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Sloughi

Der edle Berber-Windhund mit der melancholischen Seele

Steckbrief

FCI-Nr.
188
Herkunft
Marokko
Größe
6172 cm
Gewicht
1828 kg
Lebenserwartung
1013 Jahre
Gruppe
Windhunde
Charakter
EdelReserviertTreuSanftWachsam
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Sloughi ist ein edler Windhund aus Nordafrika, der seit Jahrhunderten von den Berbern und arabischen Nomaden als hochgeschätzter Jagd- und Begleithund gehalten wird. Mit seinem schlanken, muskulösen Körperbau, dem feinen, kurzen Fell und seinem melancholisch-sanften Gesichtsausdruck strahlt er eine stille Eleganz aus, die ihn von allen anderen Windhundrassen unterscheidet und Kenner in seinen Bann zieht. Mit einer Schulterhöhe von 61 bis 72 Zentimetern und einem Gewicht von 18 bis 28 Kilogramm ist der Sloughi ein großer, schlanker Windhund mit harmonischen Proportionen. Sein kurzes, glattes und feines Fell liegt eng am Körper an und kommt in verschiedenen Sandtönen, von hellem Creme über Rehbraun bis hin zu Mahagoni, vor. Manche Sloughis tragen eine schwarze Maske oder dunkle Streifen. Die großen, dunklen, mandelförmigen Augen verleihen ihm einen nachdenklichen, fast melancholischen Ausdruck, der seine Besitzer tief berührt. Charakterlich ist der Sloughi ein äußerst sensibler, edler Hund mit einer tiefen Seele. Er bindet sich eng an seine Bezugsperson und zeigt dieser gegenüber eine stille, aber intensive Zuneigung. Fremden gegenüber ist er reserviert und zurückhaltend, ohne dabei ängstlich oder aggressiv zu sein. Seine Sensibilität erfordert einen einfühlsamen Umgang – harte Worte oder Behandlung können ihn nachhaltig verunsichern. Im Familienalltag ist der Sloughi ein ruhiger, fast katzenartiger Mitbewohner, der die Nähe seiner Menschen sucht, ohne aufdringlich zu sein. Er liebt es, auf weichen Polstern zu ruhen und genießt die Ruhe des Hauses. Mit Kindern, die respektvoll mit ihm umgehen, kommt er gut aus. Der Bewegungsbedarf wechselt zwischen intensiven Sprintphasen und langen Ruhephasen. Der Sloughi braucht regelmäßig die Möglichkeit zum freien Laufen und Sprinten. Coursing ist die ideale Sportart. Zwischen den Aktivitäten ist er ein zufriedener Couch-Begleiter. Der Sloughi ist eine äußerst seltene Rasse in Deutschland und ein wahrer Schatz für Menschen, die seine stille Eleganz und tiefe Treue zu schätzen wissen.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Sloughi braucht ein Haus mit sicher eingezäuntem Garten und ist für eine Stadtwohnung nicht geeignet. Der Zaun muss mindestens 1,80 Meter hoch sein. Er braucht regelmäßige Möglichkeiten zum freien Laufen, idealerweise auf Coursing-Bahnen oder in sicher eingezäunten Bereichen. Im Haus ist er ein ruhiger, sauberer Mitbewohner, der weiche Liegeplätze bevorzugt. Kälte und Feuchtigkeit verträgt er schlecht – im deutschen Winter ist ein gefütterter Windhundemantel unerlässlich. Seine dünne Haut ist druckempfindlich, daher sollten weiche Betten bereitgestellt werden. Der Sloughi lebt gerne mit anderen Windhunden zusammen. Längeres Alleinsein toleriert er mäßig – er braucht die Nähe seiner Bezugsperson.

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Ernährung

Der Sloughi benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter, das seinem athletischen Körperbau entspricht. Zwei Mahlzeiten pro Tag für erwachsene Hunde sind empfehlenswert. Die Futtermenge muss sorgfältig dosiert werden – der Sloughi ist rassegerecht schlank, Rippen sollten leicht sichtbar oder zumindest gut fühlbar sein. Hoher Fleischanteil und gute Futterqualität sind essenziell. Der Energiebedarf variiert je nach Aktivitätslevel. An Tagen mit intensiver Bewegung braucht er mehr Kalorien. Omega-3-Fettsäuren unterstützen die empfindliche Haut. Leckerlis sollten sparsam eingesetzt werden. BARF ist eine gute Option für Windhunde. Frisches Trinkwasser muss stets verfügbar sein.

