Ausgestorbene Rasse

Alaunt

Der furchtlose Kriegshund des Mittelalters

Steckbrief

Herkunft
Europa (Zentralasien)
Größe
6075 cm
Gewicht
4065 kg
Lebenserwartung
812 Jahre
Gruppe
Ausgestorbene Rassen
Charakter
FurchtlosLoyalKraftvollDominantWachsam
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Alaunt war ein imposanter, furchtloser Kriegshund des Mittelalters, der seinen Ursprung bei den nomadischen Alanen hatte, einem iranischstämmigen Reitervolk, das im ersten bis vierten Jahrhundert nach Christus die Steppen Zentralasiens und des Kaukasus durchstreifte. Diese mächtigen Hunde begleiteten die Alanen auf ihren Wanderungen durch Europa und verbreiteten sich im Zuge der Völkerwanderung über den gesamten Kontinent, von der Iberischen Halbinsel bis nach Britannien und von Gallien bis nach Italien. Der Alaunt wurde in mittelalterlichen Quellen als ein Hund von außergewöhnlicher Größe, Stärke und Unerschrockenheit beschrieben, der sowohl im Krieg als auch bei der Jagd auf Großwild wie Bären, Wildschweine und Auerochsen eingesetzt wurde. Die physische Erscheinung des Alaunts variierte je nach Region und Verwendungszweck erheblich, doch im Allgemeinen handelte es sich um einen großen, muskulösen Hund mit einem breiten, massiven Kopf, kräftigen Kiefern und einem kurzen bis mittellangen Fell. Mittelalterliche Chronisten unterschieden mindestens drei Haupttypen: den Alaunt Gentil, einen leichteren, windhundartigen Typ, der für die Hetzjagd verwendet wurde; den Alaunt Veutrère, einen mittelgroßen Spürhund; und den Alaunt de Boucherie, den schwersten und massigsten Typ, der als Kriegs- und Schutzhund diente und als direkter Vorfahre der modernen Bulldoggen und Mastiffs gilt. Im mittelalterlichen Europa spielte der Alaunt eine zentrale Rolle in der feudalen Gesellschaft. Die Jagd mit Alaunts war ein Privileg des Adels, und der Besitz solcher Hunde galt als Statussymbol. In der Kriegsführung wurden Alaunts mit Kettenpanzern oder Stachelhalsbändern ausgestattet und gegen feindliche Kavallerie und Infanterie eingesetzt. König Heinrich III. von England soll über mehrere Hundert Alaunts verfügt haben, die in der Schlacht und bei der königlichen Jagd zum Einsatz kamen. Das berühmte Jagdbuch von Gaston Phoebus aus dem 14. Jahrhundert beschreibt den Alaunt ausführlich als den mutigsten und stärksten aller Jagdhunde. Mit dem Ende des Mittelalters und den Veränderungen in der Kriegsführung durch den Einsatz von Schusswaffen verlor der Alaunt seine militärische Bedeutung. Die Rasse ging allmählich in verschiedenen regionalen Typen auf, die sich zu den heutigen Doggenrassen, Bulldoggen und Mastiffs entwickelten. Der spanische Alano, der als letzter direkter Nachkomme des Alaunts gilt, überlebte bis ins 20. Jahrhundert und wird heute in Spanien in kleinen Zahlen wieder gezüchtet. Der ursprüngliche Alaunt jedoch ist als eigenständige Rasse seit dem 17. Jahrhundert ausgestorben. Die historische Bedeutung des Alaunts für die Entwicklung der modernen Molosser- und Doggenrassen kann kaum überschätzt werden. Sein genetisches Erbe lebt in zahlreichen heutigen Rassen fort, darunter die Englische Bulldogge, der Mastiff, die Deutsche Dogge, der Dogo Argentino und der Alano Español.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Nicht ideal für Kleinkinder

Der Alaunt war kein Haustier im modernen Sinne, sondern ein Arbeitshund, der in den Zwingern der Burgen und Gutshöfe gehalten wurde. Er benötigte enormen Auslauf und eine klare Aufgabe, sei es die Jagd, der Kriegsdienst oder die Bewachung von Vieh und Besitz. Eine Haltung in beengten Verhältnissen war für diesen großen, energiegeladenen Hund nicht möglich. Als ausgestorbene Rasse ist eine Haltung heute nicht mehr möglich. Interessenten an ähnlichen Typen können sich mit dem Alano Español, dem Dogo Canario oder dem Presa Canario befassen.

