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Boerboel

Der suedafrikanische Farmwaechter von gewaltiger Kraft

Steckbrief

FCI-Nr.
349
Herkunft
Suedafrika
Größe
6070 cm
Gewicht
5580 kg
Lebenserwartung
912 Jahre
Gruppe
Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde
Charakter
BeschuetzendSelbstsicherRuhigLoyalDominant
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Boerboel ist ein massiver, beeindruckend kraftvoller Molosser aus Suedafrika, der zu den staerksten Hunderassen der Welt zaehlt und dessen Name sich aus dem Afrikaansen ableitet, wobei "Boer" fuer Bauer und "Boel" fuer Hund steht. Dieser imposante Farmhund wurde ueber Generationen hinweg von den suedafrikanischen Buren gezuechtet, um ihre abgelegenen Farmen und Familien gegen Raubtiere wie Leoparden, Paviane und selbst Loewen zu beschuetzen, was seinen aussergewoehnlichen Mut und seine kompromisslose Schutzbereitschaft erklaert. Mit einer Schulterhoehe von 60 bis 70 Zentimetern und einem Gewicht von 55 bis 80 Kilogramm ist der Boerboel ein wahrhaft imposanter Hund von massiver Statur. Sein kurzes, dichtes, glaenzendes Fell kommt in verschiedenen Braun- und Falbtoenen vor, von hellem Weizen ueber Rot bis hin zu tiefem Mahagoni, haeufig mit einer dunklen Maske. Der blockartige Kopf mit dem kraeftigen Kiefer, den markanten Wangenmuskulaturen und den mittelgrossen, weit auseinanderstehenden Augen verraet sofort die ungeheure Kraft und Entschlossenheit dieses Hundes. Der gesamte Koerperbau ist auf Kraft, Ausdauer und Wendigkeit ausgelegt. Charakterlich ist der Boerboel ein aeusserst selbstsicherer, ruhiger und beherrschter Hund, der trotz seiner enormen Kraft und seines ausgepraegten Schutzinstinkts im Familienalltag eine erstaunliche Sanftheit und Geduld zeigt. Er ist bekannt dafuer, besonders liebevoll und beschuetzend gegenueber Kindern seiner Familie zu sein, was ihm in Suedafrika den Beinamen "Kinderhund" eingebracht hat. Gegenueber Fremden und unbekannten Situationen zeigt er eine natuerliche Wachsamkeit und Reserviertheit, die ihn zu einem der effektivsten natuerlichen Schutzhunde ueberhaupt macht. Der Boerboel ist ein territoriumsbewusster Hund, der instinktiv zwischen Freund und potenzieller Bedrohung unterscheiden kann. Diese Faehigkeit, die Situation eigenstaendig einzuschaetzen und angemessen zu reagieren, unterscheidet ihn von vielen anderen Schutzrassen und macht ihn bei richtiger Fuehrung zu einem zuverlaessigen, besonnenen Waechter. Er bellt selten grundlos, sondern setzt seine imposante physische Praesenz als Abschreckung ein. Der Bewegungsbedarf ist fuer einen Hund dieser Groesse moderat, aber regelmaessig. Taegliche Spaziergaenge von ein bis zwei Stunden, ergaenzt durch Arbeit im Garten oder kontrollierte Spieleinheiten, halten ihn ausgeglichen. Uebermassige Belastung sollte besonders im Wachstum vermieden werden, da die Gelenke dieses schweren Hundes geschont werden muessen. Die Haltung eines Boerboels erfordert Erfahrung, Fuehrungsstaerke und die Bereitschaft, einen grossen, dominanten Hund mit konsequenter, aber liebevoller Hand zu fuehren. In den richtigen Haenden ist er ein unvergleichlicher Familienbeschuetzer und ein treuer, sanfter Riese.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Boerboel benoetigt zwingend ein Haus mit grossem, sicher eingezaeuntem Grundstueck. Wohnungshaltung ist fuer diesen grossen Hund voellig ungeeignet. Die Einzaeunung muss stabil und mindestens 1,80 Meter hoch sein. Taegliche Bewegung von ein bis zwei Stunden ist erforderlich, wobei uebermassige Belastung im Wachstum vermieden werden muss. Er vertraegt Waerme gut, kommt aber auch mit gemaessigtem Klima zurecht. Er sollte engen Familienanschluss haben und nicht isoliert im Zwinger gehalten werden. In einigen deutschen Bundeslaendern gelten fuer den Boerboel besondere Haltungsauflagen.

