Familienfreundlich

Azawakh

Der stolze Wüstenwindhund der Tuareg-Nomaden

Steckbrief

FCI-Nr.
307
Herkunft
Mali / Niger / Burkina Faso
Größe
6074 cm
Gewicht
1525 kg
Lebenserwartung
1013 Jahre
Gruppe
Windhunde
Charakter
StolzUnabhängigLoyalWachsamZurückhaltend
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Azawakh ist ein edler, hochbeiniger Windhund aus der Sahelzone Westafrikas, der seit Jahrhunderten als treuer Begleiter der Tuareg-Nomaden dient. Mit seiner schlanken, fast dürr wirkenden Silhouette, den langen, eleganten Gliedmaßen und dem stolzen, aufrechten Gang verkörpert dieser Hund die Weite und Strenge der afrikanischen Wüste wie kaum eine andere Rasse. In Europa ist er eine absolute Seltenheit und selbst unter Windhundkennern nur wenig verbreitet. Mit einer Schulterhöhe von 60 bis 74 Zentimetern bei einem Gewicht von lediglich 15 bis 25 Kilogramm ist der Azawakh ein außergewöhnlich hochbeiniger und schlanker Hund. Seine Muskulatur liegt trocken und deutlich sichtbar unter der feinen, eng anliegenden Haut, was ihm ein fast skulpturales Erscheinungsbild verleiht. Das Fell ist sehr kurz und fein, am Bauch oft nahezu fehlend. Die Fellfarben reichen von Sandfarben über Rotbraun bis zu gestromten Varianten, wobei weiße Abzeichen an Brust und Extremitäten häufig vorkommen. Die mandelförmigen, großen Augen verleihen dem Azawakh einen melancholischen, nachdenklichen Ausdruck. Der Charakter des Azawakh ist komplex und für Hundehalter, die an europäische Rassen gewöhnt sind, oft überraschend. Er ist seinem Besitzer und seiner Familie gegenüber von tiefer, unerschütterlicher Loyalität, zeigt diese Zuneigung aber auf seine eigene, zurückhaltende Weise. Im Gegensatz zu vielen europäischen Rassen sucht der Azawakh nicht aktiv nach Streicheleinheiten und zeigt seine Verbundenheit eher durch stille Präsenz und Wachsamkeit als durch überschwängliche Zuneigungsbekundungen. Gegenüber Fremden ist der Azawakh reserviert bis misstrauisch und braucht Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Diese Zurückhaltung ist kein Zeichen von Schüchternheit, sondern Ausdruck seiner stolzen, unabhängigen Natur. Er ist ein ausgezeichneter Wachhund, der sein Territorium mit großer Aufmerksamkeit überwacht. In seiner Heimat wird er von den Tuareg nicht nur als Jagdhund, sondern auch als Beschützer des Lagers geschätzt. Der Bewegungsbedarf des Azawakh ist beträchtlich. Als Windhund braucht er regelmäßig die Möglichkeit zum freien Laufen und Sprinten. Coursing und Rennbahnsport sind ideale Beschäftigungsformen. Dabei wechselt der Azawakh typischerweise zwischen Phasen explosiver Aktivität und langen Ruhephasen, in denen er kaum Bewegung zeigt. Die Pflegebedürfnisse sind minimal, da das kurze Fell kaum Pflege benötigt. Insgesamt ist der Azawakh ein faszinierender Hund für erfahrene Halter, die einen stolzen, unabhängigen Begleiter mit einer tiefen kulturellen Geschichte zu schätzen wissen und bereit sind, seine einzigartige Art der Zuneigung zu akzeptieren.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Nicht ideal für Kleinkinder

Der Azawakh braucht ein Haus mit großem, sicher eingezäuntem Garten, wobei der Zaun mindestens 1,80 Meter hoch sein muss, da er ein hervorragender Springer ist. Reine Wohnungshaltung ist nicht empfehlenswert. Er benötigt regelmäßig die Möglichkeit zum freien Laufen. Kälte und Nässe verträgt er aufgrund seines dünnen Fells und fehlender Unterwolle schlecht, weshalb er im Winter geschützt werden muss. Im Haus sucht er sich gerne weiche, warme Liegeplätze. Der Azawakh kann das Alleinbleiben akzeptieren, braucht aber die Gesellschaft seiner Menschen. Die Haltung mit anderen Windhunden ist oft harmonisch.

