind empfehlenswert.

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Erziehung

Die Erziehung der Brandlbracke erfordert jagdliches Verständnis und eine konsequente, aber einfühlsame Führung. Sie ist intelligent und kooperativ, bringt aber den bracketypischen Eigensinn mit, besonders wenn ihre Nase eine interessante Fährte aufgenommen hat. Positive Verstärkung mit Futter- und Spielbelohnung funktioniert am besten. Frühe Sozialisierung ist wichtig und fällt bei dieser freundlichen Rasse leicht. Die jagdliche Ausbildung beginnt im Welpenalter mit Fährten- und Schweißarbeit. Der Jagdtrieb ist stark und muss kanalisiert, nicht unterdrückt werden. Mantrailing ist für Nichtjäger eine gute Alternative. Der Rückruf bei Wildwitterung ist die größte Herausforderung und erfordert konsequentes Training.

Geschichte & Herkunft

Die Brandlbracke ist eine der ältesten österreichischen Hunderassen und hat ihren Ursprung in den Alpenregionen Österreichs, insbesondere in Kärnten und der Steiermark. Brackenartige Hunde mit schwarzem Fell und lohfarbenen Abzeichen wurden in der Region seit dem Mittelalter für die Jagd eingesetzt. Die systematische Zucht begann im 19. Jahrhundert. Der Name „Brandlbracke" bezieht sich auf die lohfarbenen „Brand"-Abzeichen, während „Vieräugl" die Abzeichen über den Augen beschreibt. 1884 wurde die Rasse erstmals offiziell beschrieben. Die FCI erkannte die Brandlbracke 1954 an und führt sie unter der Nummer 63. Die Rasse ist vorwiegend in Österreich und den angrenzenden Alpenregionen verbreitet. International ist sie nahezu unbekannt, was sie zu einer der selteneren europäischen Jagdhundrassen macht.

Kosten im Überblick

Futter40,00 €/Monat
Versicherung20,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)20,00 €/Monat
Hundesteuer8,00 €/Monat
Sonstiges15,00 €/Monat
Gesamt103,00 €/Monat
Jährlich1.236,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Brandlbracke

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Brandlbracke-Besitzer empfehlenswert. Obwohl sie ein friedlicher Hund ist, kann ihr Jagdtrieb in bestimmten Situationen zu unkontrolliertem Verhalten führen. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro ist sinnvoll. In einigen Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde ohnehin Pflicht.

Häufige Fragen zum Brandlbracke

Ist ein Brandlbracke ein guter Familienhund?

Ja, der Brandlbracke ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Brandlbracke im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Brandlbracke betragen durchschnittlich 103,00 €. Das umfasst Futter (40,00 €), Versicherung (20,00 €), Tierarzt (20,00 €), Steuer (8,00 €) und Sonstiges (15,00 €).

Ist ein Brandlbracke für Anfänger geeignet?

Der Brandlbracke ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Brandlbracke?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Brandlbracke braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

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