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Schweizer Laufhund

Der edle Fährtenleser aus der Schweizer Jagdtradition

Steckbrief

FCI-Nr.
59
Herkunft
Schweiz
Größe
4959 cm
Gewicht
1520 kg
Lebenserwartung
1214 Jahre
Gruppe
Laufhunde und Schweißhunde
Charakter
AusdauerndFeinLeidenschaftlichFreundlichEigenständig
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Schweizer Laufhund ist eine der ältesten und traditionsreichsten Jagdhundrassen Europas, die seit dem Mittelalter in den Alpen und Mittellandregionen der Schweiz für die Jagd auf Hasen und Füchse eingesetzt wird. Unter dem Oberbegriff Schweizer Laufhund werden vier Varietäten zusammengefasst: der Berner, der Jura, der Luzerner und der Schwyzer Laufhund, die sich in der Fellfarbe unterscheiden, aber denselben eleganten, edlen Körperbau und dieselben hervorragenden jagdlichen Eigenschaften teilen. Diese Rasse verkörpert die jahrhundertealte Schweizer Jagdtradition wie kaum eine andere. Mit einer Schulterhöhe von 49 bis 59 Zentimetern und einem Gewicht von 15 bis 20 Kilogramm ist der Schweizer Laufhund ein mittelgroßer, edel gebauter Jagdhund von bemerkenswerter Eleganz. Sein Körperbau ist schlank, langgestreckt und auf Ausdauer ausgelegt, mit einer tiefen Brust, einem geraden Rücken und langen, kräftigen Läufen. Das kurze, dichte Fell variiert je nach Varietät: Der Berner zeigt weiß mit schwarzen Platten und lohfarbenen Abzeichen, der Jura ist einfarbig lohfarben mit schwarzem Sattel, der Luzerner hat ein blaues, gesprenkeltes Fell mit schwarzen Flecken und lohfarbenen Abzeichen, und der Schwyzer zeigt weiß mit orangefarbenen Platten. Die besonders langen, tief angesetzten Ohren sind ein markantes Rassemerkmal. Der Charakter des Schweizer Laufhundes ist von einer intensiven Jagdpassion, einer feinen Nase und einer lautfreudigen, ausdauernden Arbeitsweise geprägt. Im häuslichen Umfeld zeigt er sich als freundlicher, sanfter Begleiter, der eine enge Bindung an seine Familie aufbaut und sich mit Kindern gut versteht. Auf der Jagd entfaltet er seine wahre Größe: Mit einer der besten Nasen unter den europäischen Laufhunden verfolgt er Fährten über Stunden mit unermüdlicher Ausdauer und gibt dabei seinen charakteristischen, melodischen Spurlaut. Der Bewegungsbedarf ist hoch. Mindestens zwei Stunden aktive Bewegung pro Tag in abwechslungsreichem Gelände sind notwendig. Fährtenarbeit und Nasenspiele sind ideal zur geistigen Auslastung. In den Bergen und Wäldern der Schweiz findet er seine natürliche Bestimmung. Die Pflege des kurzen Fells ist minimal. Gelegentliches Bürsten genügt. Die langen Ohren erfordern besondere Aufmerksamkeit und regelmäßige Reinigung, um Entzündungen vorzubeugen. Insgesamt ist der Schweizer Laufhund ein edler, passionierter Jagdhund für erfahrene Halter, die einen vielseitigen, freundlichen Begleiter mit einer der feinsten Nasen der europäischen Hundewelt suchen.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Schweizer Laufhund ist für das Leben in ländlicher Umgebung mit viel Auslauf geschaffen. Eine Wohnungshaltung ist für diesen aktiven Jagdhund nicht empfehlenswert. Ein Haus mit großem, sicher eingezäuntem Garten in naturnaher Lage ist ideal. Mindestens zwei Stunden aktive Bewegung pro Tag sind erforderlich. Er eignet sich besonders für Jäger und sehr aktive, naturverbundene Familien. Sein melodischer, weithin hörbarer Spurlaut macht eine Haltung in dicht besiedelten Gebieten problematisch. In der Mehrhundehaltung ist er als geselliger Laufhund meist gut verträglich. Kälte verträgt er gut, extreme Hitze weniger.

