Turnspit Dog
Der vergessene Küchenhund, der den Braten drehte
Steckbrief
- Herkunft
- England
- Größe
- 25–35 cm
- Gewicht
- 7–14 kg
- Lebenserwartung
- 10–14 Jahre
- Gruppe
- Ausgestorbene Rassen
Charakter & Wesen
Haltung & Pflege
Der Turnspit Dog lebte ausschließlich in der Küche seines Arbeitgebers und hatte wenig Kontakt zur Außenwelt. Die Haltung war auf seine Arbeitsfunktion beschränkt und entsprach in keiner Weise modernen Vorstellungen von artgerechter Hundehaltung. Zwei Hunde teilten sich üblicherweise die Arbeit im Schichtbetrieb. In ihrer arbeitsfreien Zeit lagen die Hunde in der warmen Küche und ruhten sich von ihrer anstrengenden Tätigkeit aus. Am Sonntag, wenn nicht gekocht wurde, hatten die Hunde frei und wurden gelegentlich als Fußwärmer in die Kirche mitgenommen. Die Rasse ist ausgestorben.
Ernährung (historisch)
Der Turnspit Dog wurde mit den Resten der Küche ernährt, in der er arbeitete. Er erhielt Fleischabfälle, Knochen, Brot und Gemüsereste, die bei der Zubereitung der Mahlzeiten anfielen. Die Ernährung war dementsprechend unregelmäßig und nicht auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt. Einige Quellen berichten, dass die Hunde vor der Arbeit nur sparsam gefüttert wurden, um ihre Motivation am Rad aufrechtzuerhalten, und erst nach getaner Arbeit eine vollständige Mahlzeit erhielten. Die Rasse ist seit dem 19. Jahrhundert ausgestorben.
Gesundheit (historisch)
Der Turnspit Dog litt vermutlich unter einer Reihe von Gesundheitsproblemen, die durch seine unnatürliche Arbeit und seine extremen Körperproportionen bedingt waren. Die stundenlange, monotone Arbeit im heißen Küchenrad führte zu chronischer Erschöpfung und Hitzestress. Die kurzen Beine und der lange Rücken prädisponierten für Bandscheibenvorfälle und Rückenprobleme, ähnlich wie beim modernen Dackel. Gelenkprobleme durch die einseitige Belastung waren wahrscheinlich. Die enge Haltung im Küchenbereich und die mangelnde Bewegung im Freien führten zu Vitamin-D-Mangel und Muskelschwund. Die Lebensqualität war gering.
Erziehung (historisch)
Die „Ausbildung" des Turnspit Dogs bestand hauptsächlich darin, ihn an das Laufen im Rad zu gewöhnen. Welpen wurden bereits in jungem Alter in das Rad gesetzt und durch Belohnung oder Bestrafung zum Laufen gebracht. Einige Quellen berichten von der grausamen Praxis, glühende Kohlen in das Rad zu legen, um widerspenstige Hunde zum Laufen zu zwingen. Die Hunde lernten schnell, wann ihre Schicht begann, und versuchten sich oft zu verstecken, was als Zeichen ihrer Intelligenz, aber auch ihrer Abneigung gegen die Arbeit gedeutet werden kann. Die Rasse ist ausgestorben.
Geschichte & Herkunft
Der Turnspit Dog wurde erstmals im 16. Jahrhundert in englischen Quellen erwähnt. Die erste detaillierte Beschreibung stammt von John Caius, dem Leibarzt von Königin Elizabeth I., der den Turnspit in seiner Schrift „De Canibus Britannicis" von 1570 unter dem lateinischen Namen „Canis vertigus" aufführte. Im 17. und 18. Jahrhundert war der Turnspit Dog in England und Wales weit verbreitet. Linnaeus klassifizierte ihn 1756 als „Canis vertigus". Im frühen 19. Jahrhundert ersetzten mechanische Bratenwender und später Gasöfen die Hundearbeit. Charles Darwin erwähnte den Turnspit Dog als Beispiel für zweckgerichtete Zucht. Der letzte arbeitende Turnspit wurde in den 1850er Jahren dokumentiert. Ein präpariertes Exemplar ist im Abergavenny Museum in Wales zu sehen.
Häufige Fragen zum Turnspit Dog
Warum ist der Turnspit Dog ausgestorben?
Der Turnspit Dog wurde erstmals im 16. Jahrhundert in englischen Quellen erwähnt. Die erste detaillierte Beschreibung stammt von John Caius, dem Leibarzt von Königin Elizabeth I., der den Turnspit in seiner Schrift „De Canibus Britannicis" von 1570 unter dem lateinischen Namen „Canis vertigus" aufführte. Im 17. und 18. Jahrhundert war der Turnspit Dog in England und Wales weit verbreitet. Linnaeus klassifizierte ihn 1756 als „Canis vertigus". Im frühen 19. Jahrhundert ersetzten mechanische Bratenwender und später Gasöfen die Hundearbeit. Charles Darwin erwähnte den Turnspit Dog als Beispiel für zweckgerichtete Zucht. Der letzte arbeitende Turnspit wurde in den 1850er Jahren dokumentiert. Ein präpariertes Exemplar ist im Abergavenny Museum in Wales zu sehen.
Wann ist der Turnspit Dog ausgestorben?
Der Turnspit Dog gehört zu den ausgestorbenen Hunderassen. Details zur genauen Zeitperiode des Verschwindens finden sich in der Geschichte dieser Rasse weiter oben auf dieser Seite.
Gibt es heute noch Nachfahren des Turnspit Dog?
Viele moderne Hunderassen tragen Gene des Turnspit Dog in sich. Durch gezielte Zucht und Kreuzungen haben Merkmale dieser historischen Rasse in heutigen Rassen überlebt, auch wenn der Turnspit Dog selbst nicht mehr existiert.
Wie sah der Turnspit Dog aus?
Der Turnspit Dog, auf Deutsch auch Bratenwender-Hund oder Drehhund genannt, war eine einzigartige und heute ausgestorbene Hunderasse, die speziell für eine der ungewöhnlichsten Aufgaben in der Geschichte der Hundezucht gezüchtet wurde: das Drehen des Bratspießes in den Küchen der englischen Gasthäus...
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