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Bernhardiner

Der legendäre Alpenheld mit dem sanften Riesenherz

Steckbrief

FCI-Nr.
61
Herkunft
Schweiz
Größe
6590 cm
Gewicht
5482 kg
Lebenserwartung
810 Jahre
Gruppe
Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde
Charakter
GutmütigGelassenTreuWachsamGeduldig
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Bernhardiner ist eine der bekanntesten Hunderassen der Welt – nicht zuletzt dank der Legende vom Fässchen mit Schnaps um den Hals, das den in Schneelawinen verschütteten Wanderern Wärme spenden sollte. Auch wenn das Fässchen eine Erfindung der Kunst ist, bleibt der Bernhardiner ein Symbol für Mut, Hilfsbereitschaft und unerschütterliche Treue. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 70 bis 90 Zentimetern und ein Gewicht von 64 bis 82 Kilogramm. Hündinnen sind mit 65 bis 80 Zentimetern und 54 bis 64 Kilogramm etwas kleiner. Es gibt eine Kurzhaar- und eine Langhaar-Variante. Das Fell ist weiß mit rötlich-braunen Abzeichen. Die schwarze Gesichtsmaske und die kräftige Statur geben dem Bernhardiner sein unverwechselbares Aussehen. Der Bernhardiner ist ein gutmütiger, geduldiger Riese mit einem bemerkenswert ruhigen Temperament. Er ist freundlich, anhänglich und besonders liebevoll im Umgang mit Kindern. Sein ausgeglichenes Wesen macht ihn zu einem angenehmen Familienhund – vorausgesetzt, man hat den Platz für ihn. Der Bewegungsbedarf ist für einen so großen Hund gering. Zwei ruhige Spaziergänge am Tag genügen. Extreme Belastung muss vermieden werden. Der Bernhardiner ist kein Sportler und bei Hitze besonders empfindlich. Der Bernhardiner sabbert erheblich – dies ist ein Aspekt, den man vor der Anschaffung kennen und akzeptieren muss. Sabberhandtücher gehören bei Bernhardiner-Besitzern zur Grundausstattung. Die kurze Lebenserwartung, die hohen Haltungskosten und die erhebliche Größe machen den Bernhardiner zu einem Hund, der wohlüberlegt angeschafft werden sollte. Wer ihm ein liebevolles Zuhause bieten kann, wird mit einem treuen, sanften Gefährten belohnt.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Bernhardiner braucht ein großes Haus mit Garten. Eine Wohnung ist völlig ungeeignet. Moderate Bewegung genügt – zwei ruhige Spaziergänge am Tag. Extreme Hitze ist der größte Feind des Bernhardiners – im Sommer braucht er eine kühle Rückzugsmöglichkeit. Kälte hingegen liebt er. Der Sabber erfordert Toleranz und ständig verfügbare Handtücher. Die Haltungskosten sind sehr hoch. Transport erfordert ein großes Fahrzeug. Der Bernhardiner ist ein Familienhund, der engen Kontakt zu seinen Menschen braucht. Alleinbleiben liegt ihm nicht. Die kurze Lebenserwartung muss bei der Anschaffung bedacht werden.

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Ernährung

Der Bernhardiner hat als Riesenrasse einen hohen Futterbedarf. Hochwertiges Futter für Riesenrassen ist Pflicht. Welpen brauchen spezielles Wachstumsfutter mit kontrolliertem Calcium/Phosphor-Verhältnis. Erwachsene erhalten zwei Mahlzeiten – niemals eine große Mahlzeit, um Magendrehung vorzubeugen. Anti-Schling-Näpfe und Ruhepausen sind empfehlenswert. Die monatlichen Futterkosten liegen bei 80 bis 130 Euro. Gelenkunterstützende Zusätze sind schon im jungen Alter sinnvoll. Übergewicht muss unbedingt vermieden werden, da es die Gelenke extrem belastet.

Gesundheit & Krankheiten

Der Bernhardiner ist als Riesenrasse von verschiedenen Gesundheitsproblemen betroffen. Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) sind weit verbreitet. Magendrehung ist ein lebensbedrohliches Risiko. Osteosarkom und andere Krebsarten kommen bei Riesenrassen häufiger vor. Dilatative Kardiomyopathie kann auftreten. Entropium und Ektropium (Fehlstellung der Augenlider) sind häufig und erfordern oft chirurgische Korrektur. Epilepsie kommt gelegentlich vor. Hitzschlag ist ein ernstes Risiko – der Bernhardiner ist hitzeempfindlich. Osteochondrose (OCD) betrifft die Gelenke junger Hunde. Die Zucht sollte auf Gesundheit und Langlebigkeit ausgerichtet sein.

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Erziehung

Der Bernhardiner ist gutmütig und kooperativ, was die Erziehung grundsätzlich erleichtert. Positive Verstärkung ist die richtige Methode. Das Wichtigste: Leinenführigkeit und Grundgehorsam müssen im Welpenalter etabliert werden, bevor der Hund sein volles Gewicht erreicht. Ein 80-Kilogramm-Hund, der an der Leine zieht, ist nicht zu kontrollieren. Frühe Sozialisierung ist wichtig. Der Bernhardiner kann etwas stur sein – Geduld und Konsequenz sind gefragt. Harte Erziehungsmethoden sind beim sensiblen Bernhardiner unangebracht. Hundeschule ist empfehlenswert. Die „Flegeljahre" eines riesigen Bernhardiner-Teenagers erfordern starke Nerven.

Geschichte & Herkunft

Die Geschichte des Bernhardiners ist untrennbar mit dem Hospiz auf dem Großen St. Bernhard verbunden, dem Alpenpass zwischen der Schweiz und Italien. Seit dem 17. Jahrhundert hielten die Mönche dort große Hunde, die bei der Suche nach verschütteten und verirrten Reisenden halfen. Der berühmteste Bernhardiner war „Barry" (1800-1814), der über 40 Menschenleben gerettet haben soll. Im 19. Jahrhundert wurden die Hunde durch Einkreuzung von Neufundländern größer und schwerer. Die ursprünglichen Rettungshunde waren schlanker und beweglicher. 1884 wurde der Schweizerische St. Bernhards-Club gegründet. Die FCI erkannte die Rasse 1954 an. Die Beethoven-Filme machten den Bernhardiner weltweit zum Kinderstar.

Kosten im Überblick

Futter100,00 €/Monat
Versicherung50,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)45,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges30,00 €/Monat
Gesamt235,00 €/Monat
Jährlich2.820,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Bernhardiner

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Bernhardiner-Besitzer unverzichtbar. Mit bis zu 82 Kilogramm kann dieser sanfte Riese allein durch sein Gewicht erhebliche Schäden verursachen. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflicht für alle Hunde Pflicht. Eine hohe Deckungssumme ist dringend empfohlen.

Häufige Fragen zum Bernhardiner

Ist ein Bernhardiner ein guter Familienhund?

Ja, der Bernhardiner ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Bernhardiner im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Bernhardiner betragen durchschnittlich 235,00 €. Das umfasst Futter (100,00 €), Versicherung (50,00 €), Tierarzt (45,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (30,00 €).

Ist ein Bernhardiner für Anfänger geeignet?

Der Bernhardiner ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Bernhardiner?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 2/5. Kürzere Spaziergänge und Spieleinheiten reichen in der Regel aus.

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