Azawakh
Der stolze Wüstenwindhund der Tuareg-Nomaden
Steckbrief
- FCI-Nr.
- 307
- Herkunft
- Mali / Niger / Burkina Faso
- Größe
- 60–74 cm
- Gewicht
- 15–25 kg
- Lebenserwartung
- 10–13 Jahre
- Gruppe
- Windhunde
Charakter & Wesen
Haltung & Pflege
Der Azawakh braucht ein Haus mit großem, sicher eingezäuntem Garten, wobei der Zaun mindestens 1,80 Meter hoch sein muss, da er ein hervorragender Springer ist. Reine Wohnungshaltung ist nicht empfehlenswert. Er benötigt regelmäßig die Möglichkeit zum freien Laufen. Kälte und Nässe verträgt er aufgrund seines dünnen Fells und fehlender Unterwolle schlecht, weshalb er im Winter geschützt werden muss. Im Haus sucht er sich gerne weiche, warme Liegeplätze. Der Azawakh kann das Alleinbleiben akzeptieren, braucht aber die Gesellschaft seiner Menschen. Die Haltung mit anderen Windhunden ist oft harmonisch.
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Der Azawakh benötigt hochwertiges Futter mit ausgewogenem Proteingehalt. Trotz seiner schlanken Erscheinung darf er nicht überfüttert werden, da sein natürlicher Körperbau sehr schlank ist. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind empfehlenswert. Die Futtermenge muss sorgfältig an den Aktivitätsgrad angepasst werden. Nahrungsunverträglichkeiten kommen bei dieser Rasse gelegentlich vor, weshalb Futterumstellungen behutsam erfolgen sollten. Getreidefreies Futter wird von vielen Azawakh-Haltern bevorzugt. Frisches Trinkwasser muss stets zur Verfügung stehen. Die Rippen sollten leicht tastbar, aber nicht übermäßig sichtbar sein.
Gesundheit & Krankheiten
Der Azawakh ist grundsätzlich eine robuste Rasse, die durch die natürliche Selektion in der rauen Sahelzone gestählt wurde. Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt selten vor. Hypothyreose ist ein bekanntes Thema bei dieser Rasse und sollte regelmäßig überprüft werden. Epilepsie wurde in einigen Linien beobachtet. Spondylose kann im Alter auftreten. Autoimmunerkrankungen kommen gelegentlich vor. Die dünne Haut und das spärliche Fell machen den Azawakh empfindlich gegenüber Kälte und Nässe, weshalb im Winter ein Hundemantel empfehlenswert ist. Die geringe genetische Basis in Europa erfordert besondere Sorgfalt bei der Zucht. Regelmäßige tierärztliche Vorsorge, aktueller Impfschutz und Parasitenprophylaxe sind selbstverständlich.
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Die Erziehung des Azawakh erfordert viel Geduld und ein tiefes Verständnis für seine unabhängige Natur. Dieser Hund lässt sich nicht mit den üblichen Methoden erziehen, die bei europäischen Gebrauchshunderassen funktionieren. Positive Verstärkung und sanfte, geduldige Führung sind essenziell. Harte Korrekturen führen bei diesem sensiblen Hund zu Rückzug und Vertrauensverlust. Frühe Sozialisierung ist äußerst wichtig, um der natürlichen Reserviertheit gegenüber Fremden entgegenzuwirken. Der Rückruf ist eine besondere Herausforderung, da der Jagdtrieb stark ausgeprägt ist. Der Azawakh lernt durchaus, entscheidet aber selbst, wann er gehorcht.
Geschichte & Herkunft
Der Azawakh stammt aus dem Azawakh-Tal an der Grenze von Mali und Niger in der Sahelzone Westafrikas. Seit Jahrhunderten wird er von den Tuareg-Nomaden als Jagd-, Wach- und Begleithund gehalten. In seiner Heimat genießt er einen besonderen Status und wird traditionell nicht verkauft, sondern nur als Geschenk weitergegeben. Die ersten Exemplare kamen in den 1970er Jahren nach Europa, als jugoslawische Diplomaten Hunde aus Burkina Faso mitbrachten. Die FCI erkannte die Rasse 1981 unter der Nummer 307 an. In Europa gibt es heute eine kleine, aber engagierte Zuchtgemeinschaft. Der Azawakh bleibt international eine der seltensten Hunderassen und ist in Deutschland kaum verbreitet.
Kosten im Überblick
| Futter | 45,00 €/Monat |
| Versicherung | 30,00 €/Monat |
| Tierarzt (Vorsorge) | 25,00 €/Monat |
| Hundesteuer | 10,00 €/Monat |
| Sonstiges | 20,00 €/Monat |
| Gesamt | 130,00 €/Monat |
| Jährlich | 1.560,00 €/Jahr |
* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.
Hundehaftpflicht für Azawakh
Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Azawakh-Besitzer empfehlenswert. Dieser große, schnelle Windhund mit starkem Jagdtrieb kann in verschiedenen Situationen Schäden verursachen. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung ohnehin Pflicht. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro bietet ausreichenden Schutz.
Häufige Fragen zum Azawakh
Ist ein Azawakh ein guter Familienhund?
Ja, der Azawakh ist ein hervorragender Familienhund. Er ist anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.
Was kostet ein Azawakh im Monat?
Die monatlichen Kosten für einen Azawakh betragen durchschnittlich 130,00 €. Das umfasst Futter (45,00 €), Versicherung (30,00 €), Tierarzt (25,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (20,00 €).
Ist ein Azawakh für Anfänger geeignet?
Der Azawakh ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.
Wie viel Bewegung braucht ein Azawakh?
Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Azawakh braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.