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Hokkaido

Der tapfere Bärenjäger von Japans nördlicher Insel

Steckbrief

FCI-Nr.
261
Herkunft
Japan
Größe
4652 cm
Gewicht
2030 kg
Lebenserwartung
1215 Jahre
Gruppe
Spitze und Hunde vom Urtyp
Charakter
TreuMutigAusdauerndWachsamWürdevoll
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Hokkaido ist eine der sechs anerkannten japanischen Spitzrassen und stammt von der nördlichsten Hauptinsel Japans, der er seinen Namen verdankt. Dieser kraftvolle, mutige Hund wurde von den Ainu, dem indigenen Volk Hokkaidos, als Jagd- und Begleithund gezüchtet und hat sich dank der rauen klimatischen Bedingungen seiner Heimat zu einem äußerst widerstandsfähigen und ausdauernden Hund entwickelt, der für seine unerschrockene Tapferkeit gegenüber Bären bekannt ist. Mit einer Schulterhöhe von 46 bis 52 Zentimetern und einem Gewicht von 20 bis 30 Kilogramm ist der Hokkaido ein mittelgroßer, muskulöser Hund mit einer kraftvollen, kompakten Statur. Sein dichtes Doppelfell besteht aus einer weichen Unterwolle und einem harten, geraden Deckhaar und kommt in verschiedenen Farben vor: Rot, Weiß, Schwarz, Schwarzloh, Sesam und Gestromt. Die aufrechten, dreieckigen Ohren und der über dem Rücken eingerollte Schwanz verleihen ihm das typische Spitzaussehen. Der Charakter des Hokkaido ist von einer bemerkenswerten Mischung aus Tapferkeit und Treue geprägt. Er ist bekannt für seinen außerordentlichen Mut, der ihn dazu befähigt, sich ohne Zögern gegen Bären zu stellen, die ein Vielfaches seines Gewichts wiegen. Gleichzeitig zeigt er seiner Familie gegenüber eine tiefe, beständige Loyalität und Zuneigung, die ihn zu einem wunderbaren Begleiter macht. Im Familienalltag ist der Hokkaido ein aufmerksamer, liebevoller Hund, der eine enge Bindung zu allen Familienmitgliedern aufbaut. Mit Kindern geht er geduldig und sanft um, wobei sein wachsames Wesen ihn zu einem natürlichen Beschützer der Familie macht. Fremden gegenüber zeigt er die für japanische Rassen typische Zurückhaltung, ist aber nicht aggressiv. Die Verträglichkeit mit anderen Hunden kann problematisch sein, besonders bei gleichgeschlechtlichen Begegnungen. Der Bewegungsbedarf des Hokkaido ist hoch. Als ehemaliger Jagdhund in den Bergen Hokkaidos verfügt er über eine beachtliche Ausdauer und Energie. Tägliche ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen und geistige Beschäftigung sind unerlässlich. Sein dichtes Fell schützt ihn vor Kälte, macht aber warme Sommertage zu einer Herausforderung. Die Pflege des Hokkaido ist verhältnismäßig unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten genügt im Normalfall, während des intensiven Fellwechsels ist jedoch tägliche Pflege notwendig. Insgesamt ist der Hokkaido ein würdevoller, treuer und mutiger Hund für erfahrene Halter, die die Eigenarten japanischer Rassen kennen und schätzen und bereit sind, ihrem Hund die nötige Beschäftigung und Führung zu bieten.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Hokkaido braucht ein Haus mit sicher eingezäuntem Garten. Wohnungshaltung ist nicht empfehlenswert. Mindestens zwei Stunden aktive Bewegung pro Tag sind notwendig. Er verträgt Kälte hervorragend, leidet aber unter großer Hitze. Im Sommer sollte er in den kühleren Tageszeiten ausgeführt werden. Der Hokkaido braucht die Nähe seiner Familie und sollte nicht über längere Zeit alleine gelassen werden. Die Verträglichkeit mit anderen Hunden ist individuell unterschiedlich und erfordert sorgfältige Sozialisierung. Kleintiere können durch den Jagdtrieb gefährdet sein. Hundesport bietet eine gute Möglichkeit zur Beschäftigung. Der Hokkaido eignet sich für aktive, hundeerfahrene Familien in ländlicher oder vorstädtischer Umgebung.

