Familienfreundlich

Scottish Terrier

Der würdevolle Schotte mit dem unbeugsamen Charakter

Steckbrief

FCI-Nr.
73
Herkunft
Großbritannien
Größe
2528 cm
Gewicht
810 kg
Lebenserwartung
1113 Jahre
Gruppe
Terrier
Charakter
UnabhängigSelbstbewusstMutigWürdevollLoyal
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Scottish Terrier ist ein kleiner Hund von großer Persönlichkeit. Mit seinem markanten Profil, dem drahtigen Fell, dem buschigen Bart und den aufrecht stehenden Ohren strahlt er eine Würde und Selbstsicherheit aus, die man von einem deutlich größeren Hund erwarten würde. Der Scottie ist ein echtes Original, ein Individualist unter den Hunden, der sich seine Zuneigung nicht leicht verschenkt, sie aber umso aufrichtiger zeigt, wenn er sie gewährt. Mit einer Schulterhöhe von 25 bis 28 Zentimetern und einem Gewicht von 8 bis 10 Kilogramm ist der Scottish Terrier ein kleiner, kompakter Hund mit einem auffallend niedrigen, gedrungenen Körperbau. Sein hartes, drahtiges Deckhaar mit weicher Unterwolle bildet den charakteristischen Rock und die langen Haare an Bauch und Beinen. Die Fellfarben sind Schwarz, Weiß oder gestromt (Brindle). Der lange Kopf mit dem kräftigen Fang, dem buschigen Bart und den stehenden Ohren verleiht ihm einen unverwechselbaren, fast ernsten Ausdruck. Charakterlich ist der Scottish Terrier das Sinnbild von Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein. Er ist kein Hund, der sich unterwürfig anbiedert – seine Zuneigung muss man sich verdienen. Dafür ist seine Loyalität, einmal gewonnen, unerschütterlich. Der Scottie ist ein denkender Hund, der Situationen eigenständig beurteilt und eigene Entscheidungen trifft. Sein Mut ist legendär – er wurde nicht umsonst „Diehard" genannt. Im Familienalltag ist der Scottie ein ruhiger, würdevoller Begleiter, der sich nicht aufdrängt, aber immer in der Nähe seiner Menschen ist. Er ist kein überschwänglicher Hund und zeigt seine Zuneigung auf subtile, aber aufrichtige Weise. Mit älteren Kindern kommt er gut aus, für Familien mit kleinen Kindern ist er aufgrund seiner Unabhängigkeit und geringen Toleranz gegenüber grobem Anfassen weniger geeignet. Sein Wachinstinkt ist ausgeprägt, und er meldet zuverlässig jeden Besucher. Die Pflege des drahtigen Fells erfordert regelmäßiges Trimmen alle acht bis zehn Wochen sowie wöchentliches Bürsten. Bart und Augenbrauen müssen regelmäßig gepflegt werden. Der Scottie haart kaum und gilt als allergikerfreundlich. Die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert werden. Der Scottish Terrier ist ein besonderer Hund für besondere Menschen. Wer einen unabhängigen, würdevollen und zutiefst loyalen Begleiter sucht, der nicht jederem gefallen will, aber den richtigen Menschen sein ganzes Herz schenkt, findet im Scottie den perfekten Partner.

Haltung & Pflege

Wohnungstauglich
Nicht ideal für Kleinkinder

Der Scottish Terrier eignet sich gut als Wohnungshund. Moderate Bewegung von etwa einer Stunde pro Tag reicht aus. Er genießt Spaziergänge, ist aber kein Marathonläufer. Der Scottie ist ein unabhängiger Hund, der auch einige Stunden alleine bleiben kann. Er braucht seinen festen Platz und seine Ruhezonen. Der Garten sollte eingezäunt sein, da der Scottie gerne gräbt und Kleintiere verfolgt. Er verträgt Kälte gut, bei Hitze sollte er geschont werden. Die Verträglichkeit mit anderen Hunden, besonders gleichgeschlechtlichen, kann problematisch sein. Die regelmäßige Fellpflege und das Trimmen müssen eingeplant werden. Er eignet sich für Singles, Paare und Familien mit älteren Kindern.

