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Drever

Die mutige schwedische Dachsbracke für die Treibjagd

Steckbrief

FCI-Nr.
130
Herkunft
Schweden
Größe
3038 cm
Gewicht
1416 kg
Lebenserwartung
1215 Jahre
Gruppe
Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Charakter
MutigZielstrebigFreundlichAufmerksamZäh
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Drever, auch als Schwedische Dachsbracke bekannt, ist ein kleiner, aber überaus mutiger und zielstrebiger Jagdhund aus Schweden, der trotz seiner kurzen Beine eine bemerkenswerte Ausdauer und Arbeitskraft besitzt. Dieser niederläufige Laufhund wurde in den 1940er Jahren als eigenständige Rasse anerkannt und hat sich seitdem zum meistverwendeten Jagdhund Schwedens entwickelt, eine Position, die er seinem vielseitigen Einsatzbereich und seinem unkomplizierten Wesen verdankt. Mit einer Schulterhöhe von nur 30 bis 38 Zentimetern und einem Gewicht von 14 bis 16 Kilogramm ist der Drever ein kompakter, kräftiger Hund auf kurzen, geraden Beinen. Sein Körper ist lang und muskulös, der Brustkorb tief und geräumig. Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht und kommt in verschiedenen Farben vor, wobei die Kombinationen aus Weiß mit Rot, Schwarz oder Loh am häufigsten sind. Weiße Abzeichen, die von allen Seiten sichtbar sind, sind ein Rassemerkmal, das dem Jäger hilft, den Hund im Gelände zu erkennen. Charakterlich beeindruckt der Drever durch einen unerschrockenen Mut, der in keinem Verhältnis zu seiner geringen Körpergröße steht. Er wurde für die Jagd auf Hirsche, Hasen und Füchse gezüchtet und stellt das Wild durch sein ausdauerndes, langsames Verfolgen auf der Fährte, wobei er durch lautes, anhaltendes Bellen die Position des Wildes anzeigt. Seine kurzen Beine verlangsamen das Wild nicht zum Flüchten, sondern bringen es dazu, stehenzubleiben, was dem Jäger den Schuss ermöglicht. Im häuslichen Umfeld zeigt der Drever eine überraschend freundliche und anpassungsfähige Seite. Er ist ein fröhlicher, aufgeschlossener Hund, der sich mit seiner Familie eng verbunden fühlt und auch mit Kindern geduldig und spielfreudig umgeht. Trotz seiner Jagdpassion kann er sich im Haus ruhig und entspannt verhalten, sofern er ausreichend Bewegung und geistige Stimulation erhält. Der Bewegungsbedarf des Drever ist moderat bis hoch. Obwohl er kein Langstreckenläufer ist, braucht er tägliche Spaziergänge von mindestens einer Stunde sowie regelmäßige Gelegenheit zur Nasenarbeit. Fährtensuche, Mantrailing und Suchspiele kommen seinem natürlichen Begabungsprofil entgegen und halten ihn zufrieden. Dank seiner geringen Größe ist der Drever einer der wenigen Laufhunde, die auch in einer Wohnung gehalten werden können, vorausgesetzt, sein Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf wird konsequent erfüllt. Seine Bellfreudigkeit kann allerdings in Mehrfamilienhäusern eine Herausforderung darstellen. Die Pflege des kurzen Fells ist minimal. Insgesamt ist der Drever ein vielseitiger, robuster kleiner Jagdhund, der sowohl im jagdlichen Einsatz als auch als Familienbegleiter überzeugt und seinen Besitzern mit seinem fröhlichen Wesen jeden Tag Freude bereitet.

Haltung & Pflege

Wohnungstauglich
Kinderfreundlich

Der Drever kann dank seiner geringen Größe auch in einer Wohnung gehalten werden, sofern ausreichend Bewegung und Beschäftigung gewährleistet sind. Ein Haus mit Garten ist dennoch vorzuziehen. Mindestens eine Stunde aktive Bewegung pro Tag ist erforderlich. Die Bellfreudigkeit kann in Mehrfamilienhäusern problematisch sein. Der Jagdtrieb erfordert einen sicheren Zaun im Garten. Er versteht sich gut mit anderen Hunden und kann als Zweithund gehalten werden. Kleine Haustiere können durch seinen Jagdinstinkt gefährdet sein. Der Drever verträgt Kälte gut und bewegt sich auch im Schnee gerne.

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Ernährung

Der Drever benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter in angemessener Menge. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind für erwachsene Hunde empfehlenswert. Die Futtermenge muss streng kontrolliert werden, da der Drever zur Gewichtszunahme neigen kann, was aufgrund seiner Körperproportionen besonders problematisch für den Rücken ist. Leichtes, aber nährstoffreiches Futter ist ideal. Ergänzungen für die Gelenkgesundheit können sinnvoll sein. Leckerlis sollten in Maßen gegeben und von der Tagesration abgezogen werden. Frisches Trinkwasser muss stets verfügbar sein.

Gesundheit & Krankheiten

Der Drever ist eine ausgesprochen robuste und gesunde Rasse mit wenigen rassetypischen Erkrankungen. Aufgrund seiner Körperproportionen mit dem langen Rücken und den kurzen Beinen können Rückenprobleme und Bandscheibenvorfall auftreten, ähnlich wie beim Dachshund. Hüftgelenksdysplasie ist selten, aber möglich. Ohrentzündungen erfordern aufgrund der Hängeohren regelmäßige Kontrolle. Übergewicht sollte unbedingt vermieden werden, da es den Rücken und die Gelenke zusätzlich belastet. Regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen, Impfschutz und Parasitenprophylaxe sind selbstverständlich.

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Erziehung

Der Drever ist intelligent und lernfähig, zeigt aber eine typische Laufhund-Eigenständigkeit. Positive Verstärkung mit Geduld und Konsequenz ist die effektivste Methode. Der Rückruf erfordert intensives Training, da der Jagdtrieb stark ausgeprägt ist. Das Bellverhalten muss frühzeitig kontrolliert werden, da der Drever als spurlauter Jagdhund zum lauten und anhaltenden Bellen neigt. Nasenarbeit und Fährtensuche sind ideale Trainingsanreize. Frühe Sozialisierung fördert sein natürlich freundliches Wesen. Hundeschulen sind empfehlenswert, um die Grunderziehung zu festigen.

Geschichte & Herkunft

Der Drever entstand in Schweden aus der deutschen Dachsbracke, die im 19. Jahrhundert nach Skandinavien importiert wurde. Die schwedischen Züchter entwickelten aus dieser Grundlage eine eigenständige Rasse, die an die schwedischen Jagdbedingungen angepasst war. 1947 erhielt die Rasse den Namen Drever, der sich vom schwedischen Wort drev ableitet, was Treibjagd bedeutet. Die FCI erkannte die Rasse unter der Nummer 130 an. In Schweden ist der Drever einer der populärsten Jagdhunde und rangiert regelmäßig unter den meistregistrierten Rassen. Außerhalb Skandinaviens ist er jedoch relativ unbekannt. In Schweden wird er sowohl für die Hirschjagd als auch für die Hasen- und Fuchsjagd eingesetzt.

Kosten im Überblick

Futter35,00 €/Monat
Versicherung25,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)20,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges15,00 €/Monat
Gesamt105,00 €/Monat
Jährlich1.260,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Drever

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Besitzer eines Drever empfehlenswert. Obwohl er klein ist, kann sein ausgeprägter Jagdtrieb in unvorhergesehenen Situationen zu Schäden führen. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro bietet ausreichenden Schutz. In mehreren Bundesländern ist die Hundehaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben.

Häufige Fragen zum Drever

Ist ein Drever ein guter Familienhund?

Ja, der Drever ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Drever im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Drever betragen durchschnittlich 105,00 €. Das umfasst Futter (35,00 €), Versicherung (25,00 €), Tierarzt (20,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (15,00 €).

Ist ein Drever für Anfänger geeignet?

Der Drever ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Drever?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 3/5. Moderate Bewegung von 1-2 Stunden täglich ist empfehlenswert.

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