Sloughi
Der edle Berber-Windhund mit der melancholischen Seele
Steckbrief
- FCI-Nr.
- 188
- Herkunft
- Marokko
- Größe
- 61–72 cm
- Gewicht
- 18–28 kg
- Lebenserwartung
- 10–13 Jahre
- Gruppe
- Windhunde
Charakter & Wesen
Haltung & Pflege
Der Sloughi braucht ein Haus mit sicher eingezäuntem Garten und ist für eine Stadtwohnung nicht geeignet. Der Zaun muss mindestens 1,80 Meter hoch sein. Er braucht regelmäßige Möglichkeiten zum freien Laufen, idealerweise auf Coursing-Bahnen oder in sicher eingezäunten Bereichen. Im Haus ist er ein ruhiger, sauberer Mitbewohner, der weiche Liegeplätze bevorzugt. Kälte und Feuchtigkeit verträgt er schlecht – im deutschen Winter ist ein gefütterter Windhundemantel unerlässlich. Seine dünne Haut ist druckempfindlich, daher sollten weiche Betten bereitgestellt werden. Der Sloughi lebt gerne mit anderen Windhunden zusammen. Längeres Alleinsein toleriert er mäßig – er braucht die Nähe seiner Bezugsperson.
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Der Sloughi benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter, das seinem athletischen Körperbau entspricht. Zwei Mahlzeiten pro Tag für erwachsene Hunde sind empfehlenswert. Die Futtermenge muss sorgfältig dosiert werden – der Sloughi ist rassegerecht schlank, Rippen sollten leicht sichtbar oder zumindest gut fühlbar sein. Hoher Fleischanteil und gute Futterqualität sind essenziell. Der Energiebedarf variiert je nach Aktivitätslevel. An Tagen mit intensiver Bewegung braucht er mehr Kalorien. Omega-3-Fettsäuren unterstützen die empfindliche Haut. Leckerlis sollten sparsam eingesetzt werden. BARF ist eine gute Option für Windhunde. Frisches Trinkwasser muss stets verfügbar sein.
Gesundheit & Krankheiten
Der Sloughi ist eine grundsätzlich gesunde Rasse, die von der natürlichen Selektion in der rauen nordafrikanischen Umgebung profitiert. Progressive Retinaatrophie (PRA) ist die bedeutendste Erbkrankheit beim Sloughi – Zuchttiere sollten genetisch getestet werden. Immunvermittelte Erkrankungen können auftreten. Narkoseempfindlichkeit ist bei allen Windhunden ein Thema – der Tierarzt muss über die Rasse und deren besonderen Stoffwechsel informiert sein. Kälteempfindlichkeit aufgrund des kurzen Fells und der geringen Körperfettmasse ist ausgeprägt. Verletzungen an den langen Extremitäten können bei intensivem Laufen vorkommen. Hautempfindlichkeit und Druckstellen sind bei schlanken Windhunden möglich. Regelmäßige tierärztliche Vorsorge, Augenuntersuchungen und ein aktueller Impfschutz sind wichtig.
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Der Sloughi erfordert eine besonders einfühlsame Erziehung, die seiner extremen Sensibilität gerecht wird. Er ist einer der empfindlichsten Hunde überhaupt und reagiert bereits auf leise Veränderungen im Tonfall. Positive Verstärkung mit sanfter Stimme und Geduld ist die einzig sinnvolle Methode. Jede Form von Härte oder Druck ist kontraproduktiv und kann den Sloughi nachhaltig traumatisieren. Frühe, behutsame Sozialisierung ist wichtig, um seiner natürlichen Zurückhaltung entgegenzuwirken. Der Rückruf ist aufgrund des Jagdinstinkts herausfordernd. Eine Schleppleine bietet Sicherheit in offenen Gebieten. Die Erziehung erfordert einen geduldigen, ruhigen Halter mit Windhundeerfahrung.
Geschichte & Herkunft
Der Sloughi gehört zu den ältesten Windhundrassen der Welt und ist seit Jahrhunderten in Nordafrika heimisch, insbesondere in Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen. Er wird von den Berbervölkern und arabischen Nomaden als edler Jagdhund hochgeschätzt, der Gazellen, Hasen und Wüstenfüchse jagte. In der islamischen Kultur genießt der Sloughi eine Sonderstellung, da er als einziger Hund oft als rein betrachtet und im Haus gehalten werden durfte. Im 19. Jahrhundert gelangten die ersten Sloughis nach Europa, insbesondere nach Frankreich. Der Kolonialkrieg in Algerien und die Urbanisierung Nordafrikas dezimierten die Population stark. Die FCI führt die Rasse unter der Nummer 188, wobei Marokko als Patronatsland fungiert. In Deutschland gibt es nur wenige engagierte Züchter.
Kosten im Überblick
| Futter | 50,00 €/Monat |
| Versicherung | 30,00 €/Monat |
| Tierarzt (Vorsorge) | 25,00 €/Monat |
| Hundesteuer | 10,00 €/Monat |
| Sonstiges | 20,00 €/Monat |
| Gesamt | 135,00 €/Monat |
| Jährlich | 1.620,00 €/Jahr |
* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.
Hundehaftpflicht für Sloughi
Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Sloughi-Besitzer empfehlenswert. Als großer, schneller Windhund mit Jagdinstinkt kann der Sloughi bei Wildkontakt impulsiv reagieren. Seine Geschwindigkeit macht ihn in solchen Momenten schwer kontrollierbar. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde gesetzlich vorgeschrieben. Die Versicherung bietet finanziellen Schutz zu geringen monatlichen Kosten.
Häufige Fragen zum Sloughi
Ist ein Sloughi ein guter Familienhund?
Ja, der Sloughi ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.
Was kostet ein Sloughi im Monat?
Die monatlichen Kosten für einen Sloughi betragen durchschnittlich 135,00 €. Das umfasst Futter (50,00 €), Versicherung (30,00 €), Tierarzt (25,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (20,00 €).
Ist ein Sloughi für Anfänger geeignet?
Der Sloughi ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.
Wie viel Bewegung braucht ein Sloughi?
Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Sloughi braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.