Familienfreundlich

Barsoi

Der aristokratische Riese aus den russischen Steppen

Steckbrief

FCI-Nr.
193
Herkunft
Russland
Größe
6882 cm
Gewicht
2748 kg
Lebenserwartung
914 Jahre
Gruppe
Windhunde
Charakter
SanftmütigRuhigElegantUnabhängigSensibel
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Barsoi, auch als Russischer Windhund oder Borzoi bekannt, ist ein atemberaubend schöner Hund, der mit seiner anmutigen Erscheinung und seinem sanften Wesen seit Jahrhunderten die russische Aristokratie und Hundeliebhaber weltweit bezaubert. Dieser majestätische Windhund vereint höchste Eleganz mit überraschender Kraft und war einst in der Lage, selbst Wölfe zu jagen – eine Aufgabe, die ihm seinen Beinamen „Russischer Wolfshund" einbrachte. Mit einer Schulterhöhe von 68 bis 82 Zentimetern und einem Gewicht von 27 bis 48 Kilogramm ist der Barsoi einer der größten Windhunde. Sein langer, schmaler Kopf mit dem sanften Gesichtsausdruck, der elegante Hals und der schlanke, muskulöse Körper machen ihn zu einer der ästhetisch ansprechendsten Hunderassen überhaupt. Sein langes, seidiges Fell ist leicht gewellt und bildet am Hals, an der Brust und an den Hinterläufen üppige Fransen. Alle Farben und Farbkombinationen sind zulässig, wobei Weiß mit farbigen Platten besonders häufig ist. Der Charakter des Barsois ist von einer tiefen Sanftmut und Ruhe geprägt. Zu Hause verhält er sich fast wie ein großes, elegantes Möbelstück – er liegt stundenlang entspannt auf seinem Platz und strahlt eine meditative Gelassenheit aus. Diese Ruhe täuscht jedoch über seine explosive Schnelligkeit hinweg, die er im Freien bei Bedarf sofort abrufen kann. Im Umgang mit seiner Familie zeigt der Barsoi eine zurückhaltende, aber aufrichtige Zuneigung. Er ist kein Hund, der ständig Streicheleinheiten einfordert, aber er genießt die Nähe seiner Menschen auf seine diskrete Art. Fremden gegenüber ist er reserviert und distanziert, ohne dabei ängstlich oder aggressiv zu sein. Seine Sensibilität macht ihn empfänglich für Stimmungen im Haushalt. Der Bewegungsbedarf des Barsois ist höher, als sein ruhiges Wesen vermuten lässt. Er braucht täglich die Möglichkeit, frei zu laufen und seine Geschwindigkeit auszuleben. Coursing und Rennbahnsport sind ideale Beschäftigungsformen. Sein Jagdtrieb ist stark ausgeprägt und erfordert Vorsicht beim Freilauf. Die Fellpflege ist moderater als beim Afghanischen Windhund, erfordert aber dennoch regelmäßiges Bürsten, um Verfilzungen besonders an den Fransen zu vermeiden. Insgesamt ist der Barsoi ein Hund von außergewöhnlicher Schönheit und Anmut für erfahrene Hundehalter, die einen ruhigen, würdevollen Begleiter suchen und seinen besonderen Bedürfnissen gerecht werden können.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Nicht ideal für Kleinkinder

Der Barsoi braucht ein Haus mit großem, hoch eingezäuntem Garten – ein Zaun von mindestens 1,80 Meter Höhe ist empfehlenswert. Trotz seiner Größe ist er zu Hause ruhig und zurückhaltend. Mindestens eine bis zwei Stunden Bewegung pro Tag sind notwendig, idealerweise mit der Möglichkeit zum Freilauf. Coursing ist die ideale Sportart. Der Barsoi verträgt Kälte gut, Hitze dagegen weniger. Er ist kein idealer Familienhund für Familien mit kleinen Kindern, da er auf Lärm und Unruhe empfindlich reagiert. Andere Windhunde als Gesellschaft werden oft geschätzt. Bei Katzen und Kleintieren ist aufgrund des Jagdtriebs Vorsicht geboten. Der Barsoi kann einige Stunden allein bleiben, leidet aber unter langer Trennung.

Hundehaftpflicht vergleichen für Barsoi

Ab 3€/Monat – Vergleiche die besten Tarife und spare bis zu 60%

Jetzt vergleichen

Ernährung

Der Barsoi benötigt als großer, aktiver Windhund hochwertiges, proteinreiches Futter. Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag sind zur Vorbeugung einer Magendrehung unerlässlich. Nach dem Fressen muss eine Ruhephase von mindestens einer Stunde eingehalten werden. Anti-Schling-Näpfe und erhöhte Futternäpfe können sinnvoll sein. Die Futtermenge muss dem Aktivitätslevel angepasst werden. Der Barsoi sollte schlank bleiben, die Rippen leicht fühlbar sein. Hochwertige Fette und Proteine unterstützen den Erhalt der Muskulatur. Omega-Fettsäuren sind gut für das seidige Fell. Welpen großer Rassen benötigen spezielles Futter für kontrolliertes Wachstum. Frisches Wasser muss stets verfügbar sein.

Gesundheit & Krankheiten

Der Barsoi hat einige rassetypische Gesundheitsprobleme. Magendrehung ist aufgrund des tiefen Brustkorbs ein ernstes Risiko – Vorbeugung durch mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhepausen nach dem Fressen ist wichtig. Osteosarkom (Knochenkrebs) tritt bei großen Windhunden häufiger auf. Herzerkrankungen wie dilatative Kardiomyopathie kommen vor und sollten regelmäßig untersucht werden. Hypothyreose tritt gelegentlich auf. Wie alle Windhunde reagiert der Barsoi empfindlich auf Narkosemittel. Progressive Retinaatrophie ist möglich. Die dünne Haut und das geringe Körperfett machen ihn anfällig für Verletzungen und Kälte. Hüftgelenksdysplasie ist selten, kann aber vorkommen. Regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig.

Hunde-OP-Versicherung vergleichen für Barsoi

OP-Kosten von 1.000–6.000€ absichern – schon ab 10€/Monat

Tarife vergleichen

Erziehung

Die Erziehung des Barsois erfordert Geduld und ein Verständnis für die Windhund-Mentalität. Er ist intelligent, aber nicht darauf ausgelegt, Befehle blindlings auszuführen. Positive Verstärkung mit sanfter, geduldiger Konsequenz ist der beste Ansatz. Harte Korrekturen führen zu Rückzug und Vertrauensverlust. Frühe Sozialisierung ist wichtig, um seine natürliche Scheu gegenüber Fremden zu mildern. Der Rückruf bei Sichtreizen ist die größte Herausforderung – ein verlässlicher Rückruf wird bei den meisten Barsois nicht vollständig erreicht. Grundgehorsam kann erlernt werden, Perfektion sollte nicht erwartet werden. Die Bindung zum Halter ist der Schlüssel zur erfolgreichen Erziehung. Der Barsoi braucht einen ruhigen, ausgeglichenen Menschen an seiner Seite.

Geschichte & Herkunft

Der Barsoi wurde über Jahrhunderte vom russischen Adel als Jagdhund für die Wolfsjagd gezüchtet. Die Jagd mit Barsois war ein aufwändiges, ritualisiertes Ereignis, bei dem Paare oder Dreiergruppen von Barsois auf Wölfe gehetzt wurden. Zar Nikolaus II. und viele andere Mitglieder der russischen Aristokratie waren begeisterte Barsoi-Züchter. Nach der Russischen Revolution 1917 wurden viele Barsois getötet, da sie als Symbol der Aristokratie galten. Glücklicherweise hatten bereits zuvor Exemplare Europa und Amerika erreicht. Königin Victoria erhielt Barsois als Geschenk von Zar Alexander II. Die FCI führt den Barsoi unter der Nummer 193. Der Name „Barsoi" leitet sich vom russischen Wort „borzyi" (schnell) ab.

Kosten im Überblick

Futter60,00 €/Monat
Versicherung35,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)30,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges20,00 €/Monat
Gesamt155,00 €/Monat
Jährlich1.860,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Barsoi

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Barsoi-Besitzer sehr empfehlenswert. Der große, schnelle Windhund kann durch seinen plötzlichen Jagdtrieb in unkontrollierten Situationen erhebliche Schäden verursachen. Seine Größe und Geschwindigkeit erhöhen das Unfallrisiko. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro ist sinnvoll. In einigen Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde ohnehin Pflicht.

Häufige Fragen zum Barsoi

Ist ein Barsoi ein guter Familienhund?

Ja, der Barsoi ist ein hervorragender Familienhund. Er ist anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Barsoi im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Barsoi betragen durchschnittlich 155,00 €. Das umfasst Futter (60,00 €), Versicherung (35,00 €), Tierarzt (30,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (20,00 €).

Ist ein Barsoi für Anfänger geeignet?

Der Barsoi ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Barsoi?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 4/5. Der Barsoi braucht viel Auslauf – mindestens 2 Stunden täglich.

Passende Ratgeber

Nützliche Tools

Ähnliche Rassen