Turnspit Dog
Der ausgestorbene Küchenhund und lebende Bratenwender Englands
Steckbrief
- Herkunft
- Großbritannien (ausgestorben)
- Größe
- 20–35 cm
- Gewicht
- 7–14 kg
- Lebenserwartung
- 10–14 Jahre
- Gruppe
- Nicht FCI-anerkannt
Charakter & Wesen
Haltung & Pflege
Der Turnspit Dog lebte und arbeitete in der Küche, die sein gesamtes Universum darstellte. Er war ein Gebrauchshund im wahrsten Sinne des Wortes, dessen Haltungsbedingungen ausschließlich von seiner Funktion bestimmt wurden. In wohlhabenderen Haushalten wurden die Hunde oft besser behandelt und durften zwischen ihren Arbeitseinsätzen im Haus leben. In einfacheren Verhältnissen war ihr Dasein härter. Sonntags wurden die Turnspit Dogs der Überlieferung nach manchmal mit zur Kirche genommen, wo sie als Fußwärmer dienten. Eine moderne Haltung eines ähnlichen Typs wäre in einer Wohnung durchaus möglich, mit regelmäßiger Bewegung und geistiger Stimulation.
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Jetzt vergleichenErnährung
Der Turnspit Dog wurde als Küchenhund mit Küchenabfällen und Resten gefüttert. Sein Zugang zu Nahrung war eng mit seiner Arbeit in der Küche verbunden. Die Ernährung war einfach und funktional: Fleischreste, Knochen, Brot und was sonst in der Küche anfiel. Trotz dieser einfachen Kost scheinen die Hunde ausreichend ernährt gewesen zu sein, da sie für ihre anstrengende Arbeit Energie benötigten. An Bratentagen dürften sie von den Fleischresten profitiert haben. Eine moderne Haltung eines ähnlichen Hundetyps würde hochwertiges, ausgewogenes Futter in angemessener Menge erfordern.
Gesundheit & Krankheiten
Als ausgestorbene Rasse liegen keine modernen Gesundheitsdaten vor. Der langgestreckte Körperbau mit kurzen Beinen deutet auf mögliche Bandscheibenprobleme hin, ähnlich wie beim modernen Dackel. Die ständige Belastung durch das Laufen im Rad in der Nähe des Feuers dürfte zu Hitzebelastung, Erschöpfung und Gelenkproblemen geführt haben. Historische Quellen berichten von einer robusten Konstitution trotz der harten Arbeitsbedingungen. Die Hunde mussten widerstandsfähig genug sein, um stundenlange monotone Arbeit in der Hitze zu überstehen. Eine kurze Lebenserwartung aufgrund der Arbeitsbedingungen ist anzunehmen.
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Tarife vergleichenErziehung
Die „Erziehung" des Turnspit Dogs beschränkte sich historisch auf die Gewöhnung an das Laufrad und den Gehorsam gegenüber dem Küchenpersonal. Die Hunde wurden von klein auf an das Rad gewöhnt und lernten, auf Kommando zu laufen und anzuhalten. Berichten zufolge weigerten sich manche Hunde, das Rad zu betreten, woraufhin Hausmittel wie glühende Kohlen im Rad eingesetzt wurden, um sie zum Laufen zu bewegen. Dieses grausame Detail zeigt die pragmatische, oft rücksichtslose Haltung der damaligen Zeit gegenüber Arbeitstieren. Moderne Erziehungsmethoden hätten auf positive Verstärkung und Gewöhnung gesetzt.
Geschichte & Herkunft
Die Geschichte des Turnspit Dogs beginnt im 16. Jahrhundert in England, als der steigende Wohlstand des Bürgertums zu einer vermehrten Nachfrage nach gebratenem Fleisch führte. Das Drehen des Bratspießes war eine langwierige, monotone und unangenehme Aufgabe, die zunächst von Küchenjungen verrichtet wurde. Die Züchtung eines spezialisierten Hundes für diese Aufgabe war eine kreative, wenn auch aus heutiger Sicht ethisch fragwürdige Lösung. John Caius, der Leibarzt von Königin Elizabeth I., erwähnte den Turnspit Dog 1576 in seiner Abhandlung „De Canibus Britannicis" und beschrieb ihn als eine eigenständige Hundeart. Im 18. Jahrhundert war der Turnspit Dog in britischen Küchen allgegenwärtig, und selbst bescheidene Gasthäuser verfügten über mindestens einen dieser Arbeitshunde. Der letzte bekannte ausgestopfte Turnspit Dog, bekannt als „Whiskey", ist heute im Abergavenny Museum in Wales ausgestellt und erinnert als stilles Zeugnis an eine vergangene Ära der Mensch-Hund-Beziehung.
Kosten im Überblick
| Futter | 25,00 €/Monat |
| Versicherung | 20,00 €/Monat |
| Tierarzt (Vorsorge) | 20,00 €/Monat |
| Hundesteuer | 10,00 €/Monat |
| Sonstiges | 10,00 €/Monat |
| Gesamt | 85,00 €/Monat |
| Jährlich | 1.020,00 €/Jahr |
* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.
Hundehaftpflicht für Turnspit Dog
Da der Turnspit Dog eine ausgestorbene Rasse ist, sind Versicherungsfragen rein hypothetisch. Für einen kleinen Hund ähnlichen Typs wäre eine Hundehaftpflichtversicherung dennoch empfehlenswert, da selbst kleine Hunde in unvorhergesehenen Situationen indirekt Schäden verursachen können. In mehreren Bundesländern ist die Hundehaftpflicht ohnehin gesetzlich vorgeschrieben.
Häufige Fragen zum Turnspit Dog
Ist ein Turnspit Dog ein guter Familienhund?
Ja, der Turnspit Dog ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.
Was kostet ein Turnspit Dog im Monat?
Die monatlichen Kosten für einen Turnspit Dog betragen durchschnittlich 85,00 €. Das umfasst Futter (25,00 €), Versicherung (20,00 €), Tierarzt (20,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (10,00 €).
Ist ein Turnspit Dog für Anfänger geeignet?
Ja, der Turnspit Dog ist gut für Anfänger geeignet. Er ist lernwillig und verzeiht auch mal Erziehungsfehler.
Wie viel Bewegung braucht ein Turnspit Dog?
Der Bewegungsbedarf liegt bei 3/5. Moderate Bewegung von 1-2 Stunden täglich ist empfehlenswert.
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