Paisley Terrier
Der ausgestorbene schottische Vorfahre des Yorkshire Terriers
Steckbrief
- Herkunft
- Schottland
- Größe
- 20–28 cm
- Gewicht
- 3–7 kg
- Lebenserwartung
- 12–15 Jahre
- Gruppe
- Terrier
Charakter & Wesen
Haltung & Pflege
Der Paisley Terrier war ein idealer Stadthund für die beengten Lebensumstände der viktorianischen Arbeiterfamilien in Paisley und Glasgow. Er lebte in den kleinen Wohnungen und Werkstätten der Weber, wo er ursprünglich zur Rattenbekämpfung eingesetzt wurde. Sein geringer Platzbedarf und sein überschaubarer Bewegungsbedarf machten ihn zum perfekten Begleiter für das städtische Leben. Die tägliche Fellpflege war allerdings zeitaufwendig und wurde von den Besitzern als wichtige Beschäftigung und Quelle des Stolzes betrachtet.
Ernährung (historisch)
Der Paisley Terrier wurde als kleiner Arbeiterhund mit einfacher Hausmannskost ernährt, die in den Arbeiterfamilien des viktorianischen Schottland verfügbar war. Brotreste, Kartoffeln, Fleischreste und gelegentlich Milch bildeten die Grundlage der Ernährung. Ausstellungshunde erhielten besondere Kost, um die Qualität ihres Fells zu fördern, darunter Lebertran und fettreiche Nahrung. Die Ernährung war nach heutigen Standards weder ausgewogen noch artgerecht, entsprach aber den damaligen Möglichkeiten der Arbeiterfamilien.
Gesundheit (historisch)
Als ausgestorbene Rasse sind keine systematischen Gesundheitsdaten über den Paisley Terrier überliefert. Aufgrund seiner geringen Größe und der intensiven Zucht auf Fellqualität dürften rassetypische Probleme aufgetreten sein, die man auch bei seinem Nachkommen, dem Yorkshire Terrier, kennt. Dazu gehören Patellaluxation, Zahnprobleme aufgrund des kleinen Kiefers, Hypoglykämie bei sehr kleinen Exemplaren und Hautprobleme unter dem dichten, langen Fell. Die enge Zuchtbasis in der begrenzten Population der schottischen Industriestädte dürfte zu Inzuchtdepressionen beigetragen haben. Atemwegserkrankungen in der verschmutzten Luft der viktorianischen Industriestädte waren ebenfalls wahrscheinlich.
Erziehung (historisch)
Der Paisley Terrier war als typischer Terrier intelligent und lernwillig, aber auch eigensinnig und selbstbewusst. Seine Erziehung in den Arbeiterfamilien Schottlands war pragmatisch und auf Stubenreinheit und grundlegenden Gehorsam ausgerichtet. Ausstellungshunde wurden zusätzlich auf ruhiges Stehen im Ring und die Duldung der ausgiebigen Fellpflege trainiert. Sein lebhaftes Temperament und sein Terrier-Eigensinn erforderten eine konsequente, aber liebevolle Führung. Die Sozialisierung in den beengten Arbeitersiedlungen erfolgte natürlich durch den engen Kontakt mit Menschen und anderen Hunden.
Geschichte & Herkunft
Der Paisley Terrier entstand im frühen 19. Jahrhundert in den schottischen Industriestädten Paisley und Glasgow, wo Textilarbeiter kleine Terrier auf besonders langes, seidiges Fell selektierten. Die Weber, die beruflich mit feinen Stoffen arbeiteten, übertrugen ihr ästhetisches Empfinden auf die Hundezucht. Ab den 1860er Jahren wurden Paisley Terrier auf Hundeausstellungen gezeigt, oft in derselben Klasse wie Skye Terrier, was zu Kontroversen führte. Als schottische Arbeiter nach Yorkshire abwanderten, brachten sie ihre langhaarigen Terrier mit, die dort mit lokalen Terriertypen gekreuzt wurden. Aus diesen Kreuzungen entstand der Yorkshire Terrier, der den Paisley Terrier auf den Ausstellungen verdrängte. Bis zum frühen 20. Jahrhundert war der Paisley Terrier als eigenständige Rasse verschwunden und vollständig im Yorkshire Terrier aufgegangen.
Häufige Fragen zum Paisley Terrier
Warum ist der Paisley Terrier ausgestorben?
Der Paisley Terrier entstand im frühen 19. Jahrhundert in den schottischen Industriestädten Paisley und Glasgow, wo Textilarbeiter kleine Terrier auf besonders langes, seidiges Fell selektierten. Die Weber, die beruflich mit feinen Stoffen arbeiteten, übertrugen ihr ästhetisches Empfinden auf die Hundezucht. Ab den 1860er Jahren wurden Paisley Terrier auf Hundeausstellungen gezeigt, oft in derselben Klasse wie Skye Terrier, was zu Kontroversen führte. Als schottische Arbeiter nach Yorkshire abwanderten, brachten sie ihre langhaarigen Terrier mit, die dort mit lokalen Terriertypen gekreuzt wurden. Aus diesen Kreuzungen entstand der Yorkshire Terrier, der den Paisley Terrier auf den Ausstellungen verdrängte. Bis zum frühen 20. Jahrhundert war der Paisley Terrier als eigenständige Rasse verschwunden und vollständig im Yorkshire Terrier aufgegangen.
Wann ist der Paisley Terrier ausgestorben?
Der Paisley Terrier gehört zu den ausgestorbenen Hunderassen. Details zur genauen Zeitperiode des Verschwindens finden sich in der Geschichte dieser Rasse weiter oben auf dieser Seite.
Gibt es heute noch Nachfahren des Paisley Terrier?
Viele moderne Hunderassen tragen Gene des Paisley Terrier in sich. Durch gezielte Zucht und Kreuzungen haben Merkmale dieser historischen Rasse in heutigen Rassen überlebt, auch wenn der Paisley Terrier selbst nicht mehr existiert.
Wie sah der Paisley Terrier aus?
Der Paisley Terrier ist eine ausgestorbene schottische Hunderasse, die als direkter Vorfahre des heute weltweit beliebten Yorkshire Terriers gilt und im 19. Jahrhundert in den industriellen Städten Schottlands, insbesondere in Paisley und Glasgow, als eleganter Begleithund gezüchtet wurde. Diese kle...
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