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Mastiff (English Mastiff)

Der gutmütige Koloss unter den Hunderassen

Steckbrief

FCI-Nr.
264
Herkunft
Großbritannien
Größe
7076 cm
Gewicht
55100 kg
Lebenserwartung
710 Jahre
Gruppe
Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde
Charakter
GutmütigWürdevollMutigRuhigLoyal
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Mastiff, oft auch als English Mastiff bezeichnet, ist eine der größten und schwersten Hunderassen der Welt. Dieser kolossale Hund beeindruckt nicht nur durch seine schiere Größe, sondern auch durch sein überraschend sanftmütiges und gutmütiges Wesen. Der Mastiff ist ein wahrer sanfter Riese, der trotz seiner einschüchternden Erscheinung ein liebevolles Herz und eine tiefe Anhänglichkeit an seine Familie besitzt. Mit einer Schulterhöhe von 70 bis 76 Zentimetern und einem Gewicht von 55 bis 100 Kilogramm – wobei manche Rüden die 100-Kilogramm-Marke deutlich überschreiten können – gehört der Mastiff zu den allerschwersten Hunderassen. Sein Körperbau ist massiv und muskulös mit einem breiten, eindrucksvollen Kopf, der von einer schwarzen Maske gekennzeichnet ist. Das kurze, dichte Fell kommt in den Farben Apricot, Fawn und gestromt vor. Die hängenden Lefzen und die tiefgründigen, sanften Augen verleihen ihm einen weisen, nachdenklichen Ausdruck. Der Charakter des Mastiffs ist ein wahrer Schatz. Trotz seiner enormen Größe und Kraft ist er einer der gutmütigsten und gelassensten Hunde überhaupt. Er ruht in sich selbst und strahlt eine fast stoische Ruhe aus. Seine Loyalität gegenüber seiner Familie ist absolut, und er zeigt eine bemerkenswerte Sensibilität für die Gefühle seiner Menschen. Der Mastiff ist kein Hund, der durch Aggression auffällt, sondern wirkt allein durch seine beeindruckende Präsenz abschreckend. Im Familienalltag ist der Mastiff ein ruhiger, liebevoller Begleiter, der am liebsten in der Nähe seiner Menschen liegt. Kindern gegenüber zeigt er eine fast väterliche Geduld und Sanftmut, wobei seine schiere Größe bei sehr kleinen Kindern Aufsicht erfordert, da er sie unbeabsichtigt umstoßen könnte. Fremden gegenüber verhält er sich reserviert, aber nicht aggressiv – er stellt sich einfach schützend vor seine Familie und lässt seine imposante Größe für sich sprechen. Der Bewegungsbedarf des Mastiffs ist moderat. Er braucht tägliche Spaziergänge, verträgt aber keine extremen sportlichen Aktivitäten. Übermäßige Belastung schadet seinen Gelenken. Gemächliche, aber regelmäßige Bewegung ist ideal. Der Mastiff ist kein Hund für Jogger oder Radfahrer, sondern bevorzugt gemütliche Spaziergänge und ausgiebige Ruhephasen. Potenzielle Halter sollten bedenken, dass ein Hund dieser Größe erhebliche Kosten verursacht – von Futter über Tierarzt bis hin zur Einrichtung. Auch die kurze Lebenserwartung von 7 bis 10 Jahren ist ein Aspekt, der bedacht werden muss. Der Mastiff ist ein wundervoller Begleiter für erfahrene Halter, die den Platz, die finanziellen Mittel und die Liebe haben, einem solchen Riesen ein würdiges Zuhause zu bieten.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Mastiff braucht viel Platz und ist für eine Wohnung nicht geeignet. Ein Haus mit Garten ist ideal, wobei der Garten sicher eingezäunt sein muss. Der Bewegungsbedarf ist moderat, aber tägliche Spaziergänge sind wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Extreme Hitze verträgt der Mastiff schlecht, im Sommer sollten Aktivitäten in die kühleren Tageszeiten verlegt werden. Der Mastiff sabbert erheblich, was in Kauf genommen werden muss. Er ist ein Familienhund, der engen Kontakt zu seinen Menschen braucht. Treppensteigen sollte aufgrund der Gelenkbelastung minimiert werden. Die Transportfrage muss bedacht werden – nicht jedes Auto bietet genug Platz für einen ausgewachsenen Mastiff. Die erheblichen laufenden Kosten für Futter, Tierarzt und Versicherung müssen eingeplant werden.

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Ernährung

Der Mastiff benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter in erheblichen Mengen. Die monatlichen Futterkosten können bei einem Hund dieser Größe beträchtlich sein und sollten vor der Anschaffung einkalkuliert werden. Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag sind unerlässlich, um das Risiko einer Magendrehung zu minimieren. Anti-Schling-Näpfe und erhöhte Futternäpfe sind empfehlenswert. Welpen sehr großer Rassen brauchen spezielles Futter für kontrolliertes Wachstum. Übergewicht muss unbedingt vermieden werden, da jedes zusätzliche Kilogramm die ohnehin stark belasteten Gelenke weiter strapaziert. Gelenkunterstützende Nahrungsergänzungen sind von Anfang an sinnvoll. Frisches Wasser muss immer verfügbar sein.

Gesundheit & Krankheiten

Der Mastiff hat aufgrund seiner extremen Größe und seines schweren Körperbaus einige ernstzunehmende Gesundheitsrisiken. Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) sind sehr häufig. Magendrehung ist aufgrund des enormen, tiefen Brustkorbs ein lebensbedrohliches Risiko. Kreuzbandrisse treten aufgrund des hohen Gewichts häufig auf. Osteosarkom (Knochenkrebs) ist bei großen Rassen verbreitet. Herzerkrankungen, insbesondere Aortenstenose und dilatative Kardiomyopathie, kommen vor. Entropium und Ektropium sind häufige Augenprobleme. Die vergleichsweise kurze Lebenserwartung von 7 bis 10 Jahren ist typisch für sehr große, schwere Rassen. Gewichtskontrolle und angepasste Bewegung sind entscheidend für die Lebensqualität.

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Erziehung

Die Erziehung des Mastiffs ist vergleichsweise unkompliziert, da er ein kooperativer, menschenbezogener Hund ist. Positive Verstärkung und freundliche Konsequenz sind die besten Methoden. Frühe Sozialisierung ist wichtig, damit der Mastiff verschiedene Menschen und Situationen als normal akzeptiert. Aufgrund seiner enormen Größe ist eine solide Grundausbildung unverzichtbar – ein 100-Kilogramm-Hund, der an der Leine zieht oder auf Menschen springt, ist nicht mehr kontrollierbar. Leinenführigkeit sollte von Anfang an konsequent trainiert werden. Der Mastiff lernt gerne, kann aber stur sein. Geduld und kurze, abwechslungsreiche Trainingseinheiten sind effektiver als langes, monotones Üben.

Geschichte & Herkunft

Der Mastiff gehört zu den ältesten Hunderassen und geht auf antike Molosser-Hunde zurück. Bereits die Babylonier und Ägypter hielten Hunde dieses Typs. In England wurde der Mastiff seit dem Mittelalter als Wach- und Kriegshund eingesetzt. Im Hundertjährigen Krieg soll Sir Peers Legh 1415 in der Schlacht von Azincourt von seiner Mastiff-Hündin beschützt worden sein. Im 19. Jahrhundert wurde der Mastiff auch für Bären- und Bullenkämpfe missbraucht, bis diese grausamen Veranstaltungen verboten wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Rasse in England beinahe ausgestorben, wurde aber mit Hilfe amerikanischer und kanadischer Zuchtlinien wieder aufgebaut. Die FCI führt den Mastiff unter der Nummer 264. Heute ist er weltweit als gutmütiger Familienhund bekannt und geschätzt.

Kosten im Überblick

Futter100,00 €/Monat
Versicherung55,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)40,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges30,00 €/Monat
Gesamt235,00 €/Monat
Jährlich2.820,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Mastiff (English Mastiff)

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Mastiff-Besitzer absolut unverzichtbar. Ein Hund, der bis zu 100 Kilogramm und mehr wiegen kann, hat allein durch seine schiere Masse das Potenzial, erhebliche Schäden zu verursachen, selbst ohne jede aggressive Absicht. Die Versicherung sollte eine Deckungssumme von mindestens zehn Millionen Euro bieten. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde ohnehin gesetzlich vorgeschrieben.

Häufige Fragen zum Mastiff (English Mastiff)

Ist ein Mastiff (English Mastiff) ein guter Familienhund?

Ja, der Mastiff (English Mastiff) ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Mastiff (English Mastiff) im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Mastiff (English Mastiff) betragen durchschnittlich 235,00 €. Das umfasst Futter (100,00 €), Versicherung (55,00 €), Tierarzt (40,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (30,00 €).

Ist ein Mastiff (English Mastiff) für Anfänger geeignet?

Der Mastiff (English Mastiff) ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Mastiff (English Mastiff)?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 2/5. Kürzere Spaziergänge und Spieleinheiten reichen in der Regel aus.

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