Scottish Deerhound
Der sanfte Riese aus den schottischen Highlands
Steckbrief
- FCI-Nr.
- 164
- Herkunft
- Großbritannien (Schottland)
- Größe
- 71–81 cm
- Gewicht
- 36–50 kg
- Lebenserwartung
- 8–11 Jahre
- Gruppe
- Windhunde
Charakter & Wesen
Haltung & Pflege
Der Scottish Deerhound braucht ein großes Haus mit eingezäuntem Garten und ist für eine Wohnung absolut ungeeignet. Der Zaun sollte mindestens 1,80 Meter hoch sein. Regelmäßige Möglichkeiten zum freien Galoppieren auf großen Flächen sind wichtig. Im Haus ist der Deerhound trotz seiner enormen Größe erstaunlich ruhig und unauffällig – er liegt bevorzugt auf weichen Sofas oder Betten und nimmt alles gelassen hin. Die Einrichtung sollte robust sein, da ein Deerhound mit seinem Schwanz leicht Gegenstände vom Tisch fegen kann. Er verträgt Kälte gut, Hitze weniger. Er sollte nicht länger als wenige Stunden alleine bleiben. Der Platz im Auto muss bedacht werden. Die Futterkosten und Tierarztkosten sind aufgrund der Größe erheblich.
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Jetzt vergleichenErnährung
Der Scottish Deerhound benötigt als Riesenrasse hochwertiges, proteinreiches Futter in erheblicher Menge. Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag verteilt sind wichtig, um das Risiko einer Magendrehung zu minimieren. Eine einzelne große Mahlzeit ist zu vermeiden. Anti-Schling-Näpfe und erhöhte Futterschüsseln können sinnvoll sein. Welpen brauchen spezielles Riesenrassenfutter für langsames, kontrolliertes Wachstum. Übergewicht muss unbedingt vermieden werden, obwohl der Deerhound selten dazu neigt. Die monatlichen Futterkosten sind bei einem Hund dieser Größe erheblich und müssen in der Budgetplanung berücksichtigt werden. Gelenkunterstützende Nahrungsergänzungen können ab dem mittleren Alter sinnvoll sein. Frisches Wasser muss stets in ausreichender Menge verfügbar sein.
Gesundheit & Krankheiten
Der Scottish Deerhound hat leider eine für seine Größe typische, relativ kurze Lebenserwartung. Osteosarkom (Knochenkrebs) ist die häufigste Todesursache und tritt bei dieser Rasse überdurchschnittlich oft auf. Magendrehung ist aufgrund des tiefen, schmalen Brustkorbs ein ernstes, potenziell lebensbedrohliches Risiko. Kardiomyopathie und andere Herzerkrankungen kommen vor und sollten regelmäßig kontrolliert werden. Lebererkrankungen, insbesondere Portosystemische Shunts, sind bei der Rasse beschrieben. Hypothyreose kann auftreten. Narkoseempfindlichkeit ist wie bei allen Windhunden ein Thema. Der große, schwere Körper belastet die Gelenke – Hüftgelenksdysplasie ist möglich. Faktor-VII-Mangel, eine Blutgerinnungsstörung, ist bei der Rasse bekannt. Regelmäßige Vorsorge und Herzuntersuchungen sind essenziell.
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Tarife vergleichenErziehung
Der Scottish Deerhound ist ein sanfter, kooperativer Hund, der keine harte Erziehung braucht oder verträgt. Positive Verstärkung mit ruhiger Stimme und Geduld ist die ideale Methode. Er lernt die Grundkommandos willig, ist aber kein Hund für übertriebenen Drillgehorsam. Sein Wille zu gefallen ist moderat – er wird nie die Perfektion eines Schäferhundes erreichen, und das sollte auch nicht erwartet werden. Der Rückruf muss intensiv trainiert werden, da sein Jagdinstinkt bei Wildkontakt geweckt werden kann. Frühe Sozialisierung ist unkompliziert, da der Deerhound von Natur aus freundlich ist. Die größte Erziehungsherausforderung ist die Leinenführigkeit – ein Hund dieser Größe muss an der Leine manierlich gehen können.
Geschichte & Herkunft
Der Scottish Deerhound ist eine der ältesten britischen Hunderassen, deren Geschichte bis ins Mittelalter und möglicherweise darüber hinaus zurückreicht. Er wurde von den schottischen Clanchefs zur Jagd auf Rothirsche eingesetzt – ein Deerhound konnte einen ausgewachsenen Hirsch stellen und zu Fall bringen. Im 18. und 19. Jahrhundert war der Besitz eines Deerhounds dem schottischen Hochadel vorbehalten. Das Aussterben des schottischen Clanwesens nach der Schlacht von Culloden 1746 brachte die Rasse beinahe zum Verschwinden. Archibald und Duncan McNeill retteten die Rasse in den 1830er Jahren durch gezielte Zucht. Königin Victoria besaß Deerhounds, und Walter Scott machte sie literarisch berühmt. Die FCI führt die Rasse unter der Nummer 164.
Kosten im Überblick
| Futter | 80,00 €/Monat |
| Versicherung | 40,00 €/Monat |
| Tierarzt (Vorsorge) | 35,00 €/Monat |
| Hundesteuer | 10,00 €/Monat |
| Sonstiges | 25,00 €/Monat |
| Gesamt | 190,00 €/Monat |
| Jährlich | 2.280,00 €/Jahr |
* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.
Hundehaftpflicht für Scottish Deerhound
Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Scottish-Deerhound-Besitzer unverzichtbar. Als einer der größten Hunde der Welt kann der Deerhound allein durch seine Körpermasse unbeabsichtigt erhebliche Schäden verursachen, auch wenn er ein äußerst friedlicher Hund ist. Ein Hund mit bis zu 50 Kilogramm kann Personen umwerfen oder Sachschäden verursachen. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro ist empfehlenswert.
Häufige Fragen zum Scottish Deerhound
Ist ein Scottish Deerhound ein guter Familienhund?
Ja, der Scottish Deerhound ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.
Was kostet ein Scottish Deerhound im Monat?
Die monatlichen Kosten für einen Scottish Deerhound betragen durchschnittlich 190,00 €. Das umfasst Futter (80,00 €), Versicherung (40,00 €), Tierarzt (35,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (25,00 €).
Ist ein Scottish Deerhound für Anfänger geeignet?
Der Scottish Deerhound ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.
Wie viel Bewegung braucht ein Scottish Deerhound?
Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Scottish Deerhound braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.