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Ernährung

Der Hokkaido benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter, das seiner Aktivität angepasst ist. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind für erwachsene Hunde empfehlenswert. Fischbasierte Futtermittel werden von vielen Hokkaido-Besitzern bevorzugt und entsprechen der natürlichen Ernährung der Rasse. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren unterstützen die Gesundheit des dichten Fells. Die Futtermenge sollte dem Aktivitätslevel angepasst werden. Der Hokkaido neigt bei mangelnder Bewegung zu Übergewicht. Welpen benötigen altersgerechtes Welpenfutter. Gelenkunterstützende Nahrungsergänzungen können im Alter sinnvoll sein. Frisches Trinkwasser muss stets verfügbar sein.

Gesundheit & Krankheiten

Der Hokkaido ist eine grundsätzlich robuste und gesunde Rasse. Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt gelegentlich vor und sollte bei Zuchttieren untersucht werden. Herzerkrankungen, insbesondere Herzklappendefekte, sind bei der Rasse beschrieben. Augenerkrankungen wie Collie Eye Anomaly (CEA) und Progressive Retinaatrophie (PRA) können auftreten. Psychische Zwangsstörungen, die sich in repetitivem Verhalten äußern, sind bei einigen Linien beobachtet worden. Allergien und Hautprobleme kommen vor. Das dichte Fell kann bei mangelnder Pflege zu Hotspots neigen. Die allgemeine Robustheit der Rasse ist durch die jahrhundertelange natürliche Selektion in den rauen Bedingungen Hokkaidos begünstigt. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind empfehlenswert.

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Erziehung

Die Erziehung des Hokkaido erfordert Erfahrung, Geduld und Fingerspitzengefühl. Als typischer japanischer Spitz ist er intelligent und lernfähig, aber auch eigenwillig und unabhängig. Positive Verstärkung ist die effektivste Methode, wobei Konsequenz und klare Regeln essenziell sind. Frühe Sozialisierung ist besonders wichtig, da der Hokkaido von Natur aus gegenüber Fremden und anderen Hunden reserviert ist. Der Jagdtrieb ist stark ausgeprägt und macht einen zuverlässigen Rückruf zur Herausforderung. Die Bindung zum Halter ist der Schlüssel zur erfolgreichen Erziehung. Zwangsmethoden sind kontraproduktiv und zerstören das Vertrauen. Hundeerfahrung mit asiatischen oder spitzartigen Rassen ist dringend empfohlen.

Geschichte & Herkunft

Der Hokkaido gehört zu den ältesten japanischen Hunderassen und stammt von den Hunden der Ainu ab, dem indigenen Volk Hokkaidos. Die Ainu setzten diese Hunde seit Jahrhunderten zur Jagd auf Bären, Hirsche und andere Wildtiere in den rauen Bergen Hokkaidos ein. Die Isolation der Insel trug dazu bei, dass die Rasse über Generationen relativ reinrassig blieb. 1937 wurde der Hokkaido zum japanischen Naturdenkmal erklärt. Die Rasse überstand den Zweiten Weltkrieg besser als einige andere japanische Rassen, da Hokkaido weniger von den Kriegsfolgen betroffen war. Die FCI erkannte die Rasse 1964 an. In jüngerer Zeit erlangte der Hokkaido durch die Softbank-Werbung in Japan mit dem weißen Hokkaido-Hund Kai-kun landesweite Bekanntheit. International bleibt die Rasse außerordentlich selten.

Kosten im Überblick

Futter45,00 €/Monat
Versicherung30,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)20,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges15,00 €/Monat
Gesamt120,00 €/Monat
Jährlich1.440,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Hokkaido

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Hokkaido-Besitzer empfehlenswert. Trotz seiner grundsätzlich friedlichen Natur kann der Hokkaido als kräftiger, jagdtriebiger Hund in unerwarteten Situationen Schäden verursachen. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde ohnehin Pflicht. Eine ausreichende Deckungssumme bietet finanziellen Schutz.

Häufige Fragen zum Hokkaido

Ist ein Hokkaido ein guter Familienhund?

Ja, der Hokkaido ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Hokkaido im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Hokkaido betragen durchschnittlich 120,00 €. Das umfasst Futter (45,00 €), Versicherung (30,00 €), Tierarzt (20,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (15,00 €).

Ist ein Hokkaido für Anfänger geeignet?

Der Hokkaido ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Hokkaido?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Hokkaido braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

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