Bullmastiff
Der stille Wächter der englischen Landgüter
Steckbrief
- FCI-Nr.
- 157
- Herkunft
- Großbritannien
- Größe
- 61–69 cm
- Gewicht
- 41–59 kg
- Lebenserwartung
- 8–10 Jahre
- Gruppe
- Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde
Charakter & Wesen
Haltung & Pflege
Der Bullmastiff braucht ein Haus mit Garten. Für eine Wohnung ist er aufgrund seiner Größe nicht geeignet. Der Bewegungsbedarf ist moderat, ein bis zwei Stunden pro Tag genügen. Extreme Hitze verträgt er schlecht. Der Bullmastiff ist ein Familienhund, der engen Kontakt zu seinen Menschen braucht. Zwingerhaltung ist inakzeptabel. Er kann einige Stunden alleine bleiben, leidet aber unter langer Trennung. Das Sabbern muss in Kauf genommen werden. Die Gesichtsfalten sollten regelmäßig gereinigt werden. Der Transport erfordert ein entsprechend großes Fahrzeug. Die laufenden Kosten für Futter, Tierarzt und Versicherung sind erheblich und müssen eingeplant werden.
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Der Bullmastiff benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter. Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag für erwachsene Hunde reduzieren das Risiko einer Magendrehung. Anti-Schling-Näpfe und Ruhepausen nach dem Fressen sind empfehlenswert. Übergewicht muss unbedingt vermieden werden, da es die Gelenke stark belastet und die Lebenserwartung verkürzt. Die Futtermenge sollte dem individuellen Bedarf angepasst werden. Welpen großer Rassen brauchen spezielles Futter für kontrolliertes Wachstum. Gelenkunterstützende Nahrungsergänzungen sind ab dem frühen Erwachsenenalter sinnvoll. Die Futterkosten sind aufgrund der Größe des Hundes beträchtlich und sollten vor der Anschaffung einkalkuliert werden. Frisches Wasser muss immer verfügbar sein.
Gesundheit & Krankheiten
Der Bullmastiff hat einige rassetypische Gesundheitsrisiken. Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) sind häufig und sollten bei Zuchttieren untersucht werden. Magendrehung ist aufgrund der Größe ein ernstes Risiko. Lymphom und andere Krebserkrankungen treten bei dieser Rasse häufiger auf als bei vielen anderen. Entropium und Ektropium sind häufige Augenprobleme. Herzerkrankungen, insbesondere Aortenstenose, kommen vor. Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) wird gelegentlich diagnostiziert. Die vergleichsweise kurze Lebenserwartung von 8 bis 10 Jahren spiegelt die Gesundheitsrisiken großer, schwerer Rassen wider. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Gewichtskontrolle sind essenziell.
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Die Erziehung des Bullmastiffs erfordert eine erfahrene, souveräne Führung. Der Bullmastiff ist intelligent und lernwillig, kann aber stur sein. Positive Verstärkung und klare Konsequenz sind die effektivsten Methoden. Frühe Sozialisierung ist absolut entscheidend, da ein schlecht sozialisierter Bullmastiff aufgrund seiner Größe und Stärke gefährlich werden kann. Leinenführigkeit muss von Anfang an konsequent trainiert werden. Der Besuch einer Hundeschule wird dringend empfohlen. Der Bullmastiff reagiert empfindlich auf harte Bestrafungen, die zu Vertrauensverlust und Trotzreaktionen führen können. Kurze, abwechslungsreiche Trainingseinheiten sind effektiver als lange, monotone Übungen.
Geschichte & Herkunft
Der Bullmastiff wurde im 19. Jahrhundert in England gezüchtet, indem der Mastiff (60 Prozent) mit der alten englischen Bulldogge (40 Prozent) gekreuzt wurde. Die Motivation war praktischer Natur: Die Wildhüter auf den großen Landgütern brauchten einen Hund, der Wilderer aufspüren, verfolgen und festhalten konnte, ohne sie zu verletzen. Der reinrassige Mastiff war zu schwer und langsam, die Bulldogge zu klein. Die Kreuzung ergab den perfekten "Gamekeeper's Night Dog" – schnell, stark und kontrolliert genug, einen Mann festzuhalten, ohne ihn zu verletzen. 1924 wurde der Bullmastiff vom Kennel Club als eigenständige Rasse anerkannt. Die FCI führt ihn unter der Nummer 157. Heute ist er ein geschätzter Familien- und Wachhund.
Kosten im Überblick
| Futter | 80,00 €/Monat |
| Versicherung | 50,00 €/Monat |
| Tierarzt (Vorsorge) | 35,00 €/Monat |
| Hundesteuer | 10,00 €/Monat |
| Sonstiges | 25,00 €/Monat |
| Gesamt | 200,00 €/Monat |
| Jährlich | 2.400,00 €/Jahr |
* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.
Hundehaftpflicht für Bullmastiff
Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Bullmastiff-Besitzer unverzichtbar. Mit einem Gewicht von bis zu 59 Kilogramm und einem ausgeprägten Schutzinstinkt kann der Bullmastiff erhebliche Schäden verursachen. Seine Methode, Eindringlinge durch Körpereinsatz zu stoppen, kann auch bei Fehleinschätzungen zu Personenschäden führen. Eine Deckungssumme von mindestens fünf bis zehn Millionen Euro ist empfehlenswert. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde Pflicht.
Häufige Fragen zum Bullmastiff
Ist ein Bullmastiff ein guter Familienhund?
Ja, der Bullmastiff ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.
Was kostet ein Bullmastiff im Monat?
Die monatlichen Kosten für einen Bullmastiff betragen durchschnittlich 200,00 €. Das umfasst Futter (80,00 €), Versicherung (50,00 €), Tierarzt (35,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (25,00 €).
Ist ein Bullmastiff für Anfänger geeignet?
Der Bullmastiff ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.
Wie viel Bewegung braucht ein Bullmastiff?
Der Bewegungsbedarf liegt bei 3/5. Moderate Bewegung von 1-2 Stunden täglich ist empfehlenswert.