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Berner Sennenhund

Der sanfte Schweizer Riese mit dem dreifarbigen Samtfell

Steckbrief

FCI-Nr.
45
Herkunft
Schweiz
Größe
5870 cm
Gewicht
3650 kg
Lebenserwartung
68 Jahre
Gruppe
Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde
Charakter
GutmütigTreuGelassenWachsamSelbstsicher
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Berner Sennenhund ist ein sanfter Riese, der mit seinem dreifarbigen Fell und seinem gutmütigen Wesen die Herzen im Sturm erobert. Als ehemaliger Bauernhund der Schweizer Alpen vereint er Kraft mit Freundlichkeit und Gelassenheit mit Wachsamkeit. Er ist einer der beliebtesten großen Hunderassen in Deutschland. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 64 bis 70 Zentimetern und ein Gewicht von 38 bis 50 Kilogramm. Hündinnen sind mit 58 bis 66 Zentimetern und 36 bis 45 Kilogramm etwas kleiner. Das lange, leicht gewellte Fell ist dreifarbig: Grundfarbe Schwarz mit braunroten Abzeichen und weißer Blesse, Brust und Pfoten. Die symmetrische Zeichnung ist ein Rassemerkmal. Der Berner Sennenhund ist der Inbegriff eines gutmütigen Familienhundes. Sein Wesen ist freundlich, geduldig und ausgeglichen. Er liebt Kinder und zeigt eine bemerkenswerte Sanftmut im Umgang mit den Kleinen. Trotz seiner Größe ist er ein sensibier Hund, der feinfühlig auf die Stimmungen seiner Menschen reagiert. Der Bewegungsbedarf des Berners ist moderat – für einen so großen Hund braucht er überraschend wenig Auslauf. Zwei Spaziergänge von jeweils 45 bis 60 Minuten genügen, ergänzt durch gemütliches Herumschnüffeln im Garten. Extreme sportliche Belastung sollte vermieden werden, da die Gelenke geschont werden müssen. Im Sommer leidet der Berner unter der Hitze und sollte nicht bei Temperaturen über 25 Grad belastet werden. Das wohl größte Manko des Berner Sennenhundes ist seine kurze Lebenserwartung. Mit durchschnittlich sechs bis acht Jahren hat er eine der kürzesten Lebensspannen aller Hunderassen. Krebserkrankungen, insbesondere Histiozytosen, sind die häufigste Todesursache. Diese Tatsache muss vor der Anschaffung ehrlich bedacht werden. Die Fellpflege ist aufwendig – das üppige Fell muss mehrmals wöchentlich gebürstet werden und der Berner haart extrem stark, besonders während des Fellwechsels. Wer einen Berner hält, muss mit allgegenwärtigen Hundehaaren leben können. Trotz seiner kurzen Lebenserwartung ist der Berner Sennenhund ein wunderbarer Familienhund für Menschen, die ihm genügend Platz, Liebe und eine moderate Aktivität bieten können. Seine unerschütterliche Treue und sein sanftes Wesen machen jedes Jahr mit ihm zu einem Geschenk.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Berner Sennenhund braucht ein Haus mit Garten – eine Wohnung ist für diese große Rasse ungeeignet. Der Garten muss eingezäunt sein, wobei der Berner kein notorischer Ausbrecher ist. Moderate Bewegung ist wichtig – zwei ausgedehnte Spaziergänge pro Tag genügen. Extreme sportliche Belastung und Springen sollten vermieden werden, um die Gelenke zu schonen. Hitze ist der größte Feind des Berners – ab 25 Grad sollte er sich im Schatten oder kühlen Räumen aufhalten. Kälte hingegen liebt er. Der Berner ist ein Familienhund, der engen Kontakt zu seinen Menschen braucht. Alleinbleiben liegt ihm nicht – mehr als vier Stunden sollten es nicht sein. Die Fellpflege ist zeitintensiv und muss regelmäßig eingeplant werden. Die kurze Lebenserwartung und hohen Tierarztkosten sollten bei der Anschaffung ehrlich berücksichtigt werden.

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Ernährung

Der Berner Sennenhund braucht hochwertiges Futter, das seinem großen Körper gerecht wird. Welpen sollten spezielles Futter für große Rassen erhalten, das ein langsames, kontrolliertes Wachstum fördert, um die ohnehin belasteten Gelenke zu schonen. Erwachsene Hunde erhalten zwei Mahlzeiten pro Tag – eine einzelne große Mahlzeit erhöht das Risiko einer Magendrehung. Anti-Schling-Näpfe und Ruhe nach dem Fressen sind empfehlenswert. Die Futtermenge muss sorgfältig kontrolliert werden, da Übergewicht die Gelenke zusätzlich belastet. Gelenkunterstützende Zusätze wie Glucosamin und Chondroitin sind ab dem jungen Erwachsenenalter sinnvoll. Antioxidantienreiches Futter kann zur Krebsvorsorge beitragen. Die Futterkosten sind aufgrund der Größe erheblich.

