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Landseer

Der sanfte Schwimmriese aus den Gemälden von Sir Edwin

Steckbrief

FCI-Nr.
226
Herkunft
Deutschland / Schweiz
Größe
6780 cm
Gewicht
5070 kg
Lebenserwartung
810 Jahre
Gruppe
Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde
Charakter
SanftGutmütigGeduldigFreundlichRuhig
Bewegung
Pflege
Verträglichkeit
Haaren

Charakter & Wesen

Der Landseer ist ein majestätischer, großer Hund, der oft mit dem Neufundländer verwechselt wird, von dem er sich jedoch in mehreren wesentlichen Punkten unterscheidet. Benannt nach dem berühmten englischen Tiermaler Sir Edwin Landseer, der diese weiß-schwarzen Hunde in zahlreichen Gemälden des 19. Jahrhunderts verewigte, besticht der Landseer durch sein elegantes Erscheinungsbild, sein sanftmütiges Wesen und seine bemerkenswerte Wasserrettungsfähigkeit. Mit einer Schulterhöhe von 67 bis 80 Zentimetern und einem Gewicht von 50 bis 70 Kilogramm ist der Landseer ein imposanter Hund, der im Vergleich zum Neufundländer etwas hochbeiniger und eleganter gebaut ist. Sein langes, dichtes Fell ist charakteristisch weiß mit schwarzen Platten, wobei der Kopf idealerweise schwarz mit einer weißen Blesse und weißem Fang ist. Das Fell ist wasserabweisend, was seine Eignung als Wasserrettungshund unterstreicht. Der Charakter des Landseers ist von einer außerordentlichen Sanftmut und Gutmütigkeit geprägt. Er ist einer der freundlichsten und geduldigsten großen Hunde überhaupt. Seine Liebe zu Menschen, insbesondere zu Kindern, ist legendär. Der Landseer scheint instinktiv zu wissen, wie er sich in der Nähe von kleinen Kindern verhalten muss, und zeigt eine fast übernatürliche Vorsicht und Zärtlichkeit im Umgang mit ihnen. Im Familienalltag ist der Landseer ein ruhiger, ausgeglichener Begleiter, der die Nähe seiner Menschen über alles schätzt. Er folgt seiner Familie gerne von Raum zu Raum und ist am glücklichsten, wenn er mittendrin sein darf. Fremden gegenüber ist er freundlich und aufgeschlossen, ohne jeden Anflug von Aggression. Seine Wachhundeigenschaften beschränken sich auf gelegentliches Bellen, um auf ungewöhnliche Vorkommnisse hinzuweisen. Eine besondere Stärke des Landseers ist seine natürliche Affinität zum Wasser. Er ist ein hervorragender Schwimmer und wird in vielen Ländern erfolgreich als Wasserrettungshund eingesetzt. Sein Drang, Menschen aus dem Wasser zu "retten", ist so stark, dass er auch badende Familienmitglieder gelegentlich an Land ziehen möchte. Die Fellpflege ist aufwändig und erfordert regelmäßiges, gründliches Bürsten mehrmals pro Woche. Während des Fellwechsels ist tägliche Pflege notwendig. Der Landseer sabbert merklich, was in Kauf genommen werden muss. Der Landseer ist ein wundervoller Familienhund für Menschen mit Platz, die einen sanften, liebevollen Riesen suchen und bereit sind, die Fellpflege auf sich zu nehmen.

Haltung & Pflege

Haus mit Garten empfohlen
Kinderfreundlich

Der Landseer braucht ein Haus mit großem Garten. Für eine Wohnung ist er aufgrund seiner Größe nicht geeignet. Moderate Bewegung mit ein bis zwei Stunden pro Tag genügt, übermäßige Belastung sollte vermieden werden. Zugang zu Wasser zum Schwimmen ist ideal und wird vom Landseer begeistert angenommen. Er ist ein Familienhund, der engen Kontakt zu seinen Menschen braucht. Das Sabbern und die aufwändige Fellpflege müssen eingeplant werden. Der Landseer verträgt Kälte hervorragend, leidet aber unter Hitze. Der Transport erfordert ein großes Fahrzeug. Die erheblichen laufenden Kosten müssen berücksichtigt werden.

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Ernährung

Der Landseer benötigt hochwertiges, proteinreiches Futter in großen Mengen. Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag reduzieren das Risiko einer Magendrehung. Anti-Schling-Näpfe und Ruhepausen nach dem Fressen sind empfehlenswert. Welpen sehr großer Rassen brauchen spezielles Futter für kontrolliertes Wachstum. Übergewicht muss vermieden werden, da es Gelenke und Herz belastet. Die monatlichen Futterkosten sind aufgrund der Größe beträchtlich. Gelenkunterstützende Nahrungsergänzungen sind ab dem Erwachsenenalter sinnvoll. Der Bereich um die Lefzen sollte nach dem Fressen gereinigt werden. Frisches Wasser muss immer verfügbar sein.