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Ernährung

Der Boerboel benoetigt hochwertiges, proteinreiches Futter in grosser Menge, das seinem enormen Koerpergewicht und Energiebedarf gerecht wird. Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag verteilt sind besser als eine grosse Einzelmahlzeit, um das Risiko einer Magendrehung zu minimieren. Im Wachstum ist eine kontrollierte Fuetterung entscheidend, da zu schnelles Wachstum die Gelenke schaedigt. Glucosamin und Chondroitin unterstuetzen die Gelenkgesundheit. Hochwertige tierische Proteinquellen sollten dominieren. Die Futtermenge muss staendig an Aktivitaet und Koerperkondition angepasst werden. Uebergewicht ist bei dieser schweren Rasse besonders schaedlich.

Gesundheit & Krankheiten

Der Boerboel ist trotz seiner Groesse eine vergleichsweise gesunde Rasse. Hueftgelenksdysplasie und Ellenbogendysplasie sind die haeufigsten orthopedischen Probleme und sollten bei Zuchttieren roentgenologisch ueberprueft werden. Magendrehung ist aufgrund der tiefen Brust ein ernstes Risiko. Herzerkrankungen, insbesondere dilatative Kardiomyopathie, koennen auftreten. Entropium und Ektropium der Augenlider kommen gelegentlich vor. Kreuzbandrisse sind bei schweren Exemplaren moeglich. Uebergewicht muss strikt vermieden werden, da es die Gelenke enorm belastet. Regelmaessige tieraerztliche Kontrollen und orthopedische Untersuchungen sind besonders wichtig.

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Erziehung

Der Boerboel erfordert einen erfahrenen, selbstbewussten Hundefuehrer, der natuerliche Autoritaet ausstrahlt und den Hund mit ruhiger Konsequenz fuehren kann. Fruehe und intensive Sozialisierung ab dem Welpenalter ist absolut unerlaesslich, da ein unsachgemaess sozialisierter Boerboel aufgrund seiner Groesse und Staerke gefaehrlich werden kann. Positive Verstaerkung kombiniert mit klaren Grenzen ist die effektivste Methode. Der Boerboel testet regelmaessig die Rangordnung und braucht einen standhaften Fuehrer. Professionelles Training wird dringend empfohlen. Harte, gewaltbasierte Methoden sind absolut kontraproduktiv.

Geschichte & Herkunft

Der Boerboel entstand im 17. Jahrhundert in Suedafrika durch die Kreuzung von Mastiff-artigen Hunden, die von niederlaendischen, deutschen und hugenottisch-franzoesischen Siedlern mitgebracht wurden, mit einheimischen afrikanischen Hunden. Auf den abgelegenen Burenfarmen wurde ueber Generationen hinweg strikt auf Arbeitsfaehigkeit selektiert. Nur die staerksten, mutigsten und zuverlaessigsten Hunde wurden zur Zucht verwendet. Im 20. Jahrhundert geriet die Rasse durch Urbanisierung und Kreuzung in Gefahr. In den 1980er Jahren begann ein gezieltes Zuchtprogramm zur Erhaltung und Standardisierung der Rasse. Die FCI erkannte den Boerboel 2015 provisorisch unter der Nummer 349 an. Heute gewinnt die Rasse international an Beliebtheit, insbesondere als Familienschutzhund.

Kosten im Überblick

Futter80,00 €/Monat
Versicherung55,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)40,00 €/Monat
Hundesteuer20,00 €/Monat
Sonstiges25,00 €/Monat
Gesamt220,00 €/Monat
Jährlich2.640,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Boerboel

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist fuer den Boerboel absolut unerlaesslich. Als einer der kraeftigsten Hunde der Welt kann er im Schadensfall erhebliche Verletzungen oder Sachschaeden verursachen. Eine Deckungssumme von mindestens zehn Millionen Euro ist dringend empfohlen. In einigen Bundeslaendern kann der Boerboel als gefaehrlicher Hund eingestuft werden, was eine Versicherungspflicht nach sich zieht. Informieren Sie sich ueber die spezifischen Regelungen in Ihrem Bundesland.

Häufige Fragen zum Boerboel

Ist ein Boerboel ein guter Familienhund?

Ja, der Boerboel ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Boerboel im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Boerboel betragen durchschnittlich 220,00 €. Das umfasst Futter (80,00 €), Versicherung (55,00 €), Tierarzt (40,00 €), Steuer (20,00 €) und Sonstiges (25,00 €).

Ist ein Boerboel für Anfänger geeignet?

Der Boerboel ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Boerboel?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Boerboel braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

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