St. John's Water Dog
Der ausgestorbene Urahn aller Retriever aus Neufundland
Steckbrief
- Herkunft
- Neufundland, Kanada
- Größe
- 45–58 cm
- Gewicht
- 20–35 kg
- Lebenserwartung
- 10–14 Jahre
- Gruppe
- Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde
Charakter & Wesen
Haltung & Pflege
Der St. John's Water Dog lebte in engster Gemeinschaft mit den Fischerfamilien Neufundlands, häufig im Haus der Familie und stets in unmittelbarer Nähe zum Wasser und zu den Fischerbooten. Er war kein Hund für eine eingesperrte Haltung, sondern brauchte den freien Zugang zum Meer und die tägliche Arbeit in der Fischerei. Ohne regelmäßige Wasserarbeit und körperliche Auslastung wäre dieser hochaktive Arbeitshund unglücklich geworden. Seine Verträglichkeit mit anderen Hunden und sein freundliches Wesen machten ihn zu einem angenehmen Gemeinschaftshund in den kleinen Fischerdörfern.
Ernährung (historisch)
Der St. John's Water Dog wurde von den neufundländischen Fischern mit dem ernährt, was die Fischerei hergab. Fisch und Fischabfälle bildeten den Hauptbestandteil seiner Nahrung, ergänzt durch Brot, Haferflocken und gelegentlich Fleischreste. Die proteinreiche Fischkost war für einen so aktiven Wasserhund ideal und lieferte zudem reichlich Omega-3-Fettsäuren, die sein wasserabweisendes Fell in gutem Zustand hielten. Während der Fischfangsaison war die Versorgung reichlich, in den Wintermonaten mussten Mensch und Hund gleichermaßen mit knapperen Rationen auskommen.
Gesundheit (historisch)
Als ausgestorbene Rasse liegen keine systematischen Gesundheitsdaten über den St. John's Water Dog vor. Historische Berichte beschreiben ihn als außerordentlich robusten und widerstandsfähigen Hund, der den extremen klimatischen Bedingungen Neufundlands mit eiskaltem Atlantikwasser und harten Wintern standhalten konnte. Sein dichtes, wasserabweisendes Fell schützte ihn vor Unterkühlung. Gelenkprobleme durch die ständige Arbeit im Wasser und auf rutschigen Bootsdecks sind wahrscheinlich, ebenso wie Ohrenentzündungen durch die häufige Wasserexposition. Die natürliche Selektion durch die harte Arbeitsumgebung dürfte schwächere Tiere frühzeitig ausgesondert und so zu einer insgesamt robusten Konstitution beigetragen haben.
Erziehung (historisch)
Der St. John's Water Dog war für seine natürliche Kooperationsbereitschaft und Lernfreude bekannt, Eigenschaften, die ihn zum idealen Arbeitshund der Fischer machten und die er an seine Retriever-Nachkommen vererbte. Die Ausbildung erfolgte praxisorientiert am Fischerboot, wo junge Hunde von erfahrenen Tieren das Apportieren von Fischen und Netzen sowie das Schwimmen in der rauen See lernten. Sein weicher Fang und seine Bereitschaft, Befehle prompt auszuführen, erforderten wenig formales Training. Die enge Bindung an seinen Besitzer und sein Wille zu gefallen machten ihn zu einem besonders leicht erziehbaren Hund.
Geschichte & Herkunft
Der St. John's Water Dog entwickelte sich ab dem 16. Jahrhundert auf der Insel Neufundland aus einer Mischung von Hunden, die portugiesische, baskische, englische und irische Fischer mitbrachten. In der harten Umgebung der Nordatlantik-Fischerei entstand ein spezialisierter Wasserhund, der beim Einholen der Netze half und Fische apportierte. Im frühen 19. Jahrhundert importierten britische Aristokraten diese Hunde nach England. Der Earl of Malmesbury prägte den Namen Labrador Dog für diese Hunde und begann die systematische Zucht zum Labrador Retriever. Lord Tweedmouth kreuzte einen importierten Hund mit einem Tweed Water Spaniel und schuf so die Grundlage für den Golden Retriever. Strenge Hundesteuergesetze in Neufundland und Quarantänevorschriften in Großbritannien verhinderten den Nachschub und der reine Typ starb in den 1980er Jahren aus.
Häufige Fragen zum St. John's Water Dog
Warum ist der St. John's Water Dog ausgestorben?
Der St. John's Water Dog entwickelte sich ab dem 16. Jahrhundert auf der Insel Neufundland aus einer Mischung von Hunden, die portugiesische, baskische, englische und irische Fischer mitbrachten. In der harten Umgebung der Nordatlantik-Fischerei entstand ein spezialisierter Wasserhund, der beim Einholen der Netze half und Fische apportierte. Im frühen 19. Jahrhundert importierten britische Aristokraten diese Hunde nach England. Der Earl of Malmesbury prägte den Namen Labrador Dog für diese Hunde und begann die systematische Zucht zum Labrador Retriever. Lord Tweedmouth kreuzte einen importierten Hund mit einem Tweed Water Spaniel und schuf so die Grundlage für den Golden Retriever. Strenge Hundesteuergesetze in Neufundland und Quarantänevorschriften in Großbritannien verhinderten den Nachschub und der reine Typ starb in den 1980er Jahren aus.
Wann ist der St. John's Water Dog ausgestorben?
Der St. John's Water Dog gehört zu den ausgestorbenen Hunderassen. Details zur genauen Zeitperiode des Verschwindens finden sich in der Geschichte dieser Rasse weiter oben auf dieser Seite.
Gibt es heute noch Nachfahren des St. John's Water Dog?
Viele moderne Hunderassen tragen Gene des St. John's Water Dog in sich. Durch gezielte Zucht und Kreuzungen haben Merkmale dieser historischen Rasse in heutigen Rassen überlebt, auch wenn der St. John's Water Dog selbst nicht mehr existiert.
Wie sah der St. John's Water Dog aus?
Der St. John's Water Dog ist eine ausgestorbene Hunderasse aus Neufundland in Kanada, die als Urahn aller modernen Retrieverrassen gilt und damit eine der einflussreichsten Hunderassen der Geschichte darstellt. Von diesem mittelgroßen, wasserbegeisterten Arbeitshund stammen der Labrador Retriever, d...
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