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Scottish Deerhound

Der sanfte Riese aus den schottischen Highlands

Steckbrief

FCI-Nr.
164
Herkunft
Großbritannien (Schottland)
Größe
7181 cm
Gewicht
3650 kg
Lebenserwartung
811 Jahre
Gruppe
Windhunde
Charakter
SanftWürdevollFreundlichRuhigMutig
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Scottish Deerhound ist ein majestätischer Riese unter den Windhunden und eine der ältesten und imposantesten Hunderassen Großbritanniens. Mit seiner beeindruckenden Größe, dem rauen, drahtigen Fell und seinem sanften, würdevollen Wesen verkörpert er die romantische Wildnis der schottischen Highlands wie kein anderer Hund. Walter Scott nannte ihn einst den königlichsten aller Geschöpfe, und diesem Ruf wird er bis heute gerecht. Mit einer Schulterhöhe von 71 bis 81 Zentimetern und einem Gewicht von 36 bis 50 Kilogramm gehört der Scottish Deerhound zu den größten Hunderassen der Welt. Sein raues, drahtiges Fell ist drei bis zehn Zentimeter lang und verleiht ihm ein zerknautschtes, unwiderstehlich charmantes Aussehen. Die vorherrschende Farbe ist Blaugrau, aber auch Braun, Gelb, Sand und gestromt kommen vor. Der Kopf ist lang und schmal, die Augen dunkel und sanft, der Ausdruck nachdenklich und weise. Charakterlich ist der Scottish Deerhound ein wundervoller Kontrast aus Kraft und Sanftmut. In der Familie ist er ein stiller, liebevoller Begleiter, der mit einer fast poetischen Gelassenheit durchs Leben geht. Er ist freundlich zu allen Menschen, sanft mit Kindern und begrüßt Besucher mit wedelndem Schwanz, was ihn zu einem denkbar schlechten Wachhund macht. Seine Würde und Gelassenheit strahlen Ruhe auf die gesamte Umgebung aus. Der Deerhound braucht trotz seiner ruhigen Natur regelmäßige Bewegung. Er genießt ausgedehnte Spaziergänge und liebt es, auf großen, sicheren Flächen zu galoppieren. Sein Sprint ist atemberaubend – ein Deerhound in vollem Lauf ist einer der eindrucksvollsten Anblicke in der Hundewelt. Die leider relativ kurze Lebenserwartung von 8 bis 11 Jahren ist der größte Wermutstropfen bei dieser wunderbaren Rasse. Besitzer eines Scottish Deerhounds lernen, jede gemeinsame Minute zu schätzen. Der Scottish Deerhound ist eine seltene, besondere Rasse für Liebhaber großer, sanfter Hunde mit einem Faible für schottische Romantik.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Scottish Deerhound braucht ein großes Haus mit eingezäuntem Garten und ist für eine Wohnung absolut ungeeignet. Der Zaun sollte mindestens 1,80 Meter hoch sein. Regelmäßige Möglichkeiten zum freien Galoppieren auf großen Flächen sind wichtig. Im Haus ist der Deerhound trotz seiner enormen Größe erstaunlich ruhig und unauffällig – er liegt bevorzugt auf weichen Sofas oder Betten und nimmt alles gelassen hin. Die Einrichtung sollte robust sein, da ein Deerhound mit seinem Schwanz leicht Gegenstände vom Tisch fegen kann. Er verträgt Kälte gut, Hitze weniger. Er sollte nicht länger als wenige Stunden alleine bleiben. Der Platz im Auto muss bedacht werden. Die Futterkosten und Tierarztkosten sind aufgrund der Größe erheblich.

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Ernährung

Der Scottish Deerhound benötigt als Riesenrasse hochwertiges, proteinreiches Futter in erheblicher Menge. Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag verteilt sind wichtig, um das Risiko einer Magendrehung zu minimieren. Eine einzelne große Mahlzeit ist zu vermeiden. Anti-Schling-Näpfe und erhöhte Futterschüsseln können sinnvoll sein. Welpen brauchen spezielles Riesenrassenfutter für langsames, kontrolliertes Wachstum. Übergewicht muss unbedingt vermieden werden, obwohl der Deerhound selten dazu neigt. Die monatlichen Futterkosten sind bei einem Hund dieser Größe erheblich und müssen in der Budgetplanung berücksichtigt werden. Gelenkunterstützende Nahrungsergänzungen können ab dem mittleren Alter sinnvoll sein. Frisches Wasser muss stets in ausreichender Menge verfügbar sein.

