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Sloughi

Der edle nordafrikanische Windhund mit dem melancholischen Blick

Steckbrief

FCI-Nr.
188
Herkunft
Marokko
Größe
6172 cm
Gewicht
1828 kg
Lebenserwartung
1216 Jahre
Gruppe
Windhunde
Charakter
EdelSensibelTreuReserviertSchnell
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Sloughi ist ein edler, hocheleganter Windhund aus Nordafrika, der seit Jahrhunderten von den nomadischen Berbern und Beduinen Marokkos, Algeriens, Tunesiens und Libyens als geschätzter Jagdbegleiter und treuer Familienhund gehalten wird. Dieser faszinierende Sighthound gilt als einer der ältesten Windhundrassen der Welt und wird von seinen Haltern in Nordafrika mit einem Respekt und einer Zuneigung behandelt, die in der islamischen Kultur sonst keinem Hund zuteilwird, was seinen besonderen Status in der arabisch-berberischen Gesellschaft unterstreicht. Mit einer Schulterhöhe von 61 bis 72 Zentimetern und einem Gewicht von 18 bis 28 Kilogramm ist der Sloughi ein großer, schlanker Windhund von atemberaubender Eleganz. Sein Körperbau ist schlank, aber muskulös, mit einem tiefen Brustkorb, einer stark aufgezogenen Bauchlinie und langen, kräftigen Läufen, die ihm beeindruckende Geschwindigkeit und Wendigkeit verleihen. Das Fell ist sehr kurz, fein und dicht, ohne jede Unterwolle, was ihn perfekt an das heiße, trockene Klima seiner Heimat anpasst. Die Fellfarben umfassen verschiedene Sandtöne, Rehbraun, Rot und Gestromt, manchmal mit einer schwarzen Maske. Der edle Kopf mit den großen, dunklen, melancholisch blickenden Augen und den hoch angesetzten, dreieckigen Hängeohren verleiht ihm einen unverwechselbar wehmütigen Ausdruck. Charakterlich ist der Sloughi ein äußerst sensibler und tiefgründiger Hund, der eine besonders enge, fast exklusive Bindung zu seinem Besitzer aufbaut. Er ist ein Ein-Personen-Hund oder Ein-Familien-Hund, der seine Zuneigung nicht wahllos verschenkt, sondern sie den Menschen vorbehält, die sein Vertrauen gewonnen haben. Fremden gegenüber ist er reserviert und distanziert, ohne dabei aggressiv zu sein. Seine Sensibilität ist außergewöhnlich: Er nimmt kleinste Stimmungsschwankungen wahr und reagiert empfindlich auf raue Behandlung oder ein disharmonisches Umfeld. Im Haus ist der Sloughi ein ruhiger, fast geisterhaft stiller Begleiter, der sich bevorzugt auf einer weichen Unterlage zusammenrollt und die Nähe seiner Bezugsperson sucht. Im Freien verwandelt er sich in einen schnellen, wendigen Jäger, dessen Jagdinstinkt blitzartig aktiviert werden kann. Seine Geschwindigkeit und seine Fähigkeit, scharfe Richtungswechsel in vollem Lauf auszuführen, sind beeindruckend. Der Bewegungsbedarf ist hoch, aber der Sloughi zeigt eine angenehme Ruhe zwischen den aktiven Phasen. Coursing ist die ideale sportliche Betätigung. Die Pflege des sehr kurzen Fells ist minimal. Insgesamt ist der Sloughi ein außergewöhnlich edler, sensibler Begleiter für einfühlsame, erfahrene Halter, die die leise Tiefe dieses nordafrikanischen Windhundes zu schätzen wissen.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Sloughi benötigt ein ruhiges Zuhause mit einem sicher eingezäunten Garten. Der Zaun muss mindestens 1,80 Meter hoch sein. Wohnungshaltung ist nur bedingt möglich, wenn ausreichend Auslauf gewährleistet ist. Tägliche Möglichkeiten zum Sprinten in sicherem Gelände sind unverzichtbar. Der Sloughi ist extrem kälteempfindlich und braucht im Winter zwingend einen Mantel für draußen und einen warmen, weichen Schlafplatz drinnen. Er ist ein ruhiger Mitbewohner, der eine harmonische Atmosphäre braucht. Kleine Haustiere sind aufgrund seines Jagdinstinkts gefährdet. Er leidet unter Trennungsangst und sollte nicht lange allein gelassen werden.