Gesundheit & Krankheiten

Der Berner Sennenhund ist leider eine der am stärksten von Erbkrankheiten betroffenen Rassen. Die extrem kurze Lebenserwartung von durchschnittlich sechs bis acht Jahren ist hauptsächlich auf Krebserkrankungen zurückzuführen. Maligne Histiozytose ist eine aggressive Krebsform, die bei Bernern überdurchschnittlich häufig auftritt. Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) sind weit verbreitet. Osteochondrose (OCD) betrifft die Gelenke. Magendrehung ist bei großen Rassen ein Risiko. Progressive Retinaatrophie kann auftreten. Degenerative Myelopathie kommt vor. Von-Willebrand-Krankheit (Blutgerinnungsstörung) tritt gelegentlich auf. Beim Kauf ist ein Züchter mit transparenter Gesundheitshistorie und langen Lebenslinien essenziell. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Krebsvorsorge sind wichtig.

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Erziehung

Der Berner Sennenhund ist ein kooperativer, lernwilliger Hund, der sich gut erziehen lässt. Sein sanftes Wesen macht harte Erziehungsmethoden nicht nur unnötig, sondern kontraproduktiv. Positive Verstärkung mit Lob und Leckerlis ist die ideale Methode. Frühe Sozialisierung ist wichtig, um den jungen Berner an verschiedene Situationen zu gewöhnen. Aufgrund seiner Größe sollte Leinenführigkeit von Anfang an konsequent geübt werden – ein ausgewachsener Berner mit Zugverhalten an der Leine ist kaum zu halten. Grundgehorsam lässt sich in der Regel unkompliziert aufbauen. Der Berner eignet sich für Anfänger, die bereit sind, sich vorab über die Rasse zu informieren. Hundeschule ist empfehlenswert, auch um soziale Kontakte zu pflegen.

Geschichte & Herkunft

Der Berner Sennenhund stammt aus dem Kanton Bern in der Schweiz, wo er seit Jahrhunderten als Bauernhund eingesetzt wurde. Er zog Milchkarren, bewachte den Hof und hütete das Vieh. Der alte Name „Dürrbächler" geht auf das Dorf Dürrbach bei Riggisberg zurück, wo die Rasse besonders verbreitet war. Ende des 19. Jahrhunderts war die Rasse beinahe ausgestorben. Der Geologe Albert Heim und Franz Schertenleib engagierten sich für die Rettung und systematische Zucht. 1907 wurde der Schweizerische Dürrbach-Klub gegründet. Der Name „Berner Sennenhund" wurde 1913 eingeführt. Die FCI erkannte die Rasse 1954 an. Heute ist der Berner Sennenhund weltweit ein beliebter Familienhund, der sein Image als Arbeitshund weitgehend abgelegt hat.

Kosten im Überblick

Futter80,00 €/Monat
Versicherung45,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)40,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges25,00 €/Monat
Gesamt200,00 €/Monat
Jährlich2.400,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Berner Sennenhund

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Berner-Sennenhund-Besitzer wichtig. Mit bis zu 50 Kilogramm kann der Berner trotz seines sanften Wesens erhebliche Schäden verursachen – etwa durch versehentliches Umrennen von Personen oder Beschädigung fremden Eigentums. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflicht ohnehin Pflicht. Eine Versicherung mit hoher Deckungssumme bietet wichtigen finanziellen Schutz.

Häufige Fragen zum Berner Sennenhund

Ist ein Berner Sennenhund ein guter Familienhund?

Ja, der Berner Sennenhund ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Berner Sennenhund im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Berner Sennenhund betragen durchschnittlich 200,00 €. Das umfasst Futter (80,00 €), Versicherung (45,00 €), Tierarzt (40,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (25,00 €).

Ist ein Berner Sennenhund für Anfänger geeignet?

Ja, der Berner Sennenhund ist gut für Anfänger geeignet. Er ist lernwillig und verzeiht auch mal Erziehungsfehler.

Wie viel Bewegung braucht ein Berner Sennenhund?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 3/5. Moderate Bewegung von 1-2 Stunden täglich ist empfehlenswert.

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