Gesundheit & Krankheiten

Der Scottish Deerhound hat leider eine für seine Größe typische, relativ kurze Lebenserwartung. Osteosarkom (Knochenkrebs) ist die häufigste Todesursache und tritt bei dieser Rasse überdurchschnittlich oft auf. Magendrehung ist aufgrund des tiefen, schmalen Brustkorbs ein ernstes, potenziell lebensbedrohliches Risiko. Kardiomyopathie und andere Herzerkrankungen kommen vor und sollten regelmäßig kontrolliert werden. Lebererkrankungen, insbesondere Portosystemische Shunts, sind bei der Rasse beschrieben. Hypothyreose kann auftreten. Narkoseempfindlichkeit ist wie bei allen Windhunden ein Thema. Der große, schwere Körper belastet die Gelenke – Hüftgelenksdysplasie ist möglich. Faktor-VII-Mangel, eine Blutgerinnungsstörung, ist bei der Rasse bekannt. Regelmäßige Vorsorge und Herzuntersuchungen sind essenziell.

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Erziehung

Der Scottish Deerhound ist ein sanfter, kooperativer Hund, der keine harte Erziehung braucht oder verträgt. Positive Verstärkung mit ruhiger Stimme und Geduld ist die ideale Methode. Er lernt die Grundkommandos willig, ist aber kein Hund für übertriebenen Drillgehorsam. Sein Wille zu gefallen ist moderat – er wird nie die Perfektion eines Schäferhundes erreichen, und das sollte auch nicht erwartet werden. Der Rückruf muss intensiv trainiert werden, da sein Jagdinstinkt bei Wildkontakt geweckt werden kann. Frühe Sozialisierung ist unkompliziert, da der Deerhound von Natur aus freundlich ist. Die größte Erziehungsherausforderung ist die Leinenführigkeit – ein Hund dieser Größe muss an der Leine manierlich gehen können.

Geschichte & Herkunft

Der Scottish Deerhound ist eine der ältesten britischen Hunderassen, deren Geschichte bis ins Mittelalter und möglicherweise darüber hinaus zurückreicht. Er wurde von den schottischen Clanchefs zur Jagd auf Rothirsche eingesetzt – ein Deerhound konnte einen ausgewachsenen Hirsch stellen und zu Fall bringen. Im 18. und 19. Jahrhundert war der Besitz eines Deerhounds dem schottischen Hochadel vorbehalten. Das Aussterben des schottischen Clanwesens nach der Schlacht von Culloden 1746 brachte die Rasse beinahe zum Verschwinden. Archibald und Duncan McNeill retteten die Rasse in den 1830er Jahren durch gezielte Zucht. Königin Victoria besaß Deerhounds, und Walter Scott machte sie literarisch berühmt. Die FCI führt die Rasse unter der Nummer 164.

Kosten im Überblick

Futter80,00 €/Monat
Versicherung40,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)35,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges25,00 €/Monat
Gesamt190,00 €/Monat
Jährlich2.280,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Scottish Deerhound

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Scottish-Deerhound-Besitzer unverzichtbar. Als einer der größten Hunde der Welt kann der Deerhound allein durch seine Körpermasse unbeabsichtigt erhebliche Schäden verursachen, auch wenn er ein äußerst friedlicher Hund ist. Ein Hund mit bis zu 50 Kilogramm kann Personen umwerfen oder Sachschäden verursachen. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro ist empfehlenswert.

Häufige Fragen zum Scottish Deerhound

Ist ein Scottish Deerhound ein guter Familienhund?

Ja, der Scottish Deerhound ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Scottish Deerhound im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Scottish Deerhound betragen durchschnittlich 190,00 €. Das umfasst Futter (80,00 €), Versicherung (40,00 €), Tierarzt (35,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (25,00 €).

Ist ein Scottish Deerhound für Anfänger geeignet?

Der Scottish Deerhound ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Scottish Deerhound?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Scottish Deerhound braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

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