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Ernährung

Der Sloughi benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter in angemessener Menge. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind empfehlenswert. Als schlanker Windhund hat er einen schnellen Stoffwechsel und darf nicht überfüttert werden. Gleichzeitig dürfen die Rippen zwar leicht fühlbar, aber nicht übermäßig sichtbar sein. Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Gesundheit der empfindlichen Haut und des feinen Fells. Die Futtermenge sollte an das Aktivitätslevel angepasst werden. An Coursing- oder Trainingstagen steigt der Energiebedarf. Frisches Trinkwasser muss jederzeit zur Verfügung stehen.

Gesundheit & Krankheiten

Der Sloughi ist eine robuste, langlebige Rasse mit wenigen rassetypischen Gesundheitsproblemen. Progressive Retinaatrophie (PRA) ist die am häufigsten dokumentierte Erbkrankheit, für die mittlerweile Gentests verfügbar sind. Wie bei allen Windhunden besteht eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Narkosemitteln und bestimmten Medikamenten. Das Fehlen einer Unterwolle macht den Sloughi kälteempfindlich, und er benötigt bei niedrigen Temperaturen einen Mantel. Hautverletzungen heilen bei seiner dünnen Haut manchmal langsamer. Autoimmunerkrankungen sind in einigen Linien dokumentiert. Die schlanke Statur darf nicht mit Unterernährung verwechselt werden. Regelmäßige tierärztliche Vorsorge, insbesondere Augenuntersuchungen, sind wichtig.

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Erziehung

Die Erziehung des Sloughi erfordert außergewöhnliches Feingefühl und Geduld. Dieser hochsensible Windhund reagiert auf harte Methoden mit dauerhaftem Vertrauensverlust. Ausschließlich positive, sanfte Methoden mit viel Lob und Belohnung sind angemessen. Der Rückruf ist praktisch nicht zuverlässig trainierbar, wenn der Jagdinstinkt aktiviert wird. Frühe Sozialisierung ist entscheidend, muss aber behutsam erfolgen, um den sensiblen Welpen nicht zu überfordern. Die Grundkommandos werden schnell verstanden, die Ausführung hängt aber von der Bereitschaft des Hundes ab. Geduld und Akzeptanz seiner windhundtypischen Eigenständigkeit sind unerlässlich.

Geschichte & Herkunft

Der Sloughi gehört zu den ältesten Windhundrassen der Welt und ist seit Jahrhunderten in Nordafrika verbreitet. Archäologische Funde und historische Darstellungen deuten darauf hin, dass Windhunde seines Typs bereits im alten Ägypten bekannt waren. In der islamischen Kultur Nordafrikas genießt der Sloughi einen einzigartigen Sonderstatus: Während Hunde im Islam generell als unrein gelten, wird der Sloughi von den Berbern als ehrenwert betrachtet und darf sogar im Zelt der Familie schlafen. Die französische Kolonialzeit brachte den Sloughi erstmals nach Europa. Die FCI erkannte ihn 1934 unter der Nummer 188 an. Heute ist der Sloughi in seinen Herkunftsländern durch die Veränderung der Lebensweisen bedroht, während in Europa und Amerika eine kleine, engagierte Zuchtgemeinschaft die Rasse erhält.

Kosten im Überblick

Futter45,00 €/Monat
Versicherung30,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)25,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges20,00 €/Monat
Gesamt130,00 €/Monat
Jährlich1.560,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Sloughi

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Sloughi-Besitzer empfehlenswert. Obwohl dieser Windhund ein sanftes Wesen besitzt, kann sein ausgeprägter Jagdtrieb in unvorhergesehenen Situationen zu Schäden führen. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro bietet angemessenen Schutz.

Häufige Fragen zum Sloughi

Ist ein Sloughi ein guter Familienhund?

Ja, der Sloughi ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Sloughi im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Sloughi betragen durchschnittlich 130,00 €. Das umfasst Futter (45,00 €), Versicherung (30,00 €), Tierarzt (25,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (20,00 €).

Ist ein Sloughi für Anfänger geeignet?

Der Sloughi ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Sloughi?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Sloughi braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

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