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Deutscher Wachtelhund

Der Stöberspezialist der deutschen Jägerschaft

Steckbrief

FCI-Nr.
104
Herkunft
Deutschland
Größe
4554 cm
Gewicht
1825 kg
Lebenserwartung
1214 Jahre
Gruppe
Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde
Charakter
ArbeitswilligVielseitigTemperamentvollTreuIntelligent
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Deutsche Wachtelhund ist ein vielseitiger, leistungsstarker Stöberhund, der in der deutschen Jägerschaft höchstes Ansehen genießt und als einer der besten Stöberhunde der Welt gilt. Mit seinem kräftigen, aber eleganten Körperbau, dem welligen bis lockigen Fell und seinem intensiven Arbeitswillen ist er ein wahrer Spezialist für die Stöberarbeit im Wald. Eine Besonderheit: Der Deutsche Wachtelhund wird ausschließlich an Jäger und Förster abgegeben. Mit einer Schulterhöhe von 45 bis 54 Zentimetern und einem Gewicht von 18 bis 25 Kilogramm ist der Deutsche Wachtelhund ein mittelgroßer, kräftig gebauter Hund. Sein dichtes, mittellanges Fell ist wellig bis leicht lockig und bietet hervorragenden Schutz bei der Arbeit im Unterholz und im Wasser. Die Farben sind Braun, Braunschimmel oder Rotschimmel, teilweise mit weißen Abzeichen. Die Befederung an Ohren, Brust und Beinen ist gut ausgeprägt. Sein Ausdruck ist aufmerksam und arbeitsbereit. Charakterlich ist der Deutsche Wachtelhund ein leidenschaftlicher Jäger mit einem bemerkenswerten Arbeitswillen. Er stöbert selbstständig und ausdauernd, gibt dabei laut, um den Jäger über seinen Standort zu informieren, und schreckt auch vor schwerem Gelände, kaltem Wasser oder dichtem Dornengestrüpp nicht zurück. Seine Arbeitsintensität ist beeindruckend, und er geht bei der Nachsuche auf krankes Wild mit großem Mut und Entschlossenheit vor. Im Familienalltag zeigt sich der Deutsche Wachtelhund als treuer, anhänglicher Begleiter, der seine Familie liebt und beschützt. Mit Kindern geht er freundlich und geduldig um. Er ist jedoch kein Hund für Nicht-Jäger – sein Arbeitsbedürfnis ist so groß, dass er ohne jagdliche Führung nicht artgerecht gehalten werden kann. Er braucht die tägliche Arbeit im Revier, um ausgeglichen und zufrieden zu sein. Der Bewegungsbedarf ist extrem hoch. Der Deutsche Wachtelhund braucht täglich mehrere Stunden intensive körperliche und geistige Auslastung, idealerweise in Form von Revierarbeit. Ohne jagdliche Verwendung ist dieser Hund nicht glücklich. Selbst intensiver Hundesport kann die jagdliche Arbeit nur bedingt ersetzen. Die Fellpflege erfordert regelmäßiges Bürsten und Kontrolle auf Zecken und Kletten nach der Arbeit im Wald. Das robuste Fell ist überraschend pflegeleicht für seine Länge. Der Deutsche Wachtelhund ist ein herausragender Jagdhund für passionierte Jäger, die einen vielseitigen, leistungsstarken Stöberhund suchen.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Deutsche Wachtelhund ist ausschließlich für die Haltung bei aktiven Jägern und Förstern vorgesehen. Ein Zuhause mit Revier und täglicher jagdlicher Arbeit ist zwingend erforderlich. Mehrere Stunden Revierarbeit pro Tag sind Standard. Er braucht den engen Kontakt zu seinem Führer und seiner Familie. Im Haus ist er bei ausreichender Beschäftigung ein angenehmer, ruhiger Begleiter. Sein robustes Fell macht ihn extrem wetterfest. Er verträgt sich gut mit anderen Hunden und kann mit Artgenossen gehalten werden. Stadthaltung oder reine Familienhundhaltung ohne jagdliche Verwendung sind nicht artgerecht.

