Ausgestorbene Rasse

Paisley Terrier

Der ausgestorbene schottische Vorfahre des Yorkshire Terriers

Steckbrief

Herkunft
Schottland
Größe
2028 cm
Gewicht
37 kg
Lebenserwartung
1215 Jahre
Gruppe
Terrier
Charakter
AnhänglichLebhaftMutigVerspieltEigensinnig
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Paisley Terrier ist eine ausgestorbene schottische Hunderasse, die als direkter Vorfahre des heute weltweit beliebten Yorkshire Terriers gilt und im 19. Jahrhundert in den industriellen Städten Schottlands, insbesondere in Paisley und Glasgow, als eleganter Begleithund gezüchtet wurde. Diese kleine, langhaarige Rasse verkörperte den Übergang vom robusten Arbeitsterrier der schottischen Weber zum verfeinerten Ausstellungs- und Gesellschaftshund der viktorianischen Ära. Der Paisley Terrier war ein kleiner Hund mit einer Schulterhöhe von 20 bis 28 Zentimetern und einem Gewicht von 3 bis 7 Kilogramm. Sein auffälligstes Merkmal war sein außergewöhnlich langes, seidiges Fell, das in einer leuchtend blauen oder silbergrauen Farbe am Körper und in einem warmen Goldtan am Kopf und an den Beinen glänzte. Das Fell war deutlich länger und feiner als das des Skye Terriers, mit dem er oft verwechselt wurde, und fiel in einem geraden, glänzenden Vorhang zu beiden Seiten des Körpers herab. Der Kopf war klein und elegant, die Ohren aufrecht oder halb aufgerichtet, und die dunklen Augen blickten aufmerksam und lebhaft unter dem seidigen Stirnhaar hervor. Die Geschichte des Paisley Terrier ist untrennbar mit der Textilindustrie des schottischen Lowlands verbunden. Die Weber und Arbeiter in den Textilfabriken von Paisley, einem Vorort von Glasgow, hielten ursprünglich kleine Terrier zur Rattenbekämpfung in ihren Werkstätten und Wohnungen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts begannen die Weber, die ohnehin ein feines Auge für Farben und Texturen besaßen, ihre Terrier auf besonders seidiges, langes Fell zu selektieren. Was als praktischer Arbeitshund begonnen hatte, wurde durch die geschickte Zucht der Textilarbeiter zu einem Hund von bemerkenswerter Schönheit mit einem Fell, das seinesgleichen suchte. Der Charakter des Paisley Terrier vereinte typische Terrierqualitäten mit den Anforderungen eines Begleithundes. Er war lebhaft, mutig und selbstbewusst wie alle Terrier, aber gleichzeitig anhänglich, verschmust und überraschend anpassungsfähig an das Leben in kleinen Stadtwohnungen. Sein lebhaftes Temperament machte ihn zu einem unterhaltsamen Gesellschafter, während sein überschaubarer Bewegungsbedarf ihn zum idealen Hund für die beengten Lebensumstände der Arbeiterfamilien machte. Die Pflege seines außergewöhnlichen Fells war jedoch eine anspruchsvolle Aufgabe, die tägliches Bürsten und regelmäßige Bäder erforderte. Auf den viktorianischen Hundeausstellungen ab den 1860er Jahren war die Fellqualität das entscheidende Kriterium, und die besten Paisley Terrier erzielten beachtliche Preise und Preisgelder. Die Ausstellungszucht trieb die Felllänge und -feinheit immer weiter auf die Spitze, was den praktischen Nutzen des Hundes zunehmend einschränkte. Das Aussterben des Paisley Terrier war ein schleichender Prozess. Als die schottischen Textilarbeiter begannen, nach Yorkshire in Nordengland abzuwandern und ihre kleinen langhaarigen Terrier mitnahmen, vermischten sich die Paisley Terrier mit lokalen englischen Terriertypen. Aus diesen Kreuzungen entstand der Yorkshire Terrier, der ab den 1870er Jahren unter eigenem Namen auf Ausstellungen gezeigt wurde und den Paisley Terrier zunehmend verdrängte. Da der Yorkshire Terrier dieselben attraktiven Felleigenschaften besaß, aber populärer und einheitlicher gezüchtet wurde, verlor der Paisley Terrier seine eigenständige Identität. Bis zum frühen 20. Jahrhundert war er vollständig im Yorkshire Terrier aufgegangen.

Haltung & Pflege

Wohnungstauglich
Kinderfreundlich

Der Paisley Terrier war ein idealer Stadthund für die beengten Lebensumstände der viktorianischen Arbeiterfamilien in Paisley und Glasgow. Er lebte in den kleinen Wohnungen und Werkstätten der Weber, wo er ursprünglich zur Rattenbekämpfung eingesetzt wurde. Sein geringer Platzbedarf und sein überschaubarer Bewegungsbedarf machten ihn zum perfekten Begleiter für das städtische Leben. Die tägliche Fellpflege war allerdings zeitaufwendig und wurde von den Besitzern als wichtige Beschäftigung und Quelle des Stolzes betrachtet.

