Alle Ratgeber
anschaffungHund 10 Min. Lesezeit

Hund aus dem Tierheim: Was du wissen musst

Hund aus dem Tierheim: Was du wissen musst


Jedes Jahr warten Zehntausende Hunde in deutschen Tierheimen auf ein neues Zuhause. Einen Tierheimhund zu adoptieren ist eine großartige Entscheidung — für den Hund und für dich. Aber es gibt einiges zu beachten, damit der Start ins gemeinsame Leben gelingt.


Warum ein Hund aus dem Tierheim?


Es gibt viele gute Gründe für einen Tierheimhund:


  • **Du rettest ein Leben:** Jeder adoptierte Hund macht Platz für einen neuen Notfall.
  • **Erfahrene Einschätzung:** Die Mitarbeiter kennen den Hund und können dir ehrlich sagen, welcher Hund zu dir passt.
  • **Oft günstiger:** Die Schutzgebühr (200–400 Euro) ist deutlich geringer als der Kaufpreis beim Züchter.
  • **Hund ist oft schon geimpft und gechipt:** Die Schutzgebühr deckt Impfungen, Kastration und Chipimplantation ab.
  • **Gutes Gewissen:** Du unterstützt den Tierschutz und finanzierst mit der Schutzgebühr die Arbeit des Tierheims.

  • Der Ablauf: So adoptierst du einen Tierheimhund


    Schritt 1: Informiere dich


    Bevor du ins Tierheim gehst, überlege genau:


  • Passt ein Hund in dein Leben? Hast du genug Zeit, Platz und finanzielle Mittel?
  • Welche Größe und welcher Aktivitätslevel passt zu dir?
  • Bist du bereit, auch einen Hund mit Vorgeschichte oder kleineren Problemen aufzunehmen?
  • Erlaubt dein Vermieter Hundehaltung?

  • Schritt 2: Tierheim besuchen


  • Besuche das Tierheim zu den regulären Besuchszeiten
  • Lass dich von den Mitarbeitern beraten — sie kennen die Hunde am besten
  • Verliebe dich nicht sofort in den ersten Hund. Lass dir Zeit und komm mehrmals.
  • Frage nach der Vorgeschichte, dem Verhalten und bekannten Problemen

  • Schritt 3: Kennenlernen


  • Gehe mehrmals mit dem Hund spazieren
  • Beobachte sein Verhalten: Wie reagiert er auf andere Hunde, Menschen, Straßenverkehr?
  • Wenn du andere Haustiere hast, organisiere ein Treffen
  • Nimm dir mindestens 2–3 Besuche Zeit, bevor du dich entscheidest

  • Schritt 4: Vorkontrolle


    Die meisten Tierheime führen eine Vorkontrolle durch:


  • Ein Mitarbeiter besucht dein Zuhause
  • Es wird geprüft, ob die Haltungsbedingungen geeignet sind
  • Garten eingezäunt? Wohnung groß genug? Vermietererlaubnis vorhanden?
  • Das ist kein Grund zur Nervosität — es dient dem Schutz des Hundes

  • Schritt 5: Schutzvertrag und Übergabe


  • Du unterschreibst einen Schutzvertrag
  • Die Schutzgebühr wird fällig (200–400 Euro)
  • Du erhältst den Impfpass, EU-Heimtierausweis und alle Gesundheitsunterlagen
  • Der Hund darf mit nach Hause

  • Die Eingewöhnung: Die 3-3-3-Regel


    Für Tierheimhunde gilt die bewährte 3-3-3-Regel:


    Die ersten 3 Tage: Ankommen


  • Der Hund ist überwältigt und verunsichert
  • Er frisst vielleicht wenig, ist sehr ruhig oder sehr unruhig
  • Lass ihn in Ruhe ankommen, keine Besuche, keine Ausflüge
  • Zeige ihm seine Schlafstelle, Futter und Wasser
  • Kurze, ruhige Spaziergänge in der direkten Umgebung

  • Die ersten 3 Wochen: Einleben


  • Der Hund beginnt, sich einzugewöhnen
  • Sein wahres Wesen zeigt sich langsam
  • Eventuell tauchen erste Verhaltensprobleme auf
  • Baue langsam eine Routine auf
  • Beginne mit einfachem Training

  • Die ersten 3 Monate: Ankommen


  • Der Hund hat Vertrauen aufgebaut
  • Er kennt die Regeln und den Tagesablauf
  • Sein Charakter zeigt sich vollständig
  • Die Bindung vertieft sich
  • Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Hundeschule und größere Ausflüge

  • Häufige Herausforderungen bei Tierheimhunden


    Unsicherheit und Angst


    Viele Tierheimhunde haben negative Erfahrungen gemacht. Geduld ist der Schlüssel:


  • Lass den Hund das Tempo bestimmen
  • Zwinge ihn zu nichts
  • Belohne mutiges Verhalten
  • Schimpfe nie — das verstärkt die Angst

  • Stubenreinheit


    Manche Tierheimhunde sind nicht stubenrein, weil sie lange im Zwinger gelebt haben:


  • Beginne wie bei einem Welpen: Alle 2 Stunden raus
  • Nach dem Schlafen, Fressen und Spielen raus
  • Überschwänglich loben, wenn er draußen sein Geschäft macht
  • Drinnen ohne Kommentar aufwischen

  • Trennungsangst


    Hunde, die ein Zuhause verloren haben, entwickeln oft Verlustangst:


  • Trainiere das Alleinbleiben von Anfang an in kleinen Schritten
  • Beginne mit 1 Minute und steigere langsam
  • Eine Hundebox kann als sicherer Rückzugsort helfen

  • Die richtige Versicherung


    Vergiss nicht, dich rechtzeitig um die Versicherung zu kümmern:


  • **Hundehaftpflicht:** Sollte am ersten Tag bestehen. Über CHECK24 findest du Tarife ab 4 Euro monatlich.
  • **OP-Versicherung:** Gerade bei Tierheimhunden mit unbekannter Vorgeschichte sinnvoll.

  • Erstausstattung für den Tierheimhund


    Die Grundausstattung ist die gleiche wie für jeden anderen Hund. Bei Amazon und Fressnapf findest du alles, was du brauchst:


  • Futter- und Wassernapf
  • Körbchen oder Hundebett
  • Leine und Geschirr (kein Halsband für Hunde mit Angst)
  • Transportbox oder Sicherheitsgurt fürs Auto
  • Leckerlis für das Training
  • Kauartikel und Kong für die Beschäftigung

  • Fazit


    Einem Tierheimhund ein Zuhause zu geben ist eine der schönsten Entscheidungen, die du treffen kannst. Es braucht etwas mehr Geduld und Verständnis als bei einem Welpen vom Züchter, aber die Dankbarkeit eines Tierheimhundes ist unbezahlbar. Gib dem Hund die Zeit, die er braucht, und ihr werdet ein unschlagbares Team.

    Weitere Ratgeber