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Ernährung

Der Deutsche Wachtelhund hat als intensiv arbeitender Jagdhund einen hohen Energiebedarf. Hochwertiges, energiereiches Futter mit hohem Fleischanteil ist essenziell. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind empfehlenswert. Die Futtermenge muss dem Arbeitspensum angepasst werden – an intensiven Jagdtagen kann der Energiebedarf erheblich steigen. Omega-Fettsäuren unterstützen Fell- und Hautgesundheit. Gelenkunterstützende Nahrungsergänzungen können bei intensiv arbeitenden Hunden sinnvoll sein. Welpen sollten altersgerechtes Futter erhalten. Frisches Wasser muss besonders bei der Arbeit im Revier immer verfügbar sein.

Gesundheit & Krankheiten

Der Deutsche Wachtelhund ist eine ausgesprochen gesunde und robuste Rasse, was der konsequenten Leistungszucht und den strengen Zuchtvorschriften zu verdanken ist. Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt selten vor und wird bei Zuchttieren kontrolliert. Ohrenentzündungen können aufgrund der Hängeohren auftreten. Verletzungen bei der Jagdarbeit sind ein reales Risiko – Schnittwunden durch Dornen, Zerrungen und Prellungen gehören zum Alltag eines arbeitenden Wachtelhundes. Augenerkrankungen sind selten, werden aber bei Zuchttieren überprüft. Die strenge Abgabepraxis – nur an Jäger – sorgt dafür, dass die Hunde artgerecht gehalten und beschäftigt werden. Regelmäßige Vorsorge und ein aktueller Impfschutz sind selbstverständlich.

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Erziehung

Die Erziehung des Deutschen Wachtelhundes erfordert jagdliche Erfahrung und Verständnis für Stöberhunde. Er ist intelligent und lernwillig, aber sein intensiver Jagdtrieb erfordert eine fachkundige Führung. Die jagdliche Ausbildung beginnt früh und umfasst Stöberarbeit, Wasserarbeit, Schweißarbeit und Gehorsam. Positive Verstärkung kombiniert mit klarer Konsequenz ist die effektivste Methode. Der Wachtelhund braucht einen erfahrenen Jäger als Halter, der seine Arbeitsfreude in die richtigen Bahnen lenkt. Für Nicht-Jäger ist dieser Hund nicht geeignet. Die Zuchtverbände legen großen Wert darauf, dass die Käufer die Rasse und ihre Bedürfnisse verstehen.

Geschichte & Herkunft

Der Deutsche Wachtelhund wurde um 1900 von dem Förster Rudolf Friess aus den alten deutschen Stöberhundrassen neu gezüchtet. Der „Stammvater" der modernen Rasse war der Rüde „Lord Augusta 1834 L", aus dem 1903 die erste Eintragung ins Zuchtbuch erfolgte. 1903 wurde der Verein für Deutsche Wachtelhunde gegründet. Die Rasse wurde gezielt als vielseitiger Stöberhund für die Waldjagd entwickelt und hat sich in dieser Rolle als unübertroffen erwiesen. Eine Besonderheit der Zucht ist die konsequente Abgabepraxis: Deutsche Wachtelhunde werden nur an Jagdscheininhaber abgegeben, um sicherzustellen, dass die Hunde artgerecht gehalten und jagdlich geführt werden. Diese Praxis hat maßgeblich zur Erhaltung der Arbeitsleistung und Gesundheit der Rasse beigetragen.

Kosten im Überblick

Futter45,00 €/Monat
Versicherung30,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)20,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges20,00 €/Monat
Gesamt125,00 €/Monat
Jährlich1.500,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Deutscher Wachtelhund

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Wachtelhund-Besitzer empfehlenswert und bei der Jagdausübung oft ohnehin vorgeschrieben. Die Jagdhaftpflichtversicherung deckt in der Regel auch den Jagdhund ab. Zusätzlich ist eine Hundehaftpflicht für den Alltag sinnvoll. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde Pflicht.

Häufige Fragen zum Deutscher Wachtelhund

Ist ein Deutscher Wachtelhund ein guter Familienhund?

Ja, der Deutscher Wachtelhund ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Deutscher Wachtelhund im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Deutscher Wachtelhund betragen durchschnittlich 125,00 €. Das umfasst Futter (45,00 €), Versicherung (30,00 €), Tierarzt (20,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (20,00 €).

Ist ein Deutscher Wachtelhund für Anfänger geeignet?

Der Deutscher Wachtelhund ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Deutscher Wachtelhund?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 5/5. Der Deutscher Wachtelhund braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

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