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Ernährung

Der Azawakh benötigt hochwertiges Futter mit ausgewogenem Proteingehalt. Trotz seiner schlanken Erscheinung darf er nicht überfüttert werden, da sein natürlicher Körperbau sehr schlank ist. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind empfehlenswert. Die Futtermenge muss sorgfältig an den Aktivitätsgrad angepasst werden. Nahrungsunverträglichkeiten kommen bei dieser Rasse gelegentlich vor, weshalb Futterumstellungen behutsam erfolgen sollten. Getreidefreies Futter wird von vielen Azawakh-Haltern bevorzugt. Frisches Trinkwasser muss stets zur Verfügung stehen. Die Rippen sollten leicht tastbar, aber nicht übermäßig sichtbar sein.

Gesundheit & Krankheiten

Der Azawakh ist grundsätzlich eine robuste Rasse, die durch die natürliche Selektion in der rauen Sahelzone gestählt wurde. Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt selten vor. Hypothyreose ist ein bekanntes Thema bei dieser Rasse und sollte regelmäßig überprüft werden. Epilepsie wurde in einigen Linien beobachtet. Spondylose kann im Alter auftreten. Autoimmunerkrankungen kommen gelegentlich vor. Die dünne Haut und das spärliche Fell machen den Azawakh empfindlich gegenüber Kälte und Nässe, weshalb im Winter ein Hundemantel empfehlenswert ist. Die geringe genetische Basis in Europa erfordert besondere Sorgfalt bei der Zucht. Regelmäßige tierärztliche Vorsorge, aktueller Impfschutz und Parasitenprophylaxe sind selbstverständlich.

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Erziehung

Die Erziehung des Azawakh erfordert viel Geduld und ein tiefes Verständnis für seine unabhängige Natur. Dieser Hund lässt sich nicht mit den üblichen Methoden erziehen, die bei europäischen Gebrauchshunderassen funktionieren. Positive Verstärkung und sanfte, geduldige Führung sind essenziell. Harte Korrekturen führen bei diesem sensiblen Hund zu Rückzug und Vertrauensverlust. Frühe Sozialisierung ist äußerst wichtig, um der natürlichen Reserviertheit gegenüber Fremden entgegenzuwirken. Der Rückruf ist eine besondere Herausforderung, da der Jagdtrieb stark ausgeprägt ist. Der Azawakh lernt durchaus, entscheidet aber selbst, wann er gehorcht.

Geschichte & Herkunft

Der Azawakh stammt aus dem Azawakh-Tal an der Grenze von Mali und Niger in der Sahelzone Westafrikas. Seit Jahrhunderten wird er von den Tuareg-Nomaden als Jagd-, Wach- und Begleithund gehalten. In seiner Heimat genießt er einen besonderen Status und wird traditionell nicht verkauft, sondern nur als Geschenk weitergegeben. Die ersten Exemplare kamen in den 1970er Jahren nach Europa, als jugoslawische Diplomaten Hunde aus Burkina Faso mitbrachten. Die FCI erkannte die Rasse 1981 unter der Nummer 307 an. In Europa gibt es heute eine kleine, aber engagierte Zuchtgemeinschaft. Der Azawakh bleibt international eine der seltensten Hunderassen und ist in Deutschland kaum verbreitet.

Kosten im Überblick

Futter45,00 €/Monat
Versicherung30,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)25,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges20,00 €/Monat
Gesamt130,00 €/Monat
Jährlich1.560,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Azawakh

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Azawakh-Besitzer empfehlenswert. Dieser große, schnelle Windhund mit starkem Jagdtrieb kann in verschiedenen Situationen Schäden verursachen. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung ohnehin Pflicht. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro bietet ausreichenden Schutz.

Häufige Fragen zum Azawakh

Ist ein Azawakh ein guter Familienhund?

Ja, der Azawakh ist ein hervorragender Familienhund. Er ist anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Azawakh im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Azawakh betragen durchschnittlich 130,00 €. Das umfasst Futter (45,00 €), Versicherung (30,00 €), Tierarzt (25,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (20,00 €).

Ist ein Azawakh für Anfänger geeignet?

Der Azawakh ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Azawakh?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Azawakh braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

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