Berner Sennenhund
Der sanfte Schweizer Riese mit dem dreifarbigen Samtfell
Steckbrief
- FCI-Nr.
- 45
- Herkunft
- Schweiz
- Größe
- 58–70 cm
- Gewicht
- 36–50 kg
- Lebenserwartung
- 6–8 Jahre
- Gruppe
- Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde
Charakter & Wesen
Haltung & Pflege
Der Berner Sennenhund braucht ein Haus mit Garten – eine Wohnung ist für diese große Rasse ungeeignet. Der Garten muss eingezäunt sein, wobei der Berner kein notorischer Ausbrecher ist. Moderate Bewegung ist wichtig – zwei ausgedehnte Spaziergänge pro Tag genügen. Extreme sportliche Belastung und Springen sollten vermieden werden, um die Gelenke zu schonen. Hitze ist der größte Feind des Berners – ab 25 Grad sollte er sich im Schatten oder kühlen Räumen aufhalten. Kälte hingegen liebt er. Der Berner ist ein Familienhund, der engen Kontakt zu seinen Menschen braucht. Alleinbleiben liegt ihm nicht – mehr als vier Stunden sollten es nicht sein. Die Fellpflege ist zeitintensiv und muss regelmäßig eingeplant werden. Die kurze Lebenserwartung und hohen Tierarztkosten sollten bei der Anschaffung ehrlich berücksichtigt werden.
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Jetzt vergleichenErnährung
Der Berner Sennenhund braucht hochwertiges Futter, das seinem großen Körper gerecht wird. Welpen sollten spezielles Futter für große Rassen erhalten, das ein langsames, kontrolliertes Wachstum fördert, um die ohnehin belasteten Gelenke zu schonen. Erwachsene Hunde erhalten zwei Mahlzeiten pro Tag – eine einzelne große Mahlzeit erhöht das Risiko einer Magendrehung. Anti-Schling-Näpfe und Ruhe nach dem Fressen sind empfehlenswert. Die Futtermenge muss sorgfältig kontrolliert werden, da Übergewicht die Gelenke zusätzlich belastet. Gelenkunterstützende Zusätze wie Glucosamin und Chondroitin sind ab dem jungen Erwachsenenalter sinnvoll. Antioxidantienreiches Futter kann zur Krebsvorsorge beitragen. Die Futterkosten sind aufgrund der Größe erheblich.
Gesundheit & Krankheiten
Der Berner Sennenhund ist leider eine der am stärksten von Erbkrankheiten betroffenen Rassen. Die extrem kurze Lebenserwartung von durchschnittlich sechs bis acht Jahren ist hauptsächlich auf Krebserkrankungen zurückzuführen. Maligne Histiozytose ist eine aggressive Krebsform, die bei Bernern überdurchschnittlich häufig auftritt. Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) sind weit verbreitet. Osteochondrose (OCD) betrifft die Gelenke. Magendrehung ist bei großen Rassen ein Risiko. Progressive Retinaatrophie kann auftreten. Degenerative Myelopathie kommt vor. Von-Willebrand-Krankheit (Blutgerinnungsstörung) tritt gelegentlich auf. Beim Kauf ist ein Züchter mit transparenter Gesundheitshistorie und langen Lebenslinien essenziell. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Krebsvorsorge sind wichtig.
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Tarife vergleichenErziehung
Der Berner Sennenhund ist ein kooperativer, lernwilliger Hund, der sich gut erziehen lässt. Sein sanftes Wesen macht harte Erziehungsmethoden nicht nur unnötig, sondern kontraproduktiv. Positive Verstärkung mit Lob und Leckerlis ist die ideale Methode. Frühe Sozialisierung ist wichtig, um den jungen Berner an verschiedene Situationen zu gewöhnen. Aufgrund seiner Größe sollte Leinenführigkeit von Anfang an konsequent geübt werden – ein ausgewachsener Berner mit Zugverhalten an der Leine ist kaum zu halten. Grundgehorsam lässt sich in der Regel unkompliziert aufbauen. Der Berner eignet sich für Anfänger, die bereit sind, sich vorab über die Rasse zu informieren. Hundeschule ist empfehlenswert, auch um soziale Kontakte zu pflegen.
Geschichte & Herkunft
Der Berner Sennenhund stammt aus dem Kanton Bern in der Schweiz, wo er seit Jahrhunderten als Bauernhund eingesetzt wurde. Er zog Milchkarren, bewachte den Hof und hütete das Vieh. Der alte Name „Dürrbächler" geht auf das Dorf Dürrbach bei Riggisberg zurück, wo die Rasse besonders verbreitet war. Ende des 19. Jahrhunderts war die Rasse beinahe ausgestorben. Der Geologe Albert Heim und Franz Schertenleib engagierten sich für die Rettung und systematische Zucht. 1907 wurde der Schweizerische Dürrbach-Klub gegründet. Der Name „Berner Sennenhund" wurde 1913 eingeführt. Die FCI erkannte die Rasse 1954 an. Heute ist der Berner Sennenhund weltweit ein beliebter Familienhund, der sein Image als Arbeitshund weitgehend abgelegt hat.
Kosten im Überblick
| Futter | 80,00 €/Monat |
| Versicherung | 45,00 €/Monat |
| Tierarzt (Vorsorge) | 40,00 €/Monat |
| Hundesteuer | 10,00 €/Monat |
| Sonstiges | 25,00 €/Monat |
| Gesamt | 200,00 €/Monat |
| Jährlich | 2.400,00 €/Jahr |
* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.
Hundehaftpflicht für Berner Sennenhund
Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Berner-Sennenhund-Besitzer wichtig. Mit bis zu 50 Kilogramm kann der Berner trotz seines sanften Wesens erhebliche Schäden verursachen – etwa durch versehentliches Umrennen von Personen oder Beschädigung fremden Eigentums. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflicht ohnehin Pflicht. Eine Versicherung mit hoher Deckungssumme bietet wichtigen finanziellen Schutz.
Häufige Fragen zum Berner Sennenhund
Ist ein Berner Sennenhund ein guter Familienhund?
Ja, der Berner Sennenhund ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.
Was kostet ein Berner Sennenhund im Monat?
Die monatlichen Kosten für einen Berner Sennenhund betragen durchschnittlich 200,00 €. Das umfasst Futter (80,00 €), Versicherung (45,00 €), Tierarzt (40,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (25,00 €).
Ist ein Berner Sennenhund für Anfänger geeignet?
Ja, der Berner Sennenhund ist gut für Anfänger geeignet. Er ist lernwillig und verzeiht auch mal Erziehungsfehler.
Wie viel Bewegung braucht ein Berner Sennenhund?
Der Bewegungsbedarf liegt bei 3/5. Moderate Bewegung von 1-2 Stunden täglich ist empfehlenswert.