Ernährung (historisch)

Der Alaunt wurde in seiner aktiven Zeit als Kriegs- und Jagdhund mit rohem Fleisch, Innereien und Knochen ernährt, ergänzt durch Brot und Getreidebrei. Mittelalterliche Jagdbücher enthalten detaillierte Anweisungen zur Fütterung von Jagdhunden, die auf eine proteinreiche Ernährung ausgelegt waren. Die tägliche Futtermenge für einen großen Alaunt war beträchtlich und konnte mehrere Kilogramm Fleisch pro Tag umfassen. Diese historische Rasse existiert heute nicht mehr, weshalb keine modernen Fütterungsempfehlungen gegeben werden können.

Gesundheit (historisch)

Als ausgestorbene historische Rasse liegen keine modernen veterinärmedizinischen Daten über den Alaunt vor. Aus historischen Quellen und dem Vergleich mit verwandten Molosserrassen lässt sich ableiten, dass der Alaunt vermutlich unter ähnlichen Gesundheitsproblemen litt wie moderne Doggen und Mastiffs. Gelenkprobleme, insbesondere Hüftgelenksdysplasie, dürften aufgrund seiner Größe und seines Gewichts häufig gewesen sein. Die Lebenserwartung großer Arbeitshunde dieser Art war historisch bedingt durch die gefährliche Arbeit im Krieg und bei der Jagd ohnehin begrenzt. Herzerkrankungen und Magenprobleme wie Magendrehung sind bei vergleichbaren Rassen typisch und dürften auch den Alaunt betroffen haben.

Erziehung (historisch)

Der Alaunt galt als ein Hund von außerordentlicher Willenskraft und Dominanz, der nur von erfahrenen, durchsetzungsfähigen Hundeführern kontrolliert werden konnte. Mittelalterliche Quellen betonen, dass die Ausbildung eines Alaunts erhebliche Erfahrung und Konsequenz erforderte. Die Hunde wurden von spezialisierten Hundeführern, den sogenannten Bernariis oder Canicii, ausgebildet, die im Dienst des Adels standen. Die Ausbildung umfasste Gehorsam, Jagdtechniken und im Falle der Kriegshunde auch den Angriff auf bewaffnete Gegner. Diese historische Rasse ist ausgestorben und kann nicht mehr gehalten oder erzogen werden.

Geschichte & Herkunft

Der Alaunt hat seinen Ursprung bei den Alanen, einem sarmatisch-iranischen Nomadenvolk, das im 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. von den zentralasiatischen Steppen bis zum Kaukasus siedelte. Die Alanen züchteten große, kampfstarke Hunde für die Bewachung ihrer Herden und die Jagd auf Großwild. Als die Alanen im Zuge der Völkerwanderung nach Europa gelangten, brachten sie ihre Hunde mit. In Spanien, Frankreich, England und Italien entwickelten sich regionale Varianten des Alaunts. Das Werk „Livre de la Chasse" von Gaston Phoebus aus dem Jahr 1387 liefert die detaillierteste historische Beschreibung der Rasse. Im Laufe der Jahrhunderte ging der Alaunt in zahlreichen modernen Rassen auf und verschwand als eigenständiger Typ vermutlich im 17. Jahrhundert.

Häufige Fragen zum Alaunt

Warum ist der Alaunt ausgestorben?

Der Alaunt hat seinen Ursprung bei den Alanen, einem sarmatisch-iranischen Nomadenvolk, das im 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. von den zentralasiatischen Steppen bis zum Kaukasus siedelte. Die Alanen züchteten große, kampfstarke Hunde für die Bewachung ihrer Herden und die Jagd auf Großwild. Als die Alanen im Zuge der Völkerwanderung nach Europa gelangten, brachten sie ihre Hunde mit. In Spanien, Frankreich, England und Italien entwickelten sich regionale Varianten des Alaunts. Das Werk „Livre de la Chasse" von Gaston Phoebus aus dem Jahr 1387 liefert die detaillierteste historische Beschreibung der Rasse. Im Laufe der Jahrhunderte ging der Alaunt in zahlreichen modernen Rassen auf und verschwand als eigenständiger Typ vermutlich im 17. Jahrhundert.

Wann ist der Alaunt ausgestorben?

Der Alaunt gehört zu den ausgestorbenen Hunderassen. Details zur genauen Zeitperiode des Verschwindens finden sich in der Geschichte dieser Rasse weiter oben auf dieser Seite.

Gibt es heute noch Nachfahren des Alaunt?

Viele moderne Hunderassen tragen Gene des Alaunt in sich. Durch gezielte Zucht und Kreuzungen haben Merkmale dieser historischen Rasse in heutigen Rassen überlebt, auch wenn der Alaunt selbst nicht mehr existiert.

Wie sah der Alaunt aus?

Der Alaunt war ein imposanter, furchtloser Kriegshund des Mittelalters, der seinen Ursprung bei den nomadischen Alanen hatte, einem iranischstämmigen Reitervolk, das im ersten bis vierten Jahrhundert nach Christus die Steppen Zentralasiens und des Kaukasus durchstreifte. Diese mächtigen Hunde beglei...

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