Gesundheit & Krankheiten

Der Sloughi ist eine grundsätzlich gesunde Rasse, die von der natürlichen Selektion in der rauen nordafrikanischen Umgebung profitiert. Progressive Retinaatrophie (PRA) ist die bedeutendste Erbkrankheit beim Sloughi – Zuchttiere sollten genetisch getestet werden. Immunvermittelte Erkrankungen können auftreten. Narkoseempfindlichkeit ist bei allen Windhunden ein Thema – der Tierarzt muss über die Rasse und deren besonderen Stoffwechsel informiert sein. Kälteempfindlichkeit aufgrund des kurzen Fells und der geringen Körperfettmasse ist ausgeprägt. Verletzungen an den langen Extremitäten können bei intensivem Laufen vorkommen. Hautempfindlichkeit und Druckstellen sind bei schlanken Windhunden möglich. Regelmäßige tierärztliche Vorsorge, Augenuntersuchungen und ein aktueller Impfschutz sind wichtig.

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Erziehung

Der Sloughi erfordert eine besonders einfühlsame Erziehung, die seiner extremen Sensibilität gerecht wird. Er ist einer der empfindlichsten Hunde überhaupt und reagiert bereits auf leise Veränderungen im Tonfall. Positive Verstärkung mit sanfter Stimme und Geduld ist die einzig sinnvolle Methode. Jede Form von Härte oder Druck ist kontraproduktiv und kann den Sloughi nachhaltig traumatisieren. Frühe, behutsame Sozialisierung ist wichtig, um seiner natürlichen Zurückhaltung entgegenzuwirken. Der Rückruf ist aufgrund des Jagdinstinkts herausfordernd. Eine Schleppleine bietet Sicherheit in offenen Gebieten. Die Erziehung erfordert einen geduldigen, ruhigen Halter mit Windhundeerfahrung.

Geschichte & Herkunft

Der Sloughi gehört zu den ältesten Windhundrassen der Welt und ist seit Jahrhunderten in Nordafrika heimisch, insbesondere in Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen. Er wird von den Berbervölkern und arabischen Nomaden als edler Jagdhund hochgeschätzt, der Gazellen, Hasen und Wüstenfüchse jagte. In der islamischen Kultur genießt der Sloughi eine Sonderstellung, da er als einziger Hund oft als rein betrachtet und im Haus gehalten werden durfte. Im 19. Jahrhundert gelangten die ersten Sloughis nach Europa, insbesondere nach Frankreich. Der Kolonialkrieg in Algerien und die Urbanisierung Nordafrikas dezimierten die Population stark. Die FCI führt die Rasse unter der Nummer 188, wobei Marokko als Patronatsland fungiert. In Deutschland gibt es nur wenige engagierte Züchter.

Kosten im Überblick

Futter50,00 €/Monat
Versicherung30,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)25,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges20,00 €/Monat
Gesamt135,00 €/Monat
Jährlich1.620,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Sloughi

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Sloughi-Besitzer empfehlenswert. Als großer, schneller Windhund mit Jagdinstinkt kann der Sloughi bei Wildkontakt impulsiv reagieren. Seine Geschwindigkeit macht ihn in solchen Momenten schwer kontrollierbar. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde gesetzlich vorgeschrieben. Die Versicherung bietet finanziellen Schutz zu geringen monatlichen Kosten.

Häufige Fragen zum Sloughi

Ist ein Sloughi ein guter Familienhund?

Ja, der Sloughi ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Sloughi im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Sloughi betragen durchschnittlich 135,00 €. Das umfasst Futter (50,00 €), Versicherung (30,00 €), Tierarzt (25,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (20,00 €).

Ist ein Sloughi für Anfänger geeignet?

Der Sloughi ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Sloughi?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Sloughi braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

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