Afrikanische Wildkatze (Felis lybica)
Die Urmutter aller Hauskatzen ist die faszinierende afrikanische Wildkatze, von der alle Stubentiger abstammen.
Steckbrief
- Herkunft
- Afrika / Naher Osten
- Gewicht
- 3–6 kg
- Lebenserwartung
- 12–16 Jahre
Charakter & Wesen
Die Afrikanische Wildkatze (Felis lybica), auch als Falbkatze bekannt, ist der direkte Vorfahre aller Hauskatzen weltweit und damit die wohl bedeutendste Wildkatzenart in der Geschichte der Mensch-Tier-Beziehung. Vor etwa 10.000 Jahren begann im Fruchtbaren Halbmond des Nahen Ostens die Domestikation dieser Art, als Wildkatzen sich den fruehen landwirtschaftlichen Siedlungen naeherten, um die dort zahlreich vorhandenen Maeuuse zu jagen. Diese Seite beschreibt den wilden Urahn aller Stubentiger und ist keine Anleitung zur Haltung, die in Deutschland ohne Genehmigung verboten ist. Die Afrikanische Wildkatze aehnelt aeusserlich einer schlanken, langbeinigen Hauskatze mit sandbraunem bis graubraunem Fell. Sie wiegt zwischen 3 und 6 Kilogramm und ist damit etwa so gross wie eine durchschnittliche Hauskatze. Ihr Fell ist kurz und dicht, mit einer dezenten Tabby-Zeichnung, die als verwaschene Streifen und Flecken erscheint. Die Ohren sind rotbraun gefaerbt, die Bauchseite ist heller. Im Vergleich zur Europaeischen Wildkatze ist die Afrikanische Wildkatze schlanker, hochbeiniger und hat einen laengeren, spitz zulaufenden Schwanz. Die Aehnlichkeit mit einer getigerten Hauskatze ist verbleueffend und macht die Unterscheidung im Feld schwierig. Die Geschichte der Domestikation der Afrikanischen Wildkatze ist eine der faszinierendsten Kapitel der Kulturgeschichte. Genetische Studien haben gezeigt, dass alle etwa 600 Millionen Hauskatzen weltweit von einer kleinen Population Afrikanischer Wildkatzen aus dem Nahen Osten abstammen. Im Gegensatz zu Hunden, Schafen und Rindern war die Domestikation der Katze kein aktiver Prozess des Menschen, sondern eine Selbst-Domestikation: Die Wildkatzen naeherten sich freiwillig menschlichen Siedlungen, weil die Kornsspeicher eine reiche Maeusequelle boten. Im Laufe der Jahrtausende entwickelten sich zahmere Individuen, die die Naehe zum Menschen tolerierten und schliesslich zu Gefoaehrten wurden. In freier Wildbahn ist die Afrikanische Wildkatze ein anpassungsfaehiger Einzelgaenger, der eine Vielzahl von Lebensraeumen besiedelt, von Halbwuesten und Steppen ueber Savannen bis zu lichten Waeldern. Sie meidet nur dichte tropische Regenwaelder und die trockensten Wuestengebiete. Die Hauptbeute besteht aus Nagetieren, kleinen Voegeln, Eidechsen, Insekten und gelegentlich Hasen. Die Afrikanische Wildkatze ist vorwiegend daemmerungs- und nachtaktiv und ruht tagsueber in Erdhoeahlen, Felsspalten oder dichtem Gestruepp. Die groesste Bedrohung fuer die Afrikanische Wildkatze ist die Hybridisierung mit verwilderten Hauskatzen. In vielen Gebieten, besonders im Nahen Osten und Nordafrika, sind reine Afrikanische Wildkatzen selten geworden, da sich die Art mit freilebenden Hauskatzen kreuzt und die genetische Integritaet verliert. Naturschutzorganisationen setzen sich fuer den Schutz reiner Wildkatzenpopulationen ein. Trotz dieser Bedrohung wird die Art von der IUCN insgesamt als nicht gefaehrdet eingestuft. Die Afrikanische Wildkatze ist der lebende Beweis dafuer, dass unsere Stubentiger im Herzen noch immer wilde Jaeger sind.
Haltung
Die Haltung der Afrikanischen Wildkatze in Privathand ist in Deutschland genehmigungspflichtig und unterliegt strengen Auflagen. Nur Zoos, Wildparks und spezialisierte Forschungseinrichtungen halten diese Art in der Regel. Ein naturnahes Gehege mit Versteckmoglichkeiten, Klettergelegenheiten und ausreichend Platz ist erforderlich. Obwohl die Afrikanische Wildkatze der Vorfahre aller Hauskatzen ist, bleibt sie in reiner Form ein scheues Wildtier. Eine Domestikation einzelner Tiere ist nicht moeglich. Verwilderte Hauskatzen in Wildkatzen-Gebieten sollten kastriert werden, um Hybridisierung zu verhindern.
Ernährung
Die Afrikanische Wildkatze ist ein strikter Fleischfresser, der in freier Wildbahn vorwiegend Nagetiere, kleine Voegel und Reptilien erbeutet. In Gefangenschaft (Zoos, Forschungseinrichtungen) wird sie mit ganzen Beutetieren wie Maeusen und Kueken gefuettert, ergaenzt durch hochwertiges rohes Fleisch. Kommerzielles Katzenfutter ist als alleinige Nahrung nicht artgerecht. Die taegliche Futtermenge betraegt etwa 150-300g. Die Fuetterung sollte das natuerliche Jagdverhalten moeglichst simulieren. Nahrungsergaenzungsmittel koennen nach tieraerztlicher Beratung noetig sein.
Gesundheit
Die Afrikanische Wildkatze ist als natuerlich vorkommende Art gut an verschiedenste Klimazonen angepasst und grundsaetzlich robust. In freier Wildbahn koennen parasitaere Erkrankungen wie Wuermer und Ektoparasiten auftreten. Bei Kontakt mit Hauskatzen besteht das Risiko der Uebertragung von FeLV, FIV und anderen Infektionskrankheiten. Tollwut kann in manchen Verbreitungsgebieten vorkommen. In Gefangenschaft koennen stressbedingte Erkrankungen und Verhaltensstoerungen auftreten. Die tieraerztliche Versorgung erfordert einen auf Wildtiere spezialisierten Veternaer.
Kosten im Überblick
| Futter | 0,00 €/Monat |
| Versicherung | 0,00 €/Monat |
| Tierarzt | 0,00 €/Monat |
| Sonstiges | 0,00 €/Monat |
| Gesamt | 0,00 €/Monat |
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