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Ernährung

Der Schweizer Laufhund benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter, das seinem aktiven Naturell als Jagdhund gerecht wird. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind für erwachsene Hunde empfehlenswert, um das Risiko einer Magendrehung zu verringern. Die Futtermenge richtet sich nach Alter, Gewicht und Aktivitätsgrad. An Jagdtagen kann der Energiebedarf erheblich steigen. Eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigem tierischem Protein und angemessenem Fettgehalt ist ideal. Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Gesundheit von Haut und Fell. Frisches Trinkwasser muss stets zur Verfügung stehen. Das Gewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden, da diese Rasse bei zu wenig Bewegung zu Übergewicht neigt.

Gesundheit & Krankheiten

Der Schweizer Laufhund ist eine grundsätzlich gesunde, robuste Rasse. Die besonders langen Hängeohren sind anfällig für Ohrenentzündungen und bedürfen regelmäßiger Pflege und Kontrolle. Hüftgelenksdysplasie kann gelegentlich auftreten. Augenerkrankungen sollten bei Zuchttieren überprüft werden. Magendrehung ist aufgrund der tiefen Brust ein potenzielles Risiko. Der Schweizer Laufhund kann bei ungenügender Bewegung zu Übergewicht neigen, was seine Gelenke belastet. Die Lebenserwartung von zwölf bis vierzehn Jahren ist für einen Hund dieser Größe gut. Verantwortungsvolle Züchter führen umfassende Gesundheitstests durch. Regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen und aktueller Impfschutz sind empfehlenswert.

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Erziehung

Der Schweizer Laufhund ist ein sensibler, intelligenter Hund, der bei geduldiger, konsequenter Erziehung gut anspricht. Sein ausgeprägter Jagdtrieb macht den Rückruf zur besonderen Herausforderung, weshalb dieses Training von Anfang an intensiv geübt werden sollte. Positive Verstärkung ist die effektivste Erziehungsmethode. Harte oder laute Korrekturen verunsichern diesen sensiblen Hund und sind kontraproduktiv. Frühe Sozialisierung mit verschiedenen Umgebungen und Lebewesen ist wichtig. Der Besuch einer Hundeschule wird empfohlen. Fährtenarbeit und Nasenspiele sind hervorragende Möglichkeiten, um den Hund zu fördern und gleichzeitig die Bindung zu stärken.

Geschichte & Herkunft

Der Schweizer Laufhund gehört zu den ältesten Jagdhundrassen Europas. Bereits im Mittelalter wurden Laufhunde dieses Typs in der Schweiz für die Jagd eingesetzt, wie Darstellungen aus dem 15. Jahrhundert belegen. Italienische Adlige schätzten die Schweizer Laufhunde so sehr, dass sie sie im 18. Jahrhundert importierten. Die vier Varietäten – Berner, Jura, Luzerner und Schwyzer – entwickelten sich in den verschiedenen Regionen der Schweiz und spiegeln die lokalen Jagdtraditionen wider. Die FCI erkannte den Schweizer Laufhund unter der Nummer 59 an. Heute ist er in der Schweiz noch immer als Jagdhund im Einsatz, wenngleich die Bestände kleiner geworden sind. International ist er eine seltene und wenig bekannte Rasse.

Kosten im Überblick

Futter35,00 €/Monat
Versicherung30,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)25,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges15,00 €/Monat
Gesamt115,00 €/Monat
Jährlich1.380,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Schweizer Laufhund

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Schweizer-Laufhund-Besitzer empfehlenswert. Obwohl der Schweizer Laufhund ein freundlicher, sanfter Hund ist, kann sein ausgeprägter Jagdtrieb in bestimmten Situationen zu unvorhergesehenen Zwischenfällen führen. In mehreren deutschen Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde Pflicht. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro ist ratsam.

Häufige Fragen zum Schweizer Laufhund

Ist ein Schweizer Laufhund ein guter Familienhund?

Ja, der Schweizer Laufhund ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Schweizer Laufhund im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Schweizer Laufhund betragen durchschnittlich 115,00 €. Das umfasst Futter (35,00 €), Versicherung (30,00 €), Tierarzt (25,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (15,00 €).

Ist ein Schweizer Laufhund für Anfänger geeignet?

Der Schweizer Laufhund ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Schweizer Laufhund?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Schweizer Laufhund braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

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