Hovawart
Der mittelalterliche Hofwächter mit dem goldenen Herzen
Steckbrief
- FCI-Nr.
- 190
- Herkunft
- Deutschland
- Größe
- 58–70 cm
- Gewicht
- 25–40 kg
- Lebenserwartung
- 10–14 Jahre
- Gruppe
- Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde
Charakter & Wesen
Haltung & Pflege
Der Hovawart ist kein Wohnungshund. Er braucht ein Haus mit großem, sicher eingezäuntem Garten, den er als sein Revier betrachten und bewachen kann. Mindestens zwei Stunden aktive Bewegung und Beschäftigung pro Tag sind Pflicht. Der Hovawart ist ein Familienhund, der engen Kontakt zu seinen Menschen braucht. Zwingerhaltung oder langanhaltende Isolation sind für ihn inakzeptabel. Er verträgt verschiedene Wetterbedingungen gut dank seines dichten Fells. Die Fellpflege mit regelmäßigem Bürsten zwei- bis dreimal pro Woche ist notwendig. Der Hovawart kann bei guter Sozialisierung mit anderen Hunden verträglich sein, neigt aber dazu, gleichgeschlechtlichen Artgenossen gegenüber dominant aufzutreten.
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Jetzt vergleichenErnährung
Der Hovawart benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter, das seinem Aktivitätslevel angepasst ist. Zwei Mahlzeiten pro Tag für erwachsene Hunde reduzieren das Risiko einer Magendrehung. Die Futtermenge sollte dem individuellen Energiebedarf angepasst werden, wobei aktive Hovawarts einen höheren Kalorienbedarf haben. Welpen sollten spezielles Großrassenfutter erhalten, das ein kontrolliertes Wachstum fördert und die Gelenke nicht überlastet. Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Gesundheit des langen Fells. Gelenkunterstützende Zusätze können ab dem mittleren Alter sinnvoll sein. Frisches Trinkwasser muss stets verfügbar sein. Der Hovawart neigt bei ausreichender Bewegung nicht zu Übergewicht.
Gesundheit & Krankheiten
Der Hovawart gilt als eine der gesündesten großen Hunderassen, was der strengen Zuchtauswahl des Rassezuchtvereins für Hovawart-Hunde zu verdanken ist. Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt vor, wird aber durch konsequente Zuchtselektion minimiert. Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) tritt gelegentlich auf und sollte bei Symptomen wie Trägheit oder Fellproblemen abgeklärt werden. Magendrehung ist aufgrund der Größe und des tiefen Brustkorbs ein Risiko, das durch mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhepausen nach dem Fressen reduziert werden kann. Lebershunt ist eine seltene, aber beim Hovawart dokumentierte Erkrankung. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, aktueller Impfschutz und Parasitenprophylaxe sind selbstverständlich. Die vergleichsweise hohe Lebenserwartung von bis zu 14 Jahren spricht für die Robustheit dieser Rasse.
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Die Erziehung des Hovawarts erfordert einen erfahrenen Halter mit Geduld und Einfühlungsvermögen. Der Hovawart ist ein Spätentwickler und erreicht seine volle geistige Reife erst mit etwa drei Jahren. Positive Verstärkung ist die einzig sinnvolle Trainingsmethode, da der sensible Hovawart auf Härte mit Vertrauensverlust reagiert. Frühe und umfassende Sozialisierung ist entscheidend. Der Besuch einer Hundeschule wird dringend empfohlen. Der Hovawart braucht eine klare Führung, die auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt basiert. Sein natürlicher Wachinstinkt sollte in geordnete Bahnen gelenkt werden. Konsequenz ohne Strenge ist der Schlüssel zum Erfolg. Fährtenarbeit und Rettungshundeausbildung nutzen seine natürlichen Anlagen hervorragend.
Geschichte & Herkunft
Die Geschichte des Hovawarts reicht bis ins Mittelalter zurück. Bereits im Sachsenspiegel von 1274 wird der "Hovewart" als Hofhund erwähnt, und im "Schwabenspiegel" wurde er als besonders wertvoller Hund eingestuft, dessen Diebstahl streng bestraft wurde. Im Laufe der Jahrhunderte geriet die Rasse in Vergessenheit, bis Kurt Friedrich König in den 1920er Jahren begann, den Hovawart systematisch neu zu züchten. Er kreuzte Bauernhunde aus dem Harz und dem Schwarzwald mit Deutschen Schäferhunden, Neufundländern, Kuvasz und anderen Rassen, um den mittelalterlichen Hofhund wiederzubeleben. 1937 wurde der Hovawart vom VDH als Rasse anerkannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zucht von engagierten Züchtern wieder aufgebaut. Heute ist der Hovawart als vielseitiger Gebrauchshund für Rettungshundearbeit, Fährtenarbeit und als Familienhund geschätzt.
Kosten im Überblick
| Futter | 60,00 €/Monat |
| Versicherung | 35,00 €/Monat |
| Tierarzt (Vorsorge) | 25,00 €/Monat |
| Hundesteuer | 10,00 €/Monat |
| Sonstiges | 20,00 €/Monat |
| Gesamt | 150,00 €/Monat |
| Jährlich | 1.800,00 €/Jahr |
* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.
Hundehaftpflicht für Hovawart
Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Hovawart-Besitzer dringend empfehlenswert. Der Hovawart ist zwar kein aggressiver Hund, aber mit bis zu 40 Kilogramm Körpergewicht und einem ausgeprägten Schutzinstinkt kann er in bestimmten Situationen reaktiv handeln. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro ist ratsam. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde ohnehin gesetzlich vorgeschrieben.
Häufige Fragen zum Hovawart
Ist ein Hovawart ein guter Familienhund?
Ja, der Hovawart ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.
Was kostet ein Hovawart im Monat?
Die monatlichen Kosten für einen Hovawart betragen durchschnittlich 150,00 €. Das umfasst Futter (60,00 €), Versicherung (35,00 €), Tierarzt (25,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (20,00 €).
Ist ein Hovawart für Anfänger geeignet?
Der Hovawart ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.
Wie viel Bewegung braucht ein Hovawart?
Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Hovawart braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.