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Ernährung

Der Scottish Terrier benötigt hochwertiges Futter in angemessener Menge. Zwei Mahlzeiten pro Tag für erwachsene Hunde sind empfehlenswert. Die Futtermenge muss sorgfältig kontrolliert werden, da der Scottie bei zu wenig Bewegung zu Übergewicht neigt. Proteinreiches Futter mit gutem Fleischanteil ist ideal. Omega-Fettsäuren unterstützen die Gesundheit des drahtigen Fells. Aufgrund der erhöhten Blasenkrebs-Anfälligkeit kann eine Ernährung mit antioxidantienreichem Gemüse sinnvoll sein. Leckerlis sollten sparsam eingesetzt und von der Tagesration abgezogen werden. Frisches Wasser muss immer bereitstehen. Bei Verdauungsproblemen kann ein Wechsel zu leicht verdaulichem Futter helfen.

Gesundheit & Krankheiten

Der Scottish Terrier hat einige rassetypische Gesundheitsrisiken. Scottie Cramp ist eine erbliche Bewegungsstörung, die bei Aufregung zu Muskelkrämpfen führen kann. Von-Willebrand-Krankheit (Blutgerinnungsstörung) kommt in einigen Linien vor. Blasenkrebs (Übergangszellkarzinom) tritt beim Scottie häufiger auf als bei anderen Rassen. Lebererkrankungen sind möglich. Zerebrale Abiotrophie ist eine seltene neurologische Erkrankung. Patellaluxation kann vorkommen. Hypothyreose tritt gelegentlich auf. Kieferosteopathie (CMO) ist eine Knochenerkrankung, die bei jungen Scotties auftreten kann. Verantwortungsvolle Züchter testen auf bekannte Erbkrankheiten. Regelmäßige tierärztliche Vorsorge und Impfungen sind wichtig.

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Erziehung

Die Erziehung des Scottish Terriers erfordert Geduld, Konsequenz und Respekt vor seiner Unabhängigkeit. Der Scottie ist intelligent, aber nicht auf Gehorsam programmiert. Er entscheidet gerne selbst und kann äußerst eigensinnig sein. Positive Verstärkung ist die einzige effektive Methode – Zwang führt zu noch größerer Sturheit. Kurze, abwechslungsreiche Trainingseinheiten funktionieren besser als lange Übungsstunden. Frühe Sozialisierung ist wichtig. Der Scottie muss lernen, dass der Mensch die Richtung vorgibt. Hundeschule kann hilfreich sein, wenn der Trainer Erfahrung mit eigenständigen Terriern hat. Die Erwartungen an den Gehorsam sollten realistisch sein – der Scottie wird nie ein blindgehorsamer Hund sein.

Geschichte & Herkunft

Der Scottish Terrier gehört zu den ältesten Terrierrassen Schottlands. Seine genauen Ursprünge liegen im Dunkeln, aber niedrigläufige Terrier wurden in Schottland seit Jahrhunderten zur Jagd auf Dachse, Füchse und Ratten eingesetzt. Die heutige Rasse wurde im 19. Jahrhundert in der Region um Aberdeen standardisiert, weshalb er zeitweise als Aberdeen Terrier bekannt war. 1879 wurde der erste Rassestandard erstellt. Der Scottish Terrier wurde in den 1930er Jahren in den USA extrem populär. Präsident Franklin D. Roosevelt besaß den berühmten Scottie „Fala", der zum bekanntesten Hund Amerikas wurde. George W. Bush hatte ebenfalls Scottish Terrier im Weißen Haus. Der Scottie ist auch eine ikonische Spielfigur im Brettspiel Monopoly.

Kosten im Überblick

Futter35,00 €/Monat
Versicherung25,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)25,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges20,00 €/Monat
Gesamt115,00 €/Monat
Jährlich1.380,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Scottish Terrier

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Scottish-Terrier-Besitzer empfehlenswert. Obwohl der Scottie ein kleiner Hund ist, kann sein eigenständiges Verhalten in manchen Situationen zu unvorhergesehenen Ereignissen führen. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflicht für alle Hunde gesetzlich vorgeschrieben. Die geringen monatlichen Kosten bieten umfassenden Schutz vor finanziellen Folgen bei Schäden durch den Hund.

Häufige Fragen zum Scottish Terrier

Ist ein Scottish Terrier ein guter Familienhund?

Ja, der Scottish Terrier ist ein hervorragender Familienhund. Er ist anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Scottish Terrier im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Scottish Terrier betragen durchschnittlich 115,00 €. Das umfasst Futter (35,00 €), Versicherung (25,00 €), Tierarzt (25,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (20,00 €).

Ist ein Scottish Terrier für Anfänger geeignet?

Der Scottish Terrier ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Scottish Terrier?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 3/5. Moderate Bewegung von 1-2 Stunden täglich ist empfehlenswert.

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