Ernährung (historisch)

Der Paisley Terrier wurde als kleiner Arbeiterhund mit einfacher Hausmannskost ernährt, die in den Arbeiterfamilien des viktorianischen Schottland verfügbar war. Brotreste, Kartoffeln, Fleischreste und gelegentlich Milch bildeten die Grundlage der Ernährung. Ausstellungshunde erhielten besondere Kost, um die Qualität ihres Fells zu fördern, darunter Lebertran und fettreiche Nahrung. Die Ernährung war nach heutigen Standards weder ausgewogen noch artgerecht, entsprach aber den damaligen Möglichkeiten der Arbeiterfamilien.

Gesundheit (historisch)

Als ausgestorbene Rasse sind keine systematischen Gesundheitsdaten über den Paisley Terrier überliefert. Aufgrund seiner geringen Größe und der intensiven Zucht auf Fellqualität dürften rassetypische Probleme aufgetreten sein, die man auch bei seinem Nachkommen, dem Yorkshire Terrier, kennt. Dazu gehören Patellaluxation, Zahnprobleme aufgrund des kleinen Kiefers, Hypoglykämie bei sehr kleinen Exemplaren und Hautprobleme unter dem dichten, langen Fell. Die enge Zuchtbasis in der begrenzten Population der schottischen Industriestädte dürfte zu Inzuchtdepressionen beigetragen haben. Atemwegserkrankungen in der verschmutzten Luft der viktorianischen Industriestädte waren ebenfalls wahrscheinlich.

Erziehung (historisch)

Der Paisley Terrier war als typischer Terrier intelligent und lernwillig, aber auch eigensinnig und selbstbewusst. Seine Erziehung in den Arbeiterfamilien Schottlands war pragmatisch und auf Stubenreinheit und grundlegenden Gehorsam ausgerichtet. Ausstellungshunde wurden zusätzlich auf ruhiges Stehen im Ring und die Duldung der ausgiebigen Fellpflege trainiert. Sein lebhaftes Temperament und sein Terrier-Eigensinn erforderten eine konsequente, aber liebevolle Führung. Die Sozialisierung in den beengten Arbeitersiedlungen erfolgte natürlich durch den engen Kontakt mit Menschen und anderen Hunden.

Geschichte & Herkunft

Der Paisley Terrier entstand im frühen 19. Jahrhundert in den schottischen Industriestädten Paisley und Glasgow, wo Textilarbeiter kleine Terrier auf besonders langes, seidiges Fell selektierten. Die Weber, die beruflich mit feinen Stoffen arbeiteten, übertrugen ihr ästhetisches Empfinden auf die Hundezucht. Ab den 1860er Jahren wurden Paisley Terrier auf Hundeausstellungen gezeigt, oft in derselben Klasse wie Skye Terrier, was zu Kontroversen führte. Als schottische Arbeiter nach Yorkshire abwanderten, brachten sie ihre langhaarigen Terrier mit, die dort mit lokalen Terriertypen gekreuzt wurden. Aus diesen Kreuzungen entstand der Yorkshire Terrier, der den Paisley Terrier auf den Ausstellungen verdrängte. Bis zum frühen 20. Jahrhundert war der Paisley Terrier als eigenständige Rasse verschwunden und vollständig im Yorkshire Terrier aufgegangen.

Häufige Fragen zum Paisley Terrier

Warum ist der Paisley Terrier ausgestorben?

Der Paisley Terrier entstand im frühen 19. Jahrhundert in den schottischen Industriestädten Paisley und Glasgow, wo Textilarbeiter kleine Terrier auf besonders langes, seidiges Fell selektierten. Die Weber, die beruflich mit feinen Stoffen arbeiteten, übertrugen ihr ästhetisches Empfinden auf die Hundezucht. Ab den 1860er Jahren wurden Paisley Terrier auf Hundeausstellungen gezeigt, oft in derselben Klasse wie Skye Terrier, was zu Kontroversen führte. Als schottische Arbeiter nach Yorkshire abwanderten, brachten sie ihre langhaarigen Terrier mit, die dort mit lokalen Terriertypen gekreuzt wurden. Aus diesen Kreuzungen entstand der Yorkshire Terrier, der den Paisley Terrier auf den Ausstellungen verdrängte. Bis zum frühen 20. Jahrhundert war der Paisley Terrier als eigenständige Rasse verschwunden und vollständig im Yorkshire Terrier aufgegangen.

Wann ist der Paisley Terrier ausgestorben?

Der Paisley Terrier gehört zu den ausgestorbenen Hunderassen. Details zur genauen Zeitperiode des Verschwindens finden sich in der Geschichte dieser Rasse weiter oben auf dieser Seite.

Gibt es heute noch Nachfahren des Paisley Terrier?

Viele moderne Hunderassen tragen Gene des Paisley Terrier in sich. Durch gezielte Zucht und Kreuzungen haben Merkmale dieser historischen Rasse in heutigen Rassen überlebt, auch wenn der Paisley Terrier selbst nicht mehr existiert.

Wie sah der Paisley Terrier aus?

Der Paisley Terrier ist eine ausgestorbene schottische Hunderasse, die als direkter Vorfahre des heute weltweit beliebten Yorkshire Terriers gilt und im 19. Jahrhundert in den industriellen Städten Schottlands, insbesondere in Paisley und Glasgow, als eleganter Begleithund gezüchtet wurde. Diese kle...

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