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Otterhound

Der zottelige Wasserjäger, seltener als der Riesenpanda

Steckbrief

FCI-Nr.
294
Herkunft
Großbritannien
Größe
6169 cm
Gewicht
3052 kg
Lebenserwartung
1013 Jahre
Gruppe
Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Charakter
FreundlichEigenwilligAusdauerndGeselligGutmütig
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Otterhound ist eine der seltensten und am stärksten vom Aussterben bedrohten britischen Hunderassen, die einst für die heute verbotene Jagd auf Fischotter in den Flüssen und Bächen Englands gezüchtet wurde. Mit seinem zotteligen, wasserabweisenden Fell, seinen großen Schwimmhäuten zwischen den Zehen und seiner bemerkenswert feinen Nase ist der Otterhound ein einzigartig spezialisierter Wasserjagdhund, der weltweit seinesgleichen sucht. Heute kämpfen engagierte Züchter darum, diese liebenswürdige, charismatische Rasse vor dem Aussterben zu bewahren, denn es gibt weltweit nur noch wenige Hundert Exemplare. Mit einer Schulterhöhe von 61 bis 69 Zentimetern und einem Gewicht von 30 bis 52 Kilogramm ist der Otterhound ein großer, kräftig gebauter Hund mit einer beeindruckenden körperlichen Präsenz. Sein doppeltes Fell besteht aus einer dichten, öligen, wasserabweisenden Unterwolle und einem rauen, drahtigen Deckhaar von etwa vier bis acht Zentimetern Länge, das dem Hund ein herrlich zotteliges, etwas verwildertes Aussehen verleiht. Die großen, runden, mit dichtem Fell bedeckten Pfoten mit ihren ausgeprägten Schwimmhäuten sind ein faszinierendes anatomisches Merkmal, das den Otterhound zu einem exzellenten Schwimmer macht. Die langen, tief angesetzten Ohren und der dichte Bart vervollständigen sein charmant-rustikales Erscheinungsbild. Der Charakter des Otterhound ist von einer bezaubernden Mischung aus Gutmütigkeit, Eigenwilligkeit und clownesker Verspieltheit geprägt. Er ist ein ausgesprochen freundlicher, liebenswerter Hund mit einem unwiderstehlichen Charme, der seine Menschen immer wieder zum Lachen bringt. Gleichzeitig besitzt er den typischen Eigensinn der Hound-Rassen in besonders ausgeprägter Form und kann erstaunlich stur sein, wenn ihm etwas nicht passt. Im familiären Umfeld ist der Otterhound ein liebevoller, anhänglicher Begleiter, der sich durch seine gelassene, freundliche Art auszeichnet. Mit Kindern geht er geduldig und spielerisch um. Seine Verträglichkeit mit anderen Hunden ist in der Regel gut, besonders wenn er von Welpenalter an sozialisiert wird. Sein Jagdtrieb gegenüber kleineren Tieren sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Der Bewegungsbedarf des Otterhound ist beachtlich, wobei er Schwimmen über alles liebt. Tägliche Spaziergänge von mindestens eineinhalb bis zwei Stunden, idealerweise mit Zugang zu Wasser, sind notwendig. Nasenarbeit und Fährtensuche sind hervorragende Beschäftigungen für diesen geruchsorientierten Hund. Die Pflege des zotteligen Fells erfordert regelmäßiges Bürsten, mindestens zwei- bis dreimal pro Woche, um Verfilzungen vorzubeugen. Der Bart verschmutzt schnell beim Fressen und Trinken und muss häufig gereinigt werden. Insgesamt ist der Otterhound ein außergewöhnlich charmanter, liebenswürdiger Gefährte für Hundeliebhaber, die eine seltene Rasse mit großem Herzen und einer reichen Geschichte schätzen.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Otterhound benötigt ein Haus mit großem, sicher eingezäuntem Garten. Eine Wohnungshaltung ist nicht artgerecht. Idealerweise hat er regelmäßigen Zugang zu sicherem Gewässer zum Schwimmen. Der Zaun muss stabil und hoch sein. Sein zotteliges Fell bringt bei Nässe erheblich Schmutz und Wasser ins Haus. Mindestens eineinhalb Stunden Bewegung pro Tag sind notwendig. Die Mehrhundehaltung ist empfehlenswert, da er die Gesellschaft anderer Hunde schätzt. Seine tiefe, melodische Stimme kann in Wohngebieten problematisch sein. Er braucht engen Familienanschluss und ist kein Zwingerhund.

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Ernährung

Der Otterhound benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter, das seinem großen Körper und aktiven Lebensstil angepasst ist. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind für erwachsene Hunde empfehlenswert, um Magendrehung vorzubeugen. Die Futtermenge richtet sich nach Alter, Gewicht und Aktivitätsgrad. Sein zotteliger Bart wird beim Fressen unweigerlich verschmutzt, weshalb die Futterstelle leicht zu reinigen sein sollte. Gelenkunterstützende Nahrungsergänzungen sind bei diesem großen, schweren Hund sinnvoll. Omega-3-Fettsäuren fördern die Gesundheit von Haut und Fell. Frisches Trinkwasser muss stets reichlich zur Verfügung stehen. Übergewicht belastet die Gelenke und muss vermieden werden.

Gesundheit & Krankheiten

Der Otterhound hat einige rassetypische Gesundheitsaspekte. Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt häufiger vor und sollte bei Zuchttieren überprüft werden. Ellbogendysplasie ist ebenfalls beschrieben. Glanzmann-Thrombasthenie, eine erbliche Blutgerinnungsstörung, ist eine bekannte rassetypische Erkrankung. Magendrehung kann aufgrund des tiefen Brustkorbs auftreten. Epilepsie ist vereinzelt berichtet worden. Ohrenentzündungen sind aufgrund der langen, dicht behaarten Hängeohren ein häufiges Problem. Aufgrund des extrem kleinen Genpools ist die genetische Vielfalt begrenzt, was verantwortungsvolle Zucht besonders wichtig macht. Regelmäßige tierärztliche Vorsorge und genetische Untersuchungen sind dringend empfohlen.

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Erziehung

Der Otterhound ist ein intelligenter, aber ausgesprochen eigenwilliger Hund, der die Zusammenarbeit als optionalen Vorschlag betrachtet. Positive Verstärkung mit viel Geduld und Humor ist die einzig sinnvolle Methode. Harte Korrekturen sind kontraproduktiv. Frühe Sozialisierung ist wichtig, obwohl der Otterhound von Natur aus freundlich ist. Der Rückruf ist eine erhebliche Herausforderung, da seine hervorragende Nase ihn ständig in Versuchung führt. Kreativität und Abwechslung im Training sind unerlässlich. Seine clowneske Art kann das Training amüsant, aber manchmal auch frustrierend machen. Eine Hundeschule wird empfohlen, idealerweise mit Verständnis für die Eigenheiten der Hound-Rassen.

Geschichte & Herkunft

Der Otterhound entstand im mittelalterlichen England als spezialisierter Jagdhund für die Otterjagd. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 12. Jahrhundert. Englische Könige wie Henry II, Edward II und Elizabeth I hielten Ottermeuten. Die Rasse wurde vermutlich aus verschiedenen Rassen entwickelt, darunter Bluthunde, Griffons und rauhaarige Terrier. Die Otterjagd wurde in England 1978 verboten, nachdem die Otterpopulation dramatisch zurückgegangen war. Mit dem Verbot der Jagd verlor der Otterhound seinen Verwendungszweck, und die Rasse geriet in eine Existenzkrise. Die FCI erkennt ihn unter der Nummer 294 an. Heute gibt es weltweit nur noch etwa 600 bis 800 Otterhounds, was ihn seltener als den Riesenpanda macht.

Kosten im Überblick

Futter55,00 €/Monat
Versicherung30,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)25,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges20,00 €/Monat
Gesamt140,00 €/Monat
Jährlich1.680,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Otterhound

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Otterhound-Besitzer empfehlenswert. Als großer, kräftiger Hund mit starkem Jagdtrieb kann der Otterhound in bestimmten Situationen Schäden verursachen. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde vorgeschrieben. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro bietet ausreichenden Schutz.

Häufige Fragen zum Otterhound

Ist ein Otterhound ein guter Familienhund?

Ja, der Otterhound ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Otterhound im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Otterhound betragen durchschnittlich 140,00 €. Das umfasst Futter (55,00 €), Versicherung (30,00 €), Tierarzt (25,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (20,00 €).

Ist ein Otterhound für Anfänger geeignet?

Der Otterhound ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Otterhound?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Otterhound braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

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