Gesundheit & Krankheiten

Der Landseer hat einige rassetypische Gesundheitsrisiken. Hüftgelenksdysplasie (HD) ist die häufigste orthopädische Erkrankung und sollte bei Zuchttieren untersucht werden. Magendrehung ist aufgrund der Größe und des tiefen Brustkorbs ein ernstes Risiko. Herzerkrankungen, insbesondere Aortenstenose und dilatative Kardiomyopathie, kommen vor. Kreuzbandrisse treten aufgrund des hohen Gewichts häufiger auf. Zystinurie (eine Stoffwechselstörung, die Blasensteine verursacht) ist beim Landseer dokumentiert. Entropium kann auftreten. Knochenkrebs (Osteosarkom) ist bei großen Rassen generell ein Risiko. Die relativ kurze Lebenserwartung von 8 bis 10 Jahren ist typisch für sehr große Rassen.

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Erziehung

Die Erziehung des Landseers ist vergleichsweise unkompliziert, da er ein kooperativer, menschenbezogener Hund ist. Positive Verstärkung und freundliche Konsequenz sind die besten Methoden. Der Landseer ist sensibel und reagiert empfindlich auf harte Korrekturen. Frühe Sozialisierung ist wichtig, obwohl der Landseer von Natur aus freundlich und aufgeschlossen ist. Leinenführigkeit muss von Anfang an trainiert werden, da ein Hund mit 70 Kilogramm im Erwachsenenalter an der Leine führbar sein muss. Wasserrettungstraining ist eine ideale Beschäftigungsform. Der Besuch einer Hundeschule wird empfohlen. Der Landseer eignet sich mit seiner sanften Art auch für engagierte Anfänger mit Erfahrung im Umgang mit großen Hunden.

Geschichte & Herkunft

Der Landseer als eigenständige Rasse ist ein relativ junges Phänomen. Ursprünglich waren schwarz-weiße Neufundländer seit dem 18. Jahrhundert in Europa bekannt. Der englische Maler Sir Edwin Landseer (1802-1873) verewigte diese Hunde in zahlreichen berühmten Gemälden, darunter das ikonische "A Distinguished Member of the Humane Society" (1838). In der Folge wurden die schwarz-weißen Hunde nach dem Maler benannt. Im 20. Jahrhundert begannen deutsche und schweizerische Züchter, den Landseer als eigenständige Rasse vom Neufundländer zu separieren, wobei sie einen etwas leichteren, hochbeinigeren Typ anstrebten. 1960 erkannte die FCI den europäisch-kontinentalen Landseer als eigenständige Rasse an (Standardnummer 226). Er unterscheidet sich vom britischen Neufundländer in schwarz-weiß durch seinen eleganteren Körperbau.

Kosten im Überblick

Futter80,00 €/Monat
Versicherung40,00 €/Monat
Tierarzt (Vorsorge)35,00 €/Monat
Hundesteuer10,00 €/Monat
Sonstiges25,00 €/Monat
Gesamt190,00 €/Monat
Jährlich2.280,00 €/Jahr

* Durchschnittswerte. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Futter und Tierarzt variieren.

Hundehaftpflicht für Landseer

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für Landseer-Besitzer dringend empfehlenswert. Obwohl der Landseer ein ausgesprochen friedlicher Hund ist, kann ein Hund mit bis zu 70 Kilogramm Körpergewicht allein durch seine Größe unbeabsichtigt Schäden verursachen. Eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro ist ratsam. In mehreren Bundesländern ist die Haftpflichtversicherung für alle Hunde ohnehin gesetzlich vorgeschrieben.

Häufige Fragen zum Landseer

Ist ein Landseer ein guter Familienhund?

Ja, der Landseer ist ein hervorragender Familienhund. Er ist kinderfreundlich und anhänglich und fühlt sich im Familienleben wohl.

Was kostet ein Landseer im Monat?

Die monatlichen Kosten für einen Landseer betragen durchschnittlich 190,00 €. Das umfasst Futter (80,00 €), Versicherung (40,00 €), Tierarzt (35,00 €), Steuer (10,00 €) und Sonstiges (25,00 €).

Ist ein Landseer für Anfänger geeignet?

Der Landseer ist eher für erfahrene Hundehalter empfohlen. Er braucht eine konsequente und sachkundige Führung.

Wie viel Bewegung braucht ein Landseer?

Der Bewegungsbedarf liegt bei 3/5. Moderate Bewegung von 1-2 Stunden täglich ist empfehlenswert.

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