Manul (Pallaskatze)

Der Internet-Star mit dem grimmigen Blick ist ein faszinierender Bewohner der zentralasiatischen Steppen.

Steckbrief

Herkunft
Zentralasien
Gewicht
25 kg
Lebenserwartung
1015 Jahre
Charakter
EigenbraetlerischScheuStoischEinzelgaengerisch
Aktivität
Pflege
Haaren

Charakter & Wesen

Der Manul, auch Pallaskatze (Otocolobus manul) genannt, ist eine kleine Wildkatze aus den Steppen und Halbwuesten Zentralasiens und zweifellos eine der beruehmtesten Wildkatzen des Internets. Benannt nach dem deutsch-baltischen Naturforscher Peter Simon Pallas, der die Art 1776 erstmals wissenschaftlich beschrieb, hat der Manul in den letzten Jahren durch seine unglaublich ausdrucksstark wirkenden Gesichtsausdruecke und sein fluffy Erscheinungsbild einen regelrechten Kult-Status in den sozialen Medien erlangt. Trotz seines niedlichen Aussehens ist der Manul ein reines Wildtier, das sich nicht als Haustier eignet. Der Manul ist ungefaehr so gross wie eine Hauskatze, wirkt aber durch sein extrem dichtes, langes Fell deutlich massiger. Sein Fell ist das dichteste aller Katzenarten mit bis zu 9.000 Haaren pro Quadratzentimeter und dient als Isolation gegen die extremen Temperaturen seines Lebensraums, wo es im Winter bis minus 50 Grad Celsius kalt werden kann. Die Grundfarbe ist silbergrau bis gelblich-braun mit feiner Streifung. Der breite, flache Kopf mit den tief sitzenden Ohren und den runden Pupillen, die einzigartig unter den Kleinkatzen sind, verleiht dem Manul seinen charakteristischen grimmigen Gesichtsausdruck. Der Manul bewohnt die kargen Steppen, Halbwuesten und Felslandschaften Zentralasiens von Iran ueber Kasachstan und die Mongolei bis nach China und Tibet in Hoehen von bis zu 5.000 Metern. Er ist ein Spezialist fuer extreme Bedingungen und hat sich perfekt an das Leben in offenen, baumlosen Landschaften angepasst. Seine Hauptbeute sind Pikas, kleine hasenaehnliche Saeugetiere, sowie Wuehlmaeuse, Murmeltiere und gelegentlich Voegel. Der Manul jagt ueberwiegend in der Daemmerung und nutzt Felsen und Erdloeecher als Verstecke. Die Internet-Beruehmtheit des Manuls hat zu einem besorgniserregenden Trend gefuehrt: Immer mehr Menschen wuenschen sich einen Manul als Haustier. Experten warnen eindringlich davor. Manuls sind extrem stressanfaellig, leiden in Gefangenschaft haeufig unter Krankheiten, die durch ihr schwaches Immunsystem verursacht werden, und zeigen in menschlicher Naehe panisches Fluchtverhalten. Selbst in Zoos ist die Haltung von Manuls eine grosse Herausforderung, da die Tiere anfaellig fuer Infektionskrankheiten sind, die in ihrem natuerlichen, duenn besiedelten Lebensraum nicht vorkommen. Die Sterblichkeitsrate von Manul-Kaetzchen in Zoos ist hoch. Der Manul steht auf der Roten Liste der IUCN als potenziell gefaehrdet und wird durch CITES geschuetzt. Die Hauptbedrohungen sind der Verlust des Lebensraums, die Vergiftung von Pikas und Nagetieren durch Pestizide, die Bejagung wegen des Fells und der illegale Tierhandel. Schutzprogramme wie das Pallas Cat International Conservation Alliance (PICA) arbeiten daran, die verbliebenen Populationen zu sichern und das Bewusstsein fuer den Schutz dieser einzigartigen Wildkatze zu schaerfen.

Haltung

Der Manul ist unter keinen Umstaenden als Haustier geeignet. In Deutschland ist die Haltung ausschliesslich in zoologischen Einrichtungen unter strengen Auflagen moeglich. Die Gehege muessen kuehle, trockene Bedingungen mit Felsstrukturen, Hoehlen und weiten Blickfeldern bieten. Hohe Luftfeuchtigkeit ist schaedlich fuer Manuls. Besuchernaehe muss minimiert werden, da die Tiere extrem stressanfaellig sind. Diese Informationsseite soll die Faszination fuer die Wildkatze foerdern, nicht die Haltung.

Ernährung

In freier Wildbahn ernaehrt sich der Manul hauptsaechlich von Pikas, Wuehlmaeuse, kleinen Nagetieren und gelegentlich Voegeln. In zoologischen Einrichtungen erhalten Manuls eine Diaet aus Kueken, Ratten, Maeusen und Fleischstuecken. Etwa 150-250g taeglich sind ausreichend. Die Fuetterung muss stressfrei gestaltet werden, da Manuls in menschlicher Naehe oft das Fressen verweigern. Lebende oder frisch getoetete Beutetiere werden in manchen Zoos als Bereicherung angeboten.

Gesundheit

Manuls haben ein ungewoehnlich schwaches Immunsystem, das an ihren duenn besiedelten natuerlichen Lebensraum angepasst ist. In Gefangenschaft sind sie extrem anfaellig fuer Toxoplasmose, die bei Manuls fast immer toedlich verlaeuft. Auch andere Infektionskrankheiten, die Hauskatzen problemlos ueberstehen, koennen fuer Manuls fatal sein. Die Jungtierssterblichkeit in Zoos ist sehr hoch. Stressbedingte Erkrankungen sind in Gefangenschaft haeufig. Nur wenige Zoos weltweit haben die Erfahrung, Manuls erfolgreich zu halten und zu zuechten.

Kosten im Überblick

Futter100,00 €/Monat
Versicherung55,00 €/Monat
Tierarzt85,00 €/Monat
Sonstiges55,00 €/Monat
Gesamt